5 Kommentare
Avatar von User
Avatar von Tino

War ja logisch und keine große Überraschung, daß Russland seine Zahlungen jetzt in Rubel fordert. Den Sanktionierern war offensichtlich auch klar, was ein Gas- und Ölimport-Stop (bei Nichtzahlung) für die europäische Wirtschaft bedeutet. Deshalb hat man wohl Banken wie GASPROM und Sber nicht vom SWIFT Zahlungssystem ausgeschlossen. Diese Banken verfügen noch über funktionierende Konten bei der russischen, der europäischen und der US-Zentralbank, was die Öl- und Gasimporteure sicher zu nutzen wissen.

Interessant wäre in diesem Zusammenhang die Frage, welche Auswirkungen das "Einfrieren" von Dollar- oder Euro- Guthaben für zukünftige Zahlungen an rohstoffexportierende Länder hat.

Fordern diese dann vermehrt Zahlungen in anderer, bevorzugt eigener Währung?

Avatar von Josua Cho

Hi, danke dass du das nochmal genauer mit den Korrespondenzbanken erklärt hast, das hatte ich beim ersten Mal nicht verstanden. Danke für die ausführlichen und verständlichen Artikel, echt! Was ich immer noch nicht verstehe ist, wie das Geldwechseln funktioniert. Gehe ich zu meiner Bank, und sie hat ein Konto hat ein Konto bei der EZB und die hat eine Korrespondenzbank im Russischen System? Wenn ich Euros in Rubel wechsel, geht dann der Zentralbankkontostand meiner Bank runter und dafür der Zentralbankkontostand der Korrespondenzbank in Russland runter. Okay, jetzt bin ich doch etwas verwirrt. Haben die Zentralbanken Korrespondenzbanken im anderen System, oder hat jede Geschäftsbank eine eigene Korrespondenzbank in anderen Systemen? Es wäre sehr cool, wenn du uns das irgendwann erklären kannst.

Avatar von Mutant77

Ich dachte Putin hat nur von "unfreundlichen" Ländern gesprochen und das diese in Rubel zahlen müssen, was verständlich ist, wenn man die Gelder der Zentralbank dort einfriert.

Das ist auch ein Aspekt der im Artikel fehlt, die meisten Länder sind keineswegs so entschlossen, wie es in Europa dargestellt wird und sehen die Ursachen nicht nur auf der russischen Seite.

Avatar von Volker Beer

Ein fehlendes Puzzleteil - Du nennst es Gaspreisbremse - wäre eine russische Strafzahlung auf Gas, wenn ein bestimmtes Preisniveau überschritten wäre, nehmen wir mal 25 Euro an, Preisniveau vor einem Jahr. Man würde nur noch diesen Betrag überweisen - und Putins Reaktion abwarten. Damit verrät Putin mehr über sich als wenn wir umgekehrt vollständig auf Gaslieferungen verzichten würden.

Der Rubel Move von Putin ist klug gewählt, stützt er doch unmittelbar den Rubel und zwingt die Europäer, Rubel von überwiegend russischen Adressen zu kaufen. Auch das eine Genugtuung für einen Machtmenschen.

Avatar von Jonas

Mal wieder sehr sehr gut erklärt, danke! Einen Punkt versteh ich aber noch nicht ganz. Wieso würde das ein Überdenken der Sanktionen der Zentralbank erfordern? Ich hätte gedacht, dass die russischen Banken der russischen Gaskonzerne auch jetzt schon sowohl bei der EZB als auch bei der russischen ZB ein Konto haben müssen, wenn die Konzerne in Euro bezahlt werden und dann das Geld in Rubel tauschen? Die „Gasbanken“ - so nenn ich die jetzt mal - waren doch eh immer ausgenommen von den Sanktionen oder?

Was die restlichen Folgen aber auch nicht schöner macht..