Wiedermal eine klasse Analyse. Gäbe es nicht mal die Möglichkeit, dass du die richtigen Fragen in einer Art offenem Brief stellst? Aber wahrscheinlich wartet man dann vergeblich auf die Antworten. 🙄
Volltreffer. Maurice Höfgen zeigt hier mustergültig, wie eine uninformierte politische Debatte am Kern der Realität vorbeischrammt. Das Illner-Interview mit Kanzler Merz ist das perfekte Fallbeispiel für ein System, das sich weigert, die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten von heute zu verstehen.
Wie Höfgen völlig richtig vorrechnet: Wer eine 10-Milliarden-Euro-Steuerreform als den „großen Wurf“ für den Konsum feiert, während gleichzeitig steigende Rentenbeiträge der Bevölkerung ein Vielfaches an Kaufkraft entziehen, betreibt mathematische Realitätsverweigerung. Ein „Konjunkturpaket ohne zusätzliche Schulden“ ist in Zeiten einer jahrelangen Stagnation kein Konzept, sondern ein logischer Widerspruch in sich.
Aber das eigentliche Drama geht sogar noch tiefer als Höfgens ohnehin scharfe Analyse: Während die Politik mit diesen Mikro-Reformen der 90er-Jahre hantiert, beschleunigt sich die technologische Entwicklung im Bereich künstlicher Intelligenz in einem Tempo, das klassische politische und ökonomische Planungszyklen zunehmend überholt. Moderne KI-Systeme werden bereits heute als KI-Agenten eingesetzt, die mehrstufige Aufgaben über längere Zeiträume ausführen können – etwa in Recherche, Datenanalyse oder Text- und Codeverarbeitung – und dabei Ergebnisse iterativ überprüfen und korrigieren. Noch sind diese Systeme nicht vollständig autonom im Sinne menschlicher Arbeitskräfte, aber ihre Fähigkeit zur teilautonomen Aufgabenbearbeitung wächst schnell.
Und genau hier entsteht der strukturelle Bruch: Die Politik denkt weiterhin in klassischen Arbeitsmarktzyklen, während sich die Realität in deutlich kürzeren Innovationszyklen bewegt. Neue KI-nahe Tätigkeiten entstehen zwar – von Automatisierungs-Workflows bis hin zu spezialisierten Steuerungsrollen –, aber sie verändern sich so schnell, dass sie kaum stabil genug sind, um klassische Massenarbeitsmärkte dauerhaft zu ersetzen. Gleichzeitig verschwinden viele Routineaufgaben deutlich schneller, als neue Berufsbilder in der Breite entstehen können.
Ein Beispiel sind kurzfristige Rollen wie „Prompt Engineering“, die als Berufsfeld praktisch über Nacht entstanden sind – und sich schon wieder transformieren, weil KI-Systeme zunehmend direkt bedienbar und selbstoptimierend werden. Das Muster ist entscheidend: Jobprofile entstehen schneller, als Bildungs- und Umschulungssysteme reagieren können.
Das zwingt uns zu einer unbequemen Konsequenz: Das Bildungssystem muss weg von statischen Berufsabschlüssen hin zu kontinuierlicher Anpassungsfähigkeit – digitale Grundkompetenzen, analytisches Denken und lebenslang integrierte Weiterbildung werden zentral, nicht optional.
Gleichzeitig gilt global: Die großen Wirtschaftsräume – allen voran China und die USA – treiben KI-Entwicklung und Automatisierung aus Wettbewerbsgründen massiv voran. Wer hier nicht Schritt hält, verliert unmittelbar an industrieller und technologischer Wettbewerbsfähigkeit. Und doch stehen alle großen Volkswirtschaften letztlich vor derselben strukturellen Grundfrage: wie sich Wirtschaft, Staat und Finanzierung organisieren, wenn Produktivität zunehmend aus Technologie statt aus menschlicher Arbeit entsteht. Die Antworten darauf werden unterschiedlich ausfallen – aber die Frage selbst verschwindet nicht mehr.
Und vielleicht der wichtigste Punkt: Wenn Politik sich weiterhin so langsam bewegt wie bisher, sollte sie zumindest schon mal anfangen zu rennen. Denn die KI wartet nicht darauf, dass der nächste Ausschuss fertig tagt – und irgendwann ist „wir haben das noch geprüft“ kein Plan mehr, sondern nur noch eine historische Fußnote.
Wenn Politiker bei den einfachsten Fakten falschliegen und Journalisten das mangels Fachwissen durchwinken, verwalten wir kollektiv nur noch unseren eigenen Abstieg. Wir müssen aufhören, Scheingefechte über veraltete Modelle zu führen, und endlich in strukturellen Kategorien denken: Wie organisiert man Wohlstand und gesellschaftliche Teilhabe in einer Ökonomie, in der KI und Automatisierung den größten Teil der Produktivitätszuwächse erzeugen?
Danke an Höfgen für diese bitter nötige Medien- und Wirtschaftskritik.
Ich finde, viele unterschätzen, wie tiefgreifend diese Entwicklung werden könnte. Bei KI wird inzwischen viel diskutiert, aber die Robotik wird meiner Meinung nach oft übersehen.
Entscheidend ist die Kombination aus beidem: KI entwickelt sich rasant, gleichzeitig werden Roboter leistungsfähiger und günstiger. Besonders spannend finde ich die Fortschritte bei Roboterhänden und Greifsystemen. Ziel vieler Forschungsgruppen ist es, die Geschicklichkeit menschlicher Hände immer besser nachzubilden. Wenn solche Systeme mit leistungsfähiger KI und gemeinsam genutztem Wissen aus vielen Robotern kombiniert werden, könnten sich nicht nur Büroberufe, sondern langfristig auch viele handwerkliche Tätigkeiten stark verändern.
Was mich persönlich nachdenklich macht, ist die Geschwindigkeit dieser Entwicklung. Wenn die Produktionskosten humanoider Roboter tatsächlich so stark sinken, wie derzeit häufig berichtet wird, und sich gleichzeitig die Produktionsgeschwindigkeit innerhalb kurzer Zeit massiv erhöht, dann fällt es mir schwer zu glauben, dass wir bis zu einer breiten Nutzung noch zehn Jahre Zeit haben. Ob diese Einschätzung am Ende stimmt, weiß heute niemand. Aber genau diese Unsicherheit spricht aus meiner Sicht dafür, dass wir uns lieber zu früh als zu spät auf diesen Wandel vorbereiten.
Eine Frage, die ich mir dabei stelle: Was würde ein Unternehmen mit viel Kapital, starker KI-Kompetenz und einer globalen Infrastruktur tun, wenn humanoide Roboter wirtschaftlich werden? Warum sollte sich der Einsatz dann auf Fabriken und Lager beschränken? Auch das Handwerk könnte sich dadurch langfristig grundlegend verändern.
Wir sollten uns deshalb nicht nur fragen, wie KI unsere Arbeit verändert, sondern auch, was passiert, wenn KI und Robotik zusammenkommen. Darauf müssen sich Wirtschaft, Bildung und Politik deutlich besser vorbereiten.
Ein Hoch der Aufklärung; und jedesmal werde ich zorniger, mit jeder Analyse!!!
Wie ist es zu bewerkstelligen diese Verharmlosung der Talk-Damen - ist ja nicht nur Illner - sowie die meisten Medienschaffenden (also auch Männer) - in die öffentliche Medienlandschaft zu bringen?
Ich weiß daß Maurice in etablierten Sendungen die fortschrittliche Ökonomie bestens vertrat. Doch da gibt es den sonntäglichen Presseclub der genau den Mainstream pflegt und jeder, der argumentativ wirkt, muß damit rechnen von z.B. Schönenborn getäuscht und abgewürgt zu werden, obwohl seine Aufgabe wäre aufklärend zu wirken!!
Bei dem Part mit den „unfairen künstlichen Währungsabwertungen“ musste ich auch laut lachen. Jahrzehntelang hat Deutschland nichts anderes gemacht als künstlich seine Währung abzuwerten und die anderen europäischen Länder unter den Bus zu werfen. Alleine die Tatsache, dass Deutschland auch nach diesen „unfairen Abwertungen des Auslands“ immer noch mehr als 200 Milliarden Euro Exportüberschüsse hat, sollte jeden halbwegs gebildeten Menschen zum Schweigen bringen. Das ist ja der Beleg, dass man immer noch Profiteur und nicht Opfer ist. Aber in der Welt von Friedrich Merz kommt ein hoher Überschuss wahrscheinlich dadurch zustande, dass man produktiver und fleißiger ist als die anderen. Die Ahnungslosigkeit der mächtigsten Menschen in diesem Land inkl. derer, die sie beraten, ist die wirklich gruselig. Und wenn Friedrich Merz überrascht ist, dass eine Kommission noch neoliberalere Vorschläge macht als er es sich je erträumt hätte, dann weiß man wirklich über die ökonomische Kompetenz in diesem Land Bescheid.
Danke für die wieder einmal brilliant pointierte Analyse. Habe kurz bei M. Illner reingezappt. Die Kids dann forderten aber was anderes. Und: ehrlich gesagt ermüden mich diese Talk-Formate. Sehe aber auch, wie wenig da die SPD-Basis konsistent auf die Themen drängt, die eigentlich Verantwortung auch für den abtauenden Schnee von gestern einfordern. Auch im (bezahlbaren) Wohnungsbau: wie da durch die Agenda 2010 schon 2005 noch vor der Subprime 2007/08 Objekt- zu Subjektförderung umformatiert wurde (Sara Schulte, Dezernat Zukunft) und das vielen Vermietern heute zu leichtem Einkommen mit dem Staat als Zwischenhändler, der das alles verbucht unter steigenden Sozialkosten verhilft. Und das Zerbrechen der Exportwirtschaft, das letztlich nicht zu makroökonomischen Stärkungen der Binnenwirtschaft, sondern zu Verantwortungsgeschubse nach unten führt. Und so weiter und so fort. Anyway: schönes WE nach MG aus D.
Danke an Maurice für diese, wie immer, präzise Analyse. Mehr war wohl bei diesem Paket nicht drin und diese Erkenntnis muss jeden erschrecken, der halbwegs klar denken kann. War aber unter Merkel auch nicht viel anders, wurde nur durch eine andere Wirtschaftslage überdeckt. Und solche Sendungen wie Illner und Co. ohne Nährwert schaue ich mir nicht an, das regt mich auf und verkürzt meine Lebenszeit. Danke an Maurice, dass er sich das antut und auf die Mängel hinweist.
Ich habe mir das Interview nur tw angeschaut, es war für mich schwer erträglich.
Und hatte im Prinzip die gleichen Kritikpunkte wie hier aufgeführt.
Was Illner da macht ist mE exemplarisch & typisch leider auch gerade für den ÖRR.
Es wird gefragt aus einer Perspektive des Rechtskonservatismus, neoliberal bis - ja auch - libertär. Das drückt sich nicht nur darin aus, wie und was gefragt wird, sondern auch in impliziert und oft sogar explizit geäußerten politischen Meinungen, typisch zb die Aussage dabei, dass die "Reformen" jetzt "nötig" seien, "schmerzhaft" sein müssten, der Sozialstaat "nicht mehr finanzierbar" sei etc. (so geäußert oft auch entgegen den "harten Fakten", s. dazu Maurice seine Statistiken)
Ebenso hat Illner in der Vergangenheit öfter klar geäußert, dass sie gegen eine Migration nach Deutschland sei (so sagte sie zb, dass die höchstwahrscheinlich sogar Verfassungsrangswidrige, jedenfalls mit EU-Gesetzen nicht vereinbare Dobrindtsche Migrationspolitik Jahre früher hätte erfolgen müssen (die "Schließung" der Grenzen))
Ähnlich werden weitere wahrscheinlich GG-widrige Gesetze idR dies bzgl völlig kritiklos in den Shows zb von Lanz & Illner (auch in der ARD, Maischberger, HaF) behandelt, wie zb das neue "Gebäudemodernisierungs-Gesetz" (bzgl Einhaltung der Klimaziele, und deren faktischen Nicht Machbarkeit, zB der "Bio-Treppe), die Grundsicherung (bzgl zB den mutmaßlich verfassungswidrigen "Total Sanktionen")
Außenpolitisch wird zudem die Haltung der deutschen Regierung zB zu den (gemäß über 80% der internationalen Experten) mutmaßlichen Genozid in Gaza, aber auch den klaren Völkerrechtsbrüchen von Trump (Entführung Maduros, Blockade von Venezuela & Kuba, 2 Angriffskriege (mit, und auf Drängen von Netanjahu) gegen den Iran) dies, also deren Völkerrechtsbruch, nicht, oder nur am Rande thematisiert, bzw als solches deklariert!
Diese Liste ließe sich weiter fortsetzen..
Wirtschaftlich gesehen hat diese Apeasment Politik gegenüber Trump, genauso wie zuvor gegenüber Putin, ja auch zu massiven Wirtschaftskrisen, in D & der EU, gar weltweit, geführt. So hätte uU eine klare und deutliche Sprache zu den Völkerrechtsbrüchen Trumps, gerade nach dem 1. Iran Angriff, vllt auch bzgl Gaza, aber auch bzgl Venezuela etc., Trump von diesem Pfad abbringen können.
Viele Analysten sprachen beim jüngsten, aktuellen Angriff auf den Iran von einem Venezuela 2.0, also aus Trumps Sicht,.. also dass dieser dachte, das könne genauso reibungslos und "erfolgreich" ablaufen.
Wenn halt international, zb die EU und hier Merz, Wadephul, nicht widersprechen, keinerlei Widerstand liefern, gegen eine Kette sich zudem verschärfender Völkerrechtsbrüche, incl von Kriegsverbrechen, so ist es unausweichlich, dass die internationale Rechtsordnung Stück für Stück aufgelöst wird, und sich dies, natürlich, auch wirtschaftlich massiv negativ hier bei uns auswirkt.
Diese Wirtschaftseinbrüche, also zumindest international gesehen als Folge einer falschen Außenpolitik, werden dann zum Anlass genommen, den Lieblingssündenbock der Neoliberalen/Libertären anzugehen:
Den Arbeiter & Angestellten, den Lohnabhängigen (lt. Merz: "zu faul", "Blaumacher" etc.), die Migranten (s. Merz: "Stadtbild", Zahnärzte etc), die Arbeitslosen.
Bei letzteren wird ein parasitäres Verhalten auf Kosten der "hart arbeitenden" Mehrheit unterstellt .. wobei allerdings auf 1 offene Stelle akt. ca 4 Arbeitslose kommen, und auf 1 konkretes Arbeitsplatz Gesuch/Angebot ca. 18 Arbeitslose.., das Ganze ist daher kein individuelles, sondern ein strukturelles Problem!
Aktuell verbreiten dagegen die Schwarz / "Rote" Regierung, und "Journalisten" a la Illner dies bzgl das Narrativ der individuellen Schuld der Arbeitslosen.
Das ist so, als wenn man zb in Berlin die meist völlig chancenlosen Wohnungssuchenden für einen überteuerten und zu kleinen Wohnungsmarkt verantwortlich machen würde .., absurd!
Gleichzeitig werden Reiche, Betriebe und Vermögende entlastet!
Nicht nur finanziell, sondern auch regulartorisch ("Bürokratieabbau").. es gilt dort der "Vertrauensvorschuss" (absurd, bei jährlich ca. 100Mrd€ Steuerbetrug dort), hingegen dazu wird am unteren Rand der Gesellschaft ganz das Gegenteil praktiziert:
Misstrauen, vermehrte Kontrolle und Kürzungen von Sozialleistungen (s. Grundsicherung, Pflicht zum Attest bei Krankheit, Streichung von Wohngeld & Krankenkassen Leistungen..)
Die oft von rechter Seite angeprangerte "Gängelung" durch den Staat wird also hier gegenüber den sozial Schwachen zum Prinzip erhoben... ein medialer Aufschrei dagegen? Fehlanzeige!
Demokratie-ethisch ist es zudem der Gipfel der Anmaßung, dass die unlängst in einem Volksentscheid in Berlin beschlossene Enteignung großer Wohnungskonzerne bundesweit komplett verboten werden sollen!
Was für eine Anmaßung einer Regierungstruppe, die aktuell gerade mal ca. ⅓ (34,6%) der Wähler repräsentiert und einen historischen Tiefstand in ihren Zustimmungswerten hat!
Alles in allem wird diese politische Ausrichtung der ÖR (jedenfalls derer Leit-Formate) und der dt Regierung die Probleme der wirtschaftlichen Stagnation (s. gerade dazu Maurice und seine Analysen) nicht beheben, sondern verstärken (zb durch massiven Entzug von liquiden Geld, dadurch - > Einbruch der Nachfrage) und, zusammen mit dem Rollback in der Sozial-Politik, den allgemeinen Druck auf jeden Erwerbstätigen (wie auch Arbeitslosen) massiv verstärken und damit die gesellschaftliche Krise nur verstärken!
Vor allem diese eigentliche(!) Triebfeder für den Aufstieg des Rechtsextremismus (AfD) wird so weiter gespannt, denn deren Wähler haben eben genau davor, vor sozialem & wirtschaftlichem Abstieg & Statusverlust am meisten Angst, und wählen überwiegend deshalb, nicht wegen der (zudem drastisch zurück gehenden Migration) diese Rechtsextremisten.
Denkt man dies alles zu Ende, ist eine zukünftige Rechtsradikale - Libertäre Regierung in Deutschland unausweichlich..., sofern nicht ein radikaler Kurswechsel hin zu einer solidarischen Gesellschaft stattfinden wird. (dafür fehlen aber objektiv die gesellschaftlich organisierten Akteure, wie auch eine dafür notwendige aufklärerische Medienlandschaft)
Einen erheblichen Anteil an dieser Entwicklung haben jetzt schon gerade ARD & ZDF, die ja auch in Form von Lanz, Illner und anderen, diese auch libertären und migrationsfeindlichen Narrative der Rechtsextremen des öfteren teilen, oder diese zumindest befeuern!
Was mich an dem Ding mit der Krankschreibung am meisten ärgert ist ja nicht mal die Sache an sich (für viele Leute ist das eh schon Realität), sondern die Verortung in einem Wirtschaftspaket. Das Problem der deutschen Wirtschaft scheint ja mehr oder weniger zu sein dass wir Sachen bauen, die im Ausland keiner haben will, zu Preisen, die im Inland keiner zahlen kann. Da drauf zu schauen und zu sagen "das wird bestimmt besser, wenn alle am ersten Krankheitstag zum Arzt müssen" ist eher weltfremd (und ausserdem natürlich unverschämt, wie jedesmal, wenn der Kanzler sein Volk mustert und gequält nuschelt "ihr lügt doch alle und seid einfach nur zu faul"). Und als Teil desselben Pakets Vergesellschaftung zu verbieten (Geht das überhaupt? Ist die nicht eigentlich im Grundgesetz geregelt?) ist ja ein direkter Eingriff in den Berliner Wahlkampf, und auch nicht so richtig okay.
Maurice, wurdest du eigentlich schonmal zu Lanz eingeladen? Der bräuchte auch mal Nachhilfe, was so manchen volkswirtschaftlichen Zusammenhang angeht...
"WEN ZUR HÖLLE INTERESSIERT, OB MERZ UND KLINGBEIL SICH BEI DEN VERHANDLUNGEN ANBRÜLLEN ODER KUSCHELN?" - Spricht mir aus der Seele - ich hab schon bei der Ampel nicht gerafft, warum sich alle über die Differenzen/Streits echauffiert haben. (Und ja, man muss das Zerbrechen der Ampel davon sauber trennen.)
Ansonsten: Schwierige Kiste gerade, die SPDbt redet zu viel schön, was da verabschiedet wurde. Die müssen dringend mal aus dem Modus raus, dass Kompromissfindung heißt, alle Outcomes über den roten Klee zu loben. (Ist aber schwierig; scheint in allen PR-Ratgebern genau so drinzustehen.)
Vielen Dank. Hab schon damit gehadert, ob ich mir das Interview betreut (über eine Reaction) anschaue. Jetzt weiß wenigstens schon, auf wie viel heiße und, sagen wir, verbrauchte Luft ich mich da einstellen muss. Falls ich mir das wirklich noch antue.
Es ist wahrlich erschreckend zu sehen, wie der sichtbarste Teil der vierten Gewalt immer wieder und wieder und wieder versagt. Und wieder versagt. Und wieder versagt.
Sehr interessanter Artikel. Mich beschäftigt weniger, wer sich in den Verhandlungen durchgesetzt hat, sondern ob die beschlossenen Reformen den wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen Deutschlands überhaupt gerecht werden. Gerade deshalb wären kritische Nachfragen zu ihren langfristigen Auswirkungen so wichtig gewesen. Der Kanzler hätte sich den unbequemen Fragen stellen müssen. Denn wenn sich an den zentralen Problemen nichts ändert, muss man sich zwangsläufig fragen, wohin sich der Wirtschaftsstandort Deutschland und damit auch Europa langfristig entwickelt.
Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk, von uns Bürgern mit gut 8 Milliarden ausgestattet, Politik nicht kritisch begleitet, ist unerträglich. Für das Geld bekommen wir Herrschaftssprache, Falschinformationen (z.B. ein niedriger Quartalsgewinn bei VW wird als Verlust beschrieben) und Interviews, die harmloser nicht sein können. Faktenbasierte Infos kriegt man jetzt zum Glück auf Substack, aber dessen Reichweite reicht leider nicht an den des ÖRR heran.
Wenn man mal davon ausgeht, dass die Fragen aus Sicht von Herrn Merz sogar die Richtigen waren, ist noch fataler, dass er nicht mal diese faktisch richtig beantworten kann. Wie soll er dann die wirklich wichtigen/richtigen Fragen beantworten (können)? - Wenn man eine Antwort möchte, bei der die Fragen egal sind, muss man Frau Weidel einladen. Heißt wir brauchen dringend standhafte Journalisten, die die richtigen Fragen stellen und Politiker mit Rückgrat, die diese auch richtig und ehrlich beantworten können und wollen. Wie wäre es mit dem Duo Höfgen - Habeck?
Wiedermal eine klasse Analyse. Gäbe es nicht mal die Möglichkeit, dass du die richtigen Fragen in einer Art offenem Brief stellst? Aber wahrscheinlich wartet man dann vergeblich auf die Antworten. 🙄
Ich würds machen. Ist nicht erwünscht, glaube ich 😂
Wer wünscht das nicht?
Volltreffer. Maurice Höfgen zeigt hier mustergültig, wie eine uninformierte politische Debatte am Kern der Realität vorbeischrammt. Das Illner-Interview mit Kanzler Merz ist das perfekte Fallbeispiel für ein System, das sich weigert, die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten von heute zu verstehen.
Wie Höfgen völlig richtig vorrechnet: Wer eine 10-Milliarden-Euro-Steuerreform als den „großen Wurf“ für den Konsum feiert, während gleichzeitig steigende Rentenbeiträge der Bevölkerung ein Vielfaches an Kaufkraft entziehen, betreibt mathematische Realitätsverweigerung. Ein „Konjunkturpaket ohne zusätzliche Schulden“ ist in Zeiten einer jahrelangen Stagnation kein Konzept, sondern ein logischer Widerspruch in sich.
Aber das eigentliche Drama geht sogar noch tiefer als Höfgens ohnehin scharfe Analyse: Während die Politik mit diesen Mikro-Reformen der 90er-Jahre hantiert, beschleunigt sich die technologische Entwicklung im Bereich künstlicher Intelligenz in einem Tempo, das klassische politische und ökonomische Planungszyklen zunehmend überholt. Moderne KI-Systeme werden bereits heute als KI-Agenten eingesetzt, die mehrstufige Aufgaben über längere Zeiträume ausführen können – etwa in Recherche, Datenanalyse oder Text- und Codeverarbeitung – und dabei Ergebnisse iterativ überprüfen und korrigieren. Noch sind diese Systeme nicht vollständig autonom im Sinne menschlicher Arbeitskräfte, aber ihre Fähigkeit zur teilautonomen Aufgabenbearbeitung wächst schnell.
Und genau hier entsteht der strukturelle Bruch: Die Politik denkt weiterhin in klassischen Arbeitsmarktzyklen, während sich die Realität in deutlich kürzeren Innovationszyklen bewegt. Neue KI-nahe Tätigkeiten entstehen zwar – von Automatisierungs-Workflows bis hin zu spezialisierten Steuerungsrollen –, aber sie verändern sich so schnell, dass sie kaum stabil genug sind, um klassische Massenarbeitsmärkte dauerhaft zu ersetzen. Gleichzeitig verschwinden viele Routineaufgaben deutlich schneller, als neue Berufsbilder in der Breite entstehen können.
Ein Beispiel sind kurzfristige Rollen wie „Prompt Engineering“, die als Berufsfeld praktisch über Nacht entstanden sind – und sich schon wieder transformieren, weil KI-Systeme zunehmend direkt bedienbar und selbstoptimierend werden. Das Muster ist entscheidend: Jobprofile entstehen schneller, als Bildungs- und Umschulungssysteme reagieren können.
Das zwingt uns zu einer unbequemen Konsequenz: Das Bildungssystem muss weg von statischen Berufsabschlüssen hin zu kontinuierlicher Anpassungsfähigkeit – digitale Grundkompetenzen, analytisches Denken und lebenslang integrierte Weiterbildung werden zentral, nicht optional.
Gleichzeitig gilt global: Die großen Wirtschaftsräume – allen voran China und die USA – treiben KI-Entwicklung und Automatisierung aus Wettbewerbsgründen massiv voran. Wer hier nicht Schritt hält, verliert unmittelbar an industrieller und technologischer Wettbewerbsfähigkeit. Und doch stehen alle großen Volkswirtschaften letztlich vor derselben strukturellen Grundfrage: wie sich Wirtschaft, Staat und Finanzierung organisieren, wenn Produktivität zunehmend aus Technologie statt aus menschlicher Arbeit entsteht. Die Antworten darauf werden unterschiedlich ausfallen – aber die Frage selbst verschwindet nicht mehr.
Und vielleicht der wichtigste Punkt: Wenn Politik sich weiterhin so langsam bewegt wie bisher, sollte sie zumindest schon mal anfangen zu rennen. Denn die KI wartet nicht darauf, dass der nächste Ausschuss fertig tagt – und irgendwann ist „wir haben das noch geprüft“ kein Plan mehr, sondern nur noch eine historische Fußnote.
Wenn Politiker bei den einfachsten Fakten falschliegen und Journalisten das mangels Fachwissen durchwinken, verwalten wir kollektiv nur noch unseren eigenen Abstieg. Wir müssen aufhören, Scheingefechte über veraltete Modelle zu führen, und endlich in strukturellen Kategorien denken: Wie organisiert man Wohlstand und gesellschaftliche Teilhabe in einer Ökonomie, in der KI und Automatisierung den größten Teil der Produktivitätszuwächse erzeugen?
Danke an Höfgen für diese bitter nötige Medien- und Wirtschaftskritik.
Ich finde, viele unterschätzen, wie tiefgreifend diese Entwicklung werden könnte. Bei KI wird inzwischen viel diskutiert, aber die Robotik wird meiner Meinung nach oft übersehen.
Entscheidend ist die Kombination aus beidem: KI entwickelt sich rasant, gleichzeitig werden Roboter leistungsfähiger und günstiger. Besonders spannend finde ich die Fortschritte bei Roboterhänden und Greifsystemen. Ziel vieler Forschungsgruppen ist es, die Geschicklichkeit menschlicher Hände immer besser nachzubilden. Wenn solche Systeme mit leistungsfähiger KI und gemeinsam genutztem Wissen aus vielen Robotern kombiniert werden, könnten sich nicht nur Büroberufe, sondern langfristig auch viele handwerkliche Tätigkeiten stark verändern.
Was mich persönlich nachdenklich macht, ist die Geschwindigkeit dieser Entwicklung. Wenn die Produktionskosten humanoider Roboter tatsächlich so stark sinken, wie derzeit häufig berichtet wird, und sich gleichzeitig die Produktionsgeschwindigkeit innerhalb kurzer Zeit massiv erhöht, dann fällt es mir schwer zu glauben, dass wir bis zu einer breiten Nutzung noch zehn Jahre Zeit haben. Ob diese Einschätzung am Ende stimmt, weiß heute niemand. Aber genau diese Unsicherheit spricht aus meiner Sicht dafür, dass wir uns lieber zu früh als zu spät auf diesen Wandel vorbereiten.
Eine Frage, die ich mir dabei stelle: Was würde ein Unternehmen mit viel Kapital, starker KI-Kompetenz und einer globalen Infrastruktur tun, wenn humanoide Roboter wirtschaftlich werden? Warum sollte sich der Einsatz dann auf Fabriken und Lager beschränken? Auch das Handwerk könnte sich dadurch langfristig grundlegend verändern.
Wir sollten uns deshalb nicht nur fragen, wie KI unsere Arbeit verändert, sondern auch, was passiert, wenn KI und Robotik zusammenkommen. Darauf müssen sich Wirtschaft, Bildung und Politik deutlich besser vorbereiten.
Ein Hoch der Aufklärung; und jedesmal werde ich zorniger, mit jeder Analyse!!!
Wie ist es zu bewerkstelligen diese Verharmlosung der Talk-Damen - ist ja nicht nur Illner - sowie die meisten Medienschaffenden (also auch Männer) - in die öffentliche Medienlandschaft zu bringen?
Ich weiß daß Maurice in etablierten Sendungen die fortschrittliche Ökonomie bestens vertrat. Doch da gibt es den sonntäglichen Presseclub der genau den Mainstream pflegt und jeder, der argumentativ wirkt, muß damit rechnen von z.B. Schönenborn getäuscht und abgewürgt zu werden, obwohl seine Aufgabe wäre aufklärend zu wirken!!
Völlig gerechtfertigter rant!
Bei dem Part mit den „unfairen künstlichen Währungsabwertungen“ musste ich auch laut lachen. Jahrzehntelang hat Deutschland nichts anderes gemacht als künstlich seine Währung abzuwerten und die anderen europäischen Länder unter den Bus zu werfen. Alleine die Tatsache, dass Deutschland auch nach diesen „unfairen Abwertungen des Auslands“ immer noch mehr als 200 Milliarden Euro Exportüberschüsse hat, sollte jeden halbwegs gebildeten Menschen zum Schweigen bringen. Das ist ja der Beleg, dass man immer noch Profiteur und nicht Opfer ist. Aber in der Welt von Friedrich Merz kommt ein hoher Überschuss wahrscheinlich dadurch zustande, dass man produktiver und fleißiger ist als die anderen. Die Ahnungslosigkeit der mächtigsten Menschen in diesem Land inkl. derer, die sie beraten, ist die wirklich gruselig. Und wenn Friedrich Merz überrascht ist, dass eine Kommission noch neoliberalere Vorschläge macht als er es sich je erträumt hätte, dann weiß man wirklich über die ökonomische Kompetenz in diesem Land Bescheid.
wirklich :(
Danke für die wieder einmal brilliant pointierte Analyse. Habe kurz bei M. Illner reingezappt. Die Kids dann forderten aber was anderes. Und: ehrlich gesagt ermüden mich diese Talk-Formate. Sehe aber auch, wie wenig da die SPD-Basis konsistent auf die Themen drängt, die eigentlich Verantwortung auch für den abtauenden Schnee von gestern einfordern. Auch im (bezahlbaren) Wohnungsbau: wie da durch die Agenda 2010 schon 2005 noch vor der Subprime 2007/08 Objekt- zu Subjektförderung umformatiert wurde (Sara Schulte, Dezernat Zukunft) und das vielen Vermietern heute zu leichtem Einkommen mit dem Staat als Zwischenhändler, der das alles verbucht unter steigenden Sozialkosten verhilft. Und das Zerbrechen der Exportwirtschaft, das letztlich nicht zu makroökonomischen Stärkungen der Binnenwirtschaft, sondern zu Verantwortungsgeschubse nach unten führt. Und so weiter und so fort. Anyway: schönes WE nach MG aus D.
Danke an Maurice für diese, wie immer, präzise Analyse. Mehr war wohl bei diesem Paket nicht drin und diese Erkenntnis muss jeden erschrecken, der halbwegs klar denken kann. War aber unter Merkel auch nicht viel anders, wurde nur durch eine andere Wirtschaftslage überdeckt. Und solche Sendungen wie Illner und Co. ohne Nährwert schaue ich mir nicht an, das regt mich auf und verkürzt meine Lebenszeit. Danke an Maurice, dass er sich das antut und auf die Mängel hinweist.
Vielen Dank Maurice👍
Ich habe mir das Interview nur tw angeschaut, es war für mich schwer erträglich.
Und hatte im Prinzip die gleichen Kritikpunkte wie hier aufgeführt.
Was Illner da macht ist mE exemplarisch & typisch leider auch gerade für den ÖRR.
Es wird gefragt aus einer Perspektive des Rechtskonservatismus, neoliberal bis - ja auch - libertär. Das drückt sich nicht nur darin aus, wie und was gefragt wird, sondern auch in impliziert und oft sogar explizit geäußerten politischen Meinungen, typisch zb die Aussage dabei, dass die "Reformen" jetzt "nötig" seien, "schmerzhaft" sein müssten, der Sozialstaat "nicht mehr finanzierbar" sei etc. (so geäußert oft auch entgegen den "harten Fakten", s. dazu Maurice seine Statistiken)
Ebenso hat Illner in der Vergangenheit öfter klar geäußert, dass sie gegen eine Migration nach Deutschland sei (so sagte sie zb, dass die höchstwahrscheinlich sogar Verfassungsrangswidrige, jedenfalls mit EU-Gesetzen nicht vereinbare Dobrindtsche Migrationspolitik Jahre früher hätte erfolgen müssen (die "Schließung" der Grenzen))
Ähnlich werden weitere wahrscheinlich GG-widrige Gesetze idR dies bzgl völlig kritiklos in den Shows zb von Lanz & Illner (auch in der ARD, Maischberger, HaF) behandelt, wie zb das neue "Gebäudemodernisierungs-Gesetz" (bzgl Einhaltung der Klimaziele, und deren faktischen Nicht Machbarkeit, zB der "Bio-Treppe), die Grundsicherung (bzgl zB den mutmaßlich verfassungswidrigen "Total Sanktionen")
Außenpolitisch wird zudem die Haltung der deutschen Regierung zB zu den (gemäß über 80% der internationalen Experten) mutmaßlichen Genozid in Gaza, aber auch den klaren Völkerrechtsbrüchen von Trump (Entführung Maduros, Blockade von Venezuela & Kuba, 2 Angriffskriege (mit, und auf Drängen von Netanjahu) gegen den Iran) dies, also deren Völkerrechtsbruch, nicht, oder nur am Rande thematisiert, bzw als solches deklariert!
Diese Liste ließe sich weiter fortsetzen..
Wirtschaftlich gesehen hat diese Apeasment Politik gegenüber Trump, genauso wie zuvor gegenüber Putin, ja auch zu massiven Wirtschaftskrisen, in D & der EU, gar weltweit, geführt. So hätte uU eine klare und deutliche Sprache zu den Völkerrechtsbrüchen Trumps, gerade nach dem 1. Iran Angriff, vllt auch bzgl Gaza, aber auch bzgl Venezuela etc., Trump von diesem Pfad abbringen können.
Viele Analysten sprachen beim jüngsten, aktuellen Angriff auf den Iran von einem Venezuela 2.0, also aus Trumps Sicht,.. also dass dieser dachte, das könne genauso reibungslos und "erfolgreich" ablaufen.
Wenn halt international, zb die EU und hier Merz, Wadephul, nicht widersprechen, keinerlei Widerstand liefern, gegen eine Kette sich zudem verschärfender Völkerrechtsbrüche, incl von Kriegsverbrechen, so ist es unausweichlich, dass die internationale Rechtsordnung Stück für Stück aufgelöst wird, und sich dies, natürlich, auch wirtschaftlich massiv negativ hier bei uns auswirkt.
Diese Wirtschaftseinbrüche, also zumindest international gesehen als Folge einer falschen Außenpolitik, werden dann zum Anlass genommen, den Lieblingssündenbock der Neoliberalen/Libertären anzugehen:
Den Arbeiter & Angestellten, den Lohnabhängigen (lt. Merz: "zu faul", "Blaumacher" etc.), die Migranten (s. Merz: "Stadtbild", Zahnärzte etc), die Arbeitslosen.
Bei letzteren wird ein parasitäres Verhalten auf Kosten der "hart arbeitenden" Mehrheit unterstellt .. wobei allerdings auf 1 offene Stelle akt. ca 4 Arbeitslose kommen, und auf 1 konkretes Arbeitsplatz Gesuch/Angebot ca. 18 Arbeitslose.., das Ganze ist daher kein individuelles, sondern ein strukturelles Problem!
Aktuell verbreiten dagegen die Schwarz / "Rote" Regierung, und "Journalisten" a la Illner dies bzgl das Narrativ der individuellen Schuld der Arbeitslosen.
Das ist so, als wenn man zb in Berlin die meist völlig chancenlosen Wohnungssuchenden für einen überteuerten und zu kleinen Wohnungsmarkt verantwortlich machen würde .., absurd!
Gleichzeitig werden Reiche, Betriebe und Vermögende entlastet!
Nicht nur finanziell, sondern auch regulartorisch ("Bürokratieabbau").. es gilt dort der "Vertrauensvorschuss" (absurd, bei jährlich ca. 100Mrd€ Steuerbetrug dort), hingegen dazu wird am unteren Rand der Gesellschaft ganz das Gegenteil praktiziert:
Misstrauen, vermehrte Kontrolle und Kürzungen von Sozialleistungen (s. Grundsicherung, Pflicht zum Attest bei Krankheit, Streichung von Wohngeld & Krankenkassen Leistungen..)
Die oft von rechter Seite angeprangerte "Gängelung" durch den Staat wird also hier gegenüber den sozial Schwachen zum Prinzip erhoben... ein medialer Aufschrei dagegen? Fehlanzeige!
Demokratie-ethisch ist es zudem der Gipfel der Anmaßung, dass die unlängst in einem Volksentscheid in Berlin beschlossene Enteignung großer Wohnungskonzerne bundesweit komplett verboten werden sollen!
Was für eine Anmaßung einer Regierungstruppe, die aktuell gerade mal ca. ⅓ (34,6%) der Wähler repräsentiert und einen historischen Tiefstand in ihren Zustimmungswerten hat!
https://dawum.de/Bundestag/
Alles in allem wird diese politische Ausrichtung der ÖR (jedenfalls derer Leit-Formate) und der dt Regierung die Probleme der wirtschaftlichen Stagnation (s. gerade dazu Maurice und seine Analysen) nicht beheben, sondern verstärken (zb durch massiven Entzug von liquiden Geld, dadurch - > Einbruch der Nachfrage) und, zusammen mit dem Rollback in der Sozial-Politik, den allgemeinen Druck auf jeden Erwerbstätigen (wie auch Arbeitslosen) massiv verstärken und damit die gesellschaftliche Krise nur verstärken!
Vor allem diese eigentliche(!) Triebfeder für den Aufstieg des Rechtsextremismus (AfD) wird so weiter gespannt, denn deren Wähler haben eben genau davor, vor sozialem & wirtschaftlichem Abstieg & Statusverlust am meisten Angst, und wählen überwiegend deshalb, nicht wegen der (zudem drastisch zurück gehenden Migration) diese Rechtsextremisten.
Denkt man dies alles zu Ende, ist eine zukünftige Rechtsradikale - Libertäre Regierung in Deutschland unausweichlich..., sofern nicht ein radikaler Kurswechsel hin zu einer solidarischen Gesellschaft stattfinden wird. (dafür fehlen aber objektiv die gesellschaftlich organisierten Akteure, wie auch eine dafür notwendige aufklärerische Medienlandschaft)
Einen erheblichen Anteil an dieser Entwicklung haben jetzt schon gerade ARD & ZDF, die ja auch in Form von Lanz, Illner und anderen, diese auch libertären und migrationsfeindlichen Narrative der Rechtsextremen des öfteren teilen, oder diese zumindest befeuern!
Was mich an dem Ding mit der Krankschreibung am meisten ärgert ist ja nicht mal die Sache an sich (für viele Leute ist das eh schon Realität), sondern die Verortung in einem Wirtschaftspaket. Das Problem der deutschen Wirtschaft scheint ja mehr oder weniger zu sein dass wir Sachen bauen, die im Ausland keiner haben will, zu Preisen, die im Inland keiner zahlen kann. Da drauf zu schauen und zu sagen "das wird bestimmt besser, wenn alle am ersten Krankheitstag zum Arzt müssen" ist eher weltfremd (und ausserdem natürlich unverschämt, wie jedesmal, wenn der Kanzler sein Volk mustert und gequält nuschelt "ihr lügt doch alle und seid einfach nur zu faul"). Und als Teil desselben Pakets Vergesellschaftung zu verbieten (Geht das überhaupt? Ist die nicht eigentlich im Grundgesetz geregelt?) ist ja ein direkter Eingriff in den Berliner Wahlkampf, und auch nicht so richtig okay.
Maurice, wurdest du eigentlich schonmal zu Lanz eingeladen? Der bräuchte auch mal Nachhilfe, was so manchen volkswirtschaftlichen Zusammenhang angeht...
Ich warte noch...
Es war ein Trauerspiel!
"WEN ZUR HÖLLE INTERESSIERT, OB MERZ UND KLINGBEIL SICH BEI DEN VERHANDLUNGEN ANBRÜLLEN ODER KUSCHELN?" - Spricht mir aus der Seele - ich hab schon bei der Ampel nicht gerafft, warum sich alle über die Differenzen/Streits echauffiert haben. (Und ja, man muss das Zerbrechen der Ampel davon sauber trennen.)
Ansonsten: Schwierige Kiste gerade, die SPDbt redet zu viel schön, was da verabschiedet wurde. Die müssen dringend mal aus dem Modus raus, dass Kompromissfindung heißt, alle Outcomes über den roten Klee zu loben. (Ist aber schwierig; scheint in allen PR-Ratgebern genau so drinzustehen.)
Vielen Dank. Hab schon damit gehadert, ob ich mir das Interview betreut (über eine Reaction) anschaue. Jetzt weiß wenigstens schon, auf wie viel heiße und, sagen wir, verbrauchte Luft ich mich da einstellen muss. Falls ich mir das wirklich noch antue.
Es ist wahrlich erschreckend zu sehen, wie der sichtbarste Teil der vierten Gewalt immer wieder und wieder und wieder versagt. Und wieder versagt. Und wieder versagt.
Sehr interessanter Artikel. Mich beschäftigt weniger, wer sich in den Verhandlungen durchgesetzt hat, sondern ob die beschlossenen Reformen den wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen Deutschlands überhaupt gerecht werden. Gerade deshalb wären kritische Nachfragen zu ihren langfristigen Auswirkungen so wichtig gewesen. Der Kanzler hätte sich den unbequemen Fragen stellen müssen. Denn wenn sich an den zentralen Problemen nichts ändert, muss man sich zwangsläufig fragen, wohin sich der Wirtschaftsstandort Deutschland und damit auch Europa langfristig entwickelt.
Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk, von uns Bürgern mit gut 8 Milliarden ausgestattet, Politik nicht kritisch begleitet, ist unerträglich. Für das Geld bekommen wir Herrschaftssprache, Falschinformationen (z.B. ein niedriger Quartalsgewinn bei VW wird als Verlust beschrieben) und Interviews, die harmloser nicht sein können. Faktenbasierte Infos kriegt man jetzt zum Glück auf Substack, aber dessen Reichweite reicht leider nicht an den des ÖRR heran.
Wenn man mal davon ausgeht, dass die Fragen aus Sicht von Herrn Merz sogar die Richtigen waren, ist noch fataler, dass er nicht mal diese faktisch richtig beantworten kann. Wie soll er dann die wirklich wichtigen/richtigen Fragen beantworten (können)? - Wenn man eine Antwort möchte, bei der die Fragen egal sind, muss man Frau Weidel einladen. Heißt wir brauchen dringend standhafte Journalisten, die die richtigen Fragen stellen und Politiker mit Rückgrat, die diese auch richtig und ehrlich beantworten können und wollen. Wie wäre es mit dem Duo Höfgen - Habeck?