Die deutsche Wirtschaft wächst wieder. Zumindest ein bisschen. So haben es die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer heute veröffentlichten Gemeinschaftsdiagnose errechnet. Statt der im Frühjahr erwarteten 0,6 Prozent rechnen sie nun mit 1,3 Prozent Wachstum für 2026. Klingt erstmal gut. Endlich mal wieder Wachstum, nach sieben Jahren Stagnation – der längsten seit Gründung der Bundesrepublik. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt: der errechnete Aufschwung steht auf einem erstaunlich schmalen Fundament und verpufft 2028 wieder, weil die Regierung das Geld falsch ausgibt.
All jene, die behaupten, die Wirtschaft wachse nicht, weil der Staat zu groß geworden sei, und deshalb die Kettensäge an Sozialleistungen anlegen wollen, werden durch diese Diagnose als ökonomische Geisterfahrer entlarvt!
Erstens: von den 1,3 Prozent Wachstum entfallen allein 0,3 Prozentpunkte auf den Kalendereffekt. 2026 gibt es nämlich mehr Arbeitstage als im Vorjahr, dadurch fällt die Wirtschaftsleistung im Jahresdurchschnitt höher aus. Ein statistischer Sondereffekt. Über die eigentliche Konjunktur sagt das nichts aus.

