14 Kommentare
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Avatar von Thomas Müller

Wer hätte das ahnen können? Gas-Kathi als Wirtschaftsministerin und Merz der BlackRock-Kanzler.

Wo sollen wir in 10 Jahren mit den mehr als 100 Mio. Klimaflüchtlingen hin? Aber vermutlich hat dann BlackRock eine private Armee, die sich um die "kümmert".

Irgendwann werden auch BlackRock Manager merken, dass man Geld nicht essen kann.

Avatar von KontraKapital

Was hältst du denn allgemein von Emissionshandel? Ich finde, dass der nichts bringt und nur eine neoliberale Strategie ist, um Klimapolitik hinauszögern.

Avatar von Maurice Höfgen

Bin eher für eine Co2-Steuer und halte öffentliche Investitionen und Förderungen für wichtiger. Aber: den Handel einfach zu sabotieren oder gar abzuschaffen, ist auf jeden Fall Rückschritt

Avatar von Ninja Eule

Besser als nichts ist der Emmissionenhandel auf jeden Fall und wenn da nicht so viel getrickst werden würde ist die Idee ganz gut. Externalitäten werden eingepreist und somit auf den Erzeuger dieser umgelegt, der hat dann natürlich ein Interesse diese zu vermeiden in dem er zum Beispiel statt mit Kohle lieber mit Solar Strom zu erzeugen. So kann auch ein Unternehmen gegen das andere konkurrieren. Der jenige mit mehr Solarpaneln hat nicht nur niedriger Kosten sondern kann mitunter auch Zertifikat die er nicht benötigt an andere Unternehmen verkaufen. Da die Zertifikate mit der Zeit immer knapper werden, macht es Sinn vorausschauend zu plannen. Das in der EU trotz Wirtschaftswachsum die Emmissionen gefallen sind ist durchaus auch dem Emmissionshandel zu verdanken. Das Problem ist hauptsächlich die Ganze Trckserei. Wenn RWE zum Beispiel Lobbismus betreibt damit die deutlich mehr Zertifikat bekommen als Sie eigentlich benötigen dann können die Ihr KKW noch lange nachdem es eigentlich nicht mehr wirtschaftlich ist betreiben. Entscheiden sie sich doch dafür das Kraftwerk dicht zu machen, weil sich mit Solar und Wind mehr Geld machen lässt dann haben die plötzlich ganz viele Zertifikate übrig. Entweder sie verkaufen Sie sofort und treiben den Preis in Keller, warten auf höhere Preise bis sie verkaufen oder verkaufen so langsam das Sie den Markt nicht zu sehr beeinflussen.

Avatar von KontraKapital

Dass Argument "besser als nichts" finde ich traurig. Warum haben wir es zugelassen in einer Gesellschaft zu leben, in der immer nur das geringste Übel möglich ist?

Avatar von Ninja Eule

Ist halt Politik. Wenn man eine Gruppe hat die massiv Lobbyismus betreibt um Klimaschutz zu verhindern und Parteien da aufspringen und das zu einem politischen Problem gemacht haben, dann muss man leider Kompromisse eingehen wenn man nicht die Mehrheit hat. Es ist jedoch bemerkenswert das wir damit und dem EEG es geschaft haben Wirtschaftswachstum und CO2 Emissionen zu entkoppeln. Das war nämlich Langezeit ein Hindernis. Warum solle Land X auf ihr Wirtschaftswachstum verzichten um das Klima zu retten, wenn Land Y es nicht macht? So hätten wir China nie zum Klimaschutz bewegen können, ganz zu schweige von den anderen Entwicklungsländern. Stattdessen haben die und weitere andere Länder das EEG kopiert, nach dem sich zeigte das Wirtschaftswachstum und CO2 Emissionen nicht untrennbar miteinander verbunden ist. Billige Solarpanels und Windturbinen haben schließlich dazu geführt das selbst der Trittbrettfahrer USA massiv in EE investiert hat. Selbst das konservative Texas hat mittlerweile genau so wenn nicht sogar mehr EE als Kalifornien. Das kann man durchaus mal feiern, denn es geht mittlerweile nicht mehr darum überhaupt die Emissionen zu senken sondern um das Tempo. Und wenn unsere Industrie wie beim Verbrennen sagt da machen wir nicht mit, dann entwickelt halt wieder jemand anderes die Lösungen.

Avatar von Gerold Winz

Frau Grimm warnt vor einer Haushaltskrise. Herr Merz attackiert den Emisionshandel und der Artikel:

Klimaschutzprogramm: Bundesregierung schreibt langfristig drastische CO2-Reduktion ins Gesetz. Das geplante Klimaschutzprogramm der Bundesregierung (KSP 2026) verpflichtet die zukünftigen Regierungen bis 2040 zu deutlich größeren Emissionsreduktionen als derzeit geplant. Im Entwurf des KSP werden erstmals für die Jahre 2031 bis 2040 die Obergrenzen für Treibhausgase in den einzelnen Sektoren wie Energie, Industrie, Gebäude und Verkehr festgelegt.

Quelle: https://table.media/berlin/news/klimaschutzprogramm-bundesregierung-schreibt-langfristig-drastische-co2-reduktion-ins-gesetz

Scheint als ob die aktuelle Regierung nicht mit einer Wiederwahl in 2029 rechnet - also kann man sich jetzt noch mal so richtig austoben.

Avatar von Syd Go

Als Mitarbeiterin in der chemischen Industrie kann ich nur sagen:

Ja, autsch, kurzfristig tut es meinen Kolleginnen und mir weh, wenn etwas dem Unternehmen weh tut - merken wir aktuell sehr. Aber für‘s Klima fühlt sich dieser Schmerz wenigstens sinnvoll an, das ist es wert, denn wir leben nun mal alle gemeinsam auf diesem Planeten, auf dem unsere hoch-industrialisierte kapitalistische Lebensart immer mehr Lebensräume für Tiere, Pflanzen und ja, auch Menschen zerstört.

Was ist denn mit langfristigem Denken, Herr Merz und Frau Reiche und all die vielen Lobby-Heinis??!!! Es ist zum Schreien und Wegrennen - aber wohin? 😵

Avatar von Ninja Eule

Besonders wird wenn wir es nicht tun einfach jemand anderes machen und dann haben wir die nächste Zukunftstechnologien verschlafen oder sabortiert wie es bei E-Autos und Solarpanels der Fall war. Klar das Öl lässt sich momentan noch nicht mit E-Fuels oder anderen synthetischen Kraftstoffen ersetzen, aber wer ist denn besser geeignet als die chemische Industrie diese Marktreif zu machen? Gas lässt sich mittlererweile durch Wärmepumpen ersetzen vorausgesetzt der Prozess benötigt nicht all zu hohe Temperaturen, aber da wird es sich auch eine Lösung finden lassen. Ob das eine Wärmepumpen Kette ist, oder man die dafür benötigte Energie dann per Induktion oder Lasern hinzufügt kann ich zwar nicht sagen. Aber das wird wahrscheinlich von der Anwendung abhängig sein.

Avatar von Marielus

Merz ist ein Lügner. Die Preise werden weiter steigen. Er will nur seine Macht erhalten. Alles andere ist ihm scheißegal. Wacht endlich auf.

Avatar von J. Ruben

Danke für diese Einordnung.

Besonders dieser Punkt trifft: Die Lobby war für den Emissionshandel, solange er Verbote verhindert hat. Und jetzt, wo er tatsächlich wirken könnte, ist er plötzlich „Planwirtschaft".

Das ist kein Zufall. Das ist Strategie.

Und du hast recht: Wer jetzt den Emissionshandel aufweicht, bestraft genau die Unternehmen, die bereits investiert haben. Und das ist das Gegenteil von Planungssicherheit.

Die Frage ist nur: Wie durchbrechen wir diesen Kreislauf, in dem Klimapolitik immer dann zurückgenommen wird, wenn sie konkret werden soll?

Avatar von Tibor

Der Co2-Emmissionschart zeigt m.E. keine chaotische Preisentwicklung (da hat KKR noch zu viel mitzusprechen). Es zeigt eine klare 3. Phase im Marktzyklus: Distributionsphase. Das deckt sich auch mit diesen kruden Aussagen der Lobby. Sie wollen den Markdown (sog. Bärenmarkt) einfach aufschieben.

Das deutsche Kabinett passt da wie die Faust auf´s Auge. Wieder sehr gut analysiert von Maurice. Macht Spaß, zu lesen.

Avatar von Klaus-Peter Besserwiss

Eigtl. hatte Canada dieses Rad schon erfunden:

Auf 10 Jahre festgelegte "pollution tax" (CO2-Steuer), die vollständig (!) und ohne grosse Bürokratie an alle (!) zurückgezahlt wurde (bis Carney sie aus Polpulismus abgeschafft hat): Etwa 3000 Can$/Jahr für 4-köpfige Familie!

Vorteile: langfristige Planbarkeit.

Gerechte Auszahlung (wer viel verbraucht zahlt mehr als er zurückbekommt).

Geringe Verwaltungskosten.

Keine komplizierten Einzelverbote ("technologieoffen", aber der Physik folgend)! Daher weniger Angriffsfläche für die Fossillobbies!

Sofortige Lenkungswirkung: Wer in CO2 Sparen investieren kann, hat sofort Vorteile, wer kein Geld hat, hat keine Nachteile.

Nachteile: ich sehe keine.

Trotzdem hat natürlich die fossile Lobby ein Propagandadauerfeuer veranstaltet mit Lügen á la "kommunistische, ideologische Extrasteuer, die alles teurer macht".

Und durch sozialdemokratisches Einknicken (wie bei der spd in Deutschland) leider gewonnen.

Diese "pollution tax" Version hätten die Grünen durchziehen sollen.

Mit dem trojanischen Pony des Neoliberalismus (Lindner-fdp) und einem NICHT die Leitlinien der Politik bestimmenden Kanzler scholz war das aber nicht zu machen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Carbon_pricing_in_Canada

Avatar von Rena

Man sollte jetzt planen und Vorbereitungen treffen.