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Avatar von Seydi

1. Tank Rabatt unterstützt die Reichen, aber nur minimal im Verhältnis gesehen. Wir gehen von einem Delta aus welches aus der Differenz von Einkommen pro Monat und Ausgaben pro Monat besteht. Wir haben zwei Familien. Eine mit 10000€ nach dieser Differenz (heisst 10000€ Überschuss) und eine nur mit 500€ Überschuss pro Monat. Wenn jetzt der Spritpreis steigt, zahlst du für nen 50L Tank 25€ mehr pro Tank (gehe jz von 50L als Volltank aus). Das sind dann also 25/500€ bei der zweiten Familie und 25/10000€ bei der anderen. Will sagen, den Reichen juckts nicht ob er 25€ mehr oder weniger zahlt. Es belastet also ärmere Einkommen deutlich mehr. Stell dir vor du holst dir nen Döner für 7€ und auf einmal kostet er 7,20€ aber trotzdem holst du ihn noch genauso oft wie davor. Ja und genauso fühlt sich der Wohlhabende an der Tankstelle. Es ist ihm einfach egal.

2. es ist taktisch unklug von links und grün, dass sie im Endeffekt den Geldbeutel ihrer eigenen Wählerschaft kürzen, um das Klima zu retten. Zunächst einmal wird man um den Klimawandel zu retten zunächst einmal an anderen Schrauben drehen müssen und um sowas entscheiden zu können, musst du die Stimmen der Wähler und Wählerinnen für dich generieren. Das tust du nicht, indem du die Menschen, die akut von so einem Tankrabatt betroffen sind, noch weiter belastest, weil nämlich diese Menschen einen Großteil der Wählerschaft in Deutschland ausmachen, heißt nicht, dass man jetzt komplett auf das Klima scheißen soll. Aber man sollte etwas taktischer Vorgehen und längerfristiger denken in der Hinsicht ob mit meinen Entscheidungen diese langfristigen Ziele irgendwie gefährdet werden könnten und man sollte vielleicht an anderen Schrauben drehen, um für Klimaschutz Politik zu machen, weil ein vorübergehender Tankrabatt wird kein großer Faktor sein für zusätzliche Emissionen. Es wäre wichtiger, dass Deutschland hinsichtlich Energie komplett klimaneutral wird. Dies verursacht den Großteil der Emissionen.

Wenns was zu kritisieren gibt dann raus damit.

Avatar von Ludwig Baro

Bravo Maurice👍

Ich stimme jedem Wort zu 100% zu und finde es vor allem bewerkenswert & mutig, dass hier eine eigene, mE eben auch schlüssige Position erarbeitet und kommuniziert wurde, die ja leider quer zu allen (!) politischen Statements der entsprechenden Parteien liegt!

Besonders heraus heben möchte ich auch den von Maurice vertreten Ansatz, dass sich die potentielle Zustimmung des Wähler zu dieser rechtsextremen Partei (AfD) sich demnach nicht - primär, oder ausschließlich - über das Thema Migration herleiten lasse, sondern allgemein über ein Gefühl von Bedrohung des (wirtschaftlichen) Status Verlustes, bzw dessen tatsächlichen Bedrohung und Herabsetzen durch erhöhte finanzielle, zudem grundsätzlich einseitige Belastungen.

Ich hoffe ich habe diesen Aspekt als Teil von Maurice seiner Argumentation richtig verstanden, und würde mir wünschen, sofern ich mich da nicht irre, wenn deutlicher darauf verwiesen würde, dass gerade die aktuelle Schwarz-rote Politik, da überwiegend eine finanzielle Mehrbelastung der unteren (mE mind. von 50%) Bevölkerungsschichten, zu einem weiteren Erstarken der Rechtsextremen führen wird.

Dies gleichwohl vieler dieser Maßnahmen (s. zb. Grundsicherung) gerade auch von der sozialdarwinstischen AfD so zuvor gefordert wurden.

mE ist dies auch das Hauptkennzeichen dieser Partei, der Sozialdarwinismus, gepaart mit völkisch-rassistischen Elementen.

Ich würde mir wünschen, dass auf den o. g. Hauptaspekt dieser Partei deutlich mehr eingegangen würde, also auch deren Gegenentwurf zu Solidarität, woraus dann gerade ja auch das libertäre dieser Partei hervorgeht.

Leider hat die AfD kein Monopol mehr auf diese Ideologie, FDP (schon lange) und UNION & SPD folgen dem nun auch schon seit langem...

Irre ich mich, oder sehen Sie, Maurice, dies nicht auch ganz ähnlich?

MfG Ludwig

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