Alle reden über Kosten, keiner über Nachfrage. Dabei grassiert in Deutschland noch immer die Konsumkrise – und vernichtet Jobs, Wohlstand und Einkommen
Ich verstehe die ganze Zeit nicht, warum Mehrarbeit der Wirtschaft helfen soll, wo sie doch derzeit nicht sehr gefragt ist. Überall werden Menschen entlassen. Wenn das Problem angeblich die Arbeitsmoral ist, warum halten die Unternehmen ihre Arbeitskräfte nicht? Tatsächlich geht es wohl eher darum, die Arbeit noch billiger zu machen.
Hinzu kommt, dass laut IDW gerade die untersten Einkommensschichten seit 25 Jahren eigentlich keine Reallohnsteigerung erfahren haben. Das sind ja gerade die Menschen, die ihr Einkommen nahezu vollständig für den Konsum ausgeben.
Auch in der Autoindustrie ist ja gerade die Nachfrage das Problem. Wer am Markt vorbeiproduziert, bekommt eben Probleme. Da können sich Leute am Fließband die Hände wundarbeiten. Wenn die Produkte auf Halde auf Parkplätzen stehen, gibt es weder Umsatz noch Gewinne.
Man sieht in dieser Sparte, dass aktuell die ungeliebten E-Kleinwagen, die weniger Rendite abwerfen als die Luxus-Protzschlitten, bei Kunden heißbegehrt sind. Diese Autos werden aber in Spanien, Portugal oder Osteuropa produziert.
ich komme beruflich aus der Automobilbranche und kenne diese gigantischen Fixkostenblöcke der klassischen Volumenhersteller. Wenn die Autos auf Halde stehen, verbrennt das in Lichtgeschwindigkeit das gebundene Kapital. Das ist der Grund, warum ich als Investor einen Fokus auf echte Kapitaleffizienz und messbare Preissetzungsmacht lege. Einbrechende Nachfrage zerschießt Firmen mit mieser Kapitalverzinsung recht schnell.
Servus, super Analyse. Danke für den lesenswerten Arikel. Die 23% in der Gastro sollte ein Weckruf sein!
Ich komme als Ingenieur aus der sehr tiefen Unternehmensanalyse und schaue mir primär die Bilanzen einzelner Firmen an. Aber man darf Unternehmen nie alleine betrachten sondern muss alles immer im Kontext sehen. Dafür liefert dien Aritkel echten Mehrwert! Ein trockengelegter Markt zeigt die wirtschaftlichen Strukturen. (zumindest blicke ich durch diese sehr enge Bottom-Up-Brille auf die Zahlen). Ich suche bei meinen Investments immer gezielt nach echter Preissetzungsmacht und einem unüberwindbaren Burggraben. Bricht die Nachfrage auf breiter Front weg, kollabieren Firmen mit miesem ROIC augenblicklich.
Deine Artikel sind ein massiver Mehrwert für die deutsche Finanz-Szene. Richtig starke Arbeit.
Dies zeigt sicherlich keine gute Entwicklung, aber...
Maurice schrieb:
"rund 23 Prozent weniger Umsatz als 2019",
das bedeutet nicht gleich 23% weniger Gewinn.
Gerade in der Gastronomie sind in meiner Wahrnehmung (Zahlen dazu habe ich jetzt nicht) doch die Preise deutlich gestiegen.
Theoretisch gesehen, könnten mit höheren Preisen für das gleiche Produkt trotz sinkenden Umsatz, die Gewinne gleich bleiben,
Insofern eine entsprechend hohe Kostensteigerung diese Rechnung nicht zerstört.
Nun sind die Kosten natürlich auch in der Gastronomie gestiegen (zb Personal, Energie, wahrscheinlich auch Miete)... aber ohne da eine saubere Bilanz zu ziehen, ist die oben erwähnte Zahl von 23% zwar erschreckend hoch, sagt aber nicht unbedingt was aus zu den entsprechenden Gewinnen in der Branche❗
Als nächstes ist auch dies alleine als Indiz zu nehmen für eine bestehende Konjunkturkrise zu kurz gedacht, so könnte man dies auch - gemäß "Marktgesetzen" - den Rückgang des Umsatzes dort in Euro, eben mit den höheren Preisen erklären.
Theoretisch würden Haushalte, selbst dann wenn ihre Einkommen gleich blieben, wahrscheinlich seltener ins Restaurant gehen, wenn sie dort zb 50% höhere Preise hätten.
Geht der Konsument dann nur noch halb soviel dort Essen, so hätten wir unterm Strich dabei einen 25% Umsatzrückgang.
Ich möchte damit keinesfalls die Richtigkeit der Analysen von Maurice Höfgen anzweifeln (die treffen schon zu👍) nur die Aussagekraft dieser einzelnen Zahl und deren Höhe in der Bedeutung der Aspekte der Konsumkrise.
(ich weiß nicht wie man hier Texte nachträglich korrigieren kann 🙁) :
Wären (theoretisch) seit 2019 eben auch 23% der Betriebe in der Gastronomie "verschwunden", so hätte jeder einzelne Betrieb heute immer noch die gleichen Umsätze wie vor 6-7 Jahren.
Würden gleichzeitig auch die Menschen deshalb zu 23% weniger ins Restaurant gehen (weil eben in der Nähe keine Gastronomie mehr wäre), so hätte auch dies keine Aussage bzgl deren Fähigkeiten zu konsumieren❗
Wie gesagt, die Konsumkrise gibt es auch nach meiner Beobachtung, mir geht es nur um die Bedeutung dieser einen Zahl, die mE nicht 1:1 für Konsumkrise stehen kann.
Servus Ludwig, valider Punkt und berechtigter Einwand.
Du trennst hier völlig richtig zwischen reinem Umsatzvolumen und der tatsächlichen Profitabilität am Ende der Kette. (zumindest in der Theorie ist das ein Hebel). Wenn ein Betrieb die Preise anheben kann und die absolute Gewinnmarge trotz sinkender Kundenzahl stabil bleibt, beweist das Preissetzungsmacht. Das wäre dann genau jener strukturelle Burggraben, den wir als Investoren suchen.
In der stark fragmentierten Gastro mit ihren extrem starren Fixkosten für Pacht und Personal frisst ein massiver Volumenrückgang die Gewinne in der Praxis meistens trotzdem auf.
Die fehlende Masse lässt sich über den Preis am Ende nur schwer abfedern. Auch wenn sich die Preissteigerungen für uns im Restaurant oft ganz anderes anfühlen....
Genau deshalb ist für mich die Verzinsung des eingesetzten Kapitals so wichtig. Die reine Umsatzzeile auf dem Papier ist oft nur lautes Rauschen.
Danke mal wieder für den so wichtigen und wohltuenden Beitrag! Dass die Nachfrageseite von der Mainstreamökonomie (und natürlich auch von Politik ubd Medien) so beständig ignoriert oder besser geleugnet wird, kann einen irre machen. Die Gründe hierfür wären vielleicht einen eigenen Beitrag wert...
Super Analyse! Das frustrierende ist, dass es in Deutschland niemand schafft aus dieser Steilvorlage Politik zu machen! Warum ist es so schwer in Deutschland Politik zu machen, die Menschen zu Gute kommt und man das damit begründet, dass hohe Nachfrage und boomende Wirtschaft direkt zusammenhängen. Spanien hat es doch vorgemacht. Aktuell wird Mehrwertsteuer senken und Konjunkturprogramme immer nur mit „verschwenderischen Geschenken“ kaputtgeredet. Selbst von SPD und nicht einmal die Linke kann diese Punkte positionieren. Selbst die USA macht es jetzt vor wie linker Populismus bei Menschen verfangen kann. Ein Punkt fehlt mir in deiner Analyse noch. Der Wegbruch der Exportstrategie. Binnenwirtschaft wurde strukturell geschwächt und nun ist diese Welle eben abgeebbt.
Erschreckend, ich kann mir nicht vorstellen dass die Politik und Debatten in Deutschland so viel mehr zugefahren sind als in den USA, wo ein Mamdani beweist, dass es auch anders gehen kann...
Aber was ist da zynischer zu unterstellen? Das unsere Linke sich nicht traut die Neo-Liberalen "Fakten" (ganz nach dem Motto "das ist demographie und Mathematik") zu durchbrechen oder niemand auf die Idee kommt sowas auf Politischer Ebene zu vertreten...
Ich wünsche mir echt, dass dazu mal jemand etwas herausfinden könnte... Eine so starke Rechte, verfestigte Ideologie kann sich nur manifestiert, wenn wir das zugelassen haben.
Das politisch rechts-konservative Narrativ des sparsamen Staats, der überbordenden Bürokratie und der „Wirtschaft“ die einfach nur „entfesselt“ werden muss hat sich einfach viel zu stark in den Köpfen verfestigt weil viel zu lange in allen Diskussionen niemand widersprochen hat. Selbst in der Linken sehe ich niemand der wirtschaftliche Kompetenz und populäre Policy Ideen in die Diskussion bringen könnte.
Ich will vor allem auf die Frage hinaus, warum unsere Linke das nicht macht?
Bei CDU AFD und co ist Eigeninteresse und Lobbyismus denke ich das Problem. Macht für mich mehr Sinn als das diese Politiker wirklich zu sturr sind andere Sichtweisen zu hören und verstehen zu wollen.
Aber ausgerechnet die politische Linke trägt die selben neoliberalen Grundthesen mit, als im Kern nach anderen Antworten und Lösungen zu suchen. Ich glaube es wäre die Verantwortung einer stärkeren und selbstbewussten SPD wieder das soziale in einer sozialen Marktwirtschaft durchzubringen, auch wenn jeder dafür verantwortlich ist soetwas zu tragen. Danke an Maurice für seine Klasse Arbeit!
Was für eine treffende Analyse! Das eigentlich Erschreckende ist doch: In den ganzen Reform-Kommissionen der Regierung sitzen die absoluten Spitzenkräfte des Landes. Doch statt ganzheitlicher Lösungen liefern diese Experten Ergebnisse, die an Eindimensionalität kaum zu übertreffen sind. Es wird nur gekürzt, gedeckelt und gespart.
Wenn wir über die katastrophale PISA-Studie und die mangelnde Problemlösungskompetenz unserer Jugendlichen diskutieren, ergeben sich für mich hier schon Parallelen. Diese Expertenkommissionen verhalten sich exakt wie schlechte PISA-Schüler: Sie können zwar stur die Formeln des herrschenden Spar-Dogmas auswendig lernen und aufsagen, scheitern aber krachend an der logischen Verknüpfung im realen Leben.
Wer den Menschen das Geld aus der Tasche zieht und sich dann wundert, dass die Nachfrage weiter einbricht, hat die wirtschaftlichen Basiskompetenzen nicht verstanden. Note: Ungenügend.
Super Artikel. Das Problem ist, dass die Regierung VWL mit BWL verwechselt und Arbeitnehmer nur als Kostenfaktor sehen, nicht aber als Abnehmer der Güter und Konsumenten.
Zu fixiert auf den Außenhandelsüberschuss und wie man den erhält und weiter ausbaut. Daher auch die hohe Abhängigkeit von der Weltkonjunktur und die Unfähigkeit, aus sich heraus neue Impulse zu setzen.
Du bringst es treffend, präzise und verständlich auf den Punkt. Warum bist Du nicht Finanzminister?
Eigentlich genau der richtige Mensch dafür. Fachlich, um die Experten mitzunehmen, verständlich, um alle Musterfrauen- und Männer mitzunehmen und jung genug, um Deine Generation abzuholen.
Danke jedenfalls, zuweilen bringst Du ein Licht für mich alten weißen Mann in diese Welt.
"... sagen die, die im öffentlichen Diskurs STATTFINDEN."
Eben dort, öffentlich, medial, immer das übliche Gewäsch von "Reformen" (die idR einfach nur Sozialkürzungen sind👎), Wettbewerbsfähigkeit "wieder" herstellen (was idR eine weitere Umverteilung von Unten nach Oben ist) und von "Konsolidieren", "soliden Haushalten" etc. (was idR nur bedeutet, dadurch die Binnenkonjunktur zu schwächen und insgesamt damit die allermeisten Probleme nur auf die Zukunft zu verschieben, gerade bzgl Klimaschutz & Klimanpassung, aber auch ökonomisch gesehen..)
Andere Standpunkte, wie den von Maurice vertretenen, und zudem auch noch mit allerhand Fakten belegt, finden medial quasi nicht statt🙁👎
Nach der historischen Wahl in Sachsen-Anhalt wird jetzt weiter die gleiche mediale Leier durch gebetet: schnell her mit den "Reformen", dann gewinnen wir unsere Glaubwürdigkeit zurück❗
Was für ein Irrsinn 😵💫
Eine vorgeschlagene Strategie dabei:
Merz habe eh schon ausgedient, sei unrettbar unpopulär, dann sei er doch jetzt der richtige Mann (wie seinerzeit Schröder mit der "Agenda 2020") um die "notwendigen & schmerzhaften" Reformen schnell durchzusetzen....
Dann könne er abtreten und sein Nachfolger (wer? Wüst? Söder??) hätte dann bis zur nächsten BT Wahl genug Zeit, um "das Vertrauen" zurück zu gewinnen und so die UNION aus dem Tief phönixgleich zum nächstem Wahlsieger zu machen...... 🤔
Wer glaubt, dass das funktioniert, und so den Rechtsextremismus stoppen will, ist völlig durchgedreht😵💫 und hat den Bezug zur Realität, zur Bevölkerung völlig verloren❗
Wenn es stimmt, dass der Rechtsextremismus jetzt wieder in Deutschland (ähnlich wie vor 33) durch eine große ökonomische Krise, durch "Multikrisen", durch individuelle Existenzängste, durch Perspektivlosigkeit, durch eine stetige Verschlechterung der individuellen (nicht nur ökonomischen) Situation vieler Menschen getrieben wird (oder auch dies nur so empfunden wird) , ... dann werden diese "Reformen", zudem im ostentativen medialen Gleichklang eingefordert, das Land ökonomisch, politisch über die Klippe treiben☹️
Vorab, ich frage folgendes, ohne selbst dazu die Antwort zu kennen, und auch nicht, um jetzt EINE Partei als die bessere, beste darzustellen❗
In vielen Beiträgen wird hier behauptet (und geliket), dass die "politische Linke" (Frage: Wer soll das sein?) in Deutschland auch neoliberal sei, bzw nichts von Wirtschaft verstehe, und im speziellen erst Recht nicht den Standpunkt von Maurice teilen würden...
Maurice schrieb kritisierend:
"Alles müsse runter, alles weg, billiger werden, schlanker werden. Mehr Angebot, weniger Fesseln,..
..
fehlende Nachfrage. In Deutschland grassiert die Konsumkrise"
Mit seiner Kritik hat er da offensichtlich Recht👍
Aber, kurz gesagt, dass Programm der "Linken" würde, insofern es funktioniert, individuell deutlich mehr verfügbare Gelder für den Großteil der Menschen bewirken (zb. höherer Mindestlohn, massive allg. finanzielle Entlastungen bzgl der Einkommen), dabei gleichzeitig deren Ausgaben deutlich reduzieren (Mietendeckel, weniger Steuern & Abgaben, zb keine MWST auf Grundnahrungsmittel etc)
und damit schon einen massiven Konsumimpuls setzen❗
Dazu kämen massive staatliche Investitionen in die Binnenwirtschaft, bzw ein kompletter Umbau in eine vorwiegend lokaleren, bzw Deutschland - oder EU-weiten Kreislauf-Wirtschaft.. etc.
.. und nur weil die "Linke" wohl nicht die MMT teilt, ist sie mE nicht ökonomisch (völlig) inkompetent❗
(viele denken hier aber anscheinend so, nicht nur Hr. Flassbeck, der daraus ja ua herleitet, die CDSU müsse, solle mit der AfD im Bund koalieren 😵💫)
Auch sehe ich die MMT nicht als die ökonomische Bibel.., schon grundsätzlich.
Jetzt lesen viele hier wohl keine längeren Kommentare, wissen aber trotzdem scheinbar über alles Bescheid..., finde ich befremdlich.
Ich habe hier mal Zitate aus dem Programm der Partei "Die Linke" zusammengestellt, zum Thema Wirtschaft.
Gut finde ich schon mal grundsätzlich, dass Wirtschaft, deren Umbau dabei wohl immer im ökologischen Zusammenhang und dem Klimaschutz gesehen wird👍 ❗
Obwohl ich vermute, dass diese ökologische-ökonomische Sicht Maurice auch wichtig ist, so kommt es mE offensichtlich in seinen Analysen hier doch wirklich zu kurz❗
Also, wer will kann sich ja mal die Zitate hier von den Linken durchlesen.
Man könnte das ja auch parallel bei den "Grünen" machen.
Die SPD da zu analysieren, als vorgeblich linke Partei...
finde ich nicht erforderlich, da sie mE eindeutig seit längerem nicht mehr dazu gehört, vermutlich spätestens seit Schröders Agenda 2010, erst Recht jetzt unter Merz & Klingbeil & Bar👎✔️❗
Noch eins, wie gesagt ich teile nicht unbedingt die nachfolgenden Forderungen,... eines lehne ich da aber ganz grundsätzlich ab:
Das Deutschland, bzw die EU, angesichts der realen zunehmenden Bedrohung durch Putin nicht verstärkt in Rüstung investieren solle❗
Dieser Punkt ist mE naiv und weltfremd bei den "Linken" und Ideologie getrieben, statt Ergebnis einer neutralen Analyse.
Mit Diplomatie ist dieser Bedrohung nichts entgegen zu setzen, auch wenn es so schön & wünschenswert wäre, so ist es eben aber auch nicht mehr als dies: "Wunschdenken" 👎
Ansonsten liest sich das folgende Programm für mich als kein neoliberales.. oder etwa doch❓
`und dass die untere Einkommenshälfte von den Kosten der Transformation freigestellt wird.
..
Darum wollen wir die Produktion für den Binnenmarkt und die Herstellung nachhaltige Güter stärken.
..
Zentral ist der Umbau der Rüstungsindustrie in Richtung Friedensproduktion und die Weiterentwicklung der Automobilindustrie im Rahmen einer aufzubauenden Mobilitätsindustrie, für die der Staat durch Investitionen in die Verkehrswende die Nachfrage schaffen muss..
..
Wir wollen regionale Wirtschaftskreisläufe aufbauen und dadurch Transportemissionen reduzieren. Wir wollen, dass Produkte möglichst nah an dem Ort hergestellt werden, wo sie gebraucht werden. Damit werden Lieferketten kürzer, zuverlässiger und belasten weniger die Umwelt.
..
Wir fordern 200 Milliarden Euro für den Industrieumbau: Das Geld fließt in einen Investitionsfonds,...
..
Darüber hinaus wollen wir den Klima- und Transformationsfonds (KTF) ausbauen und jährlich mit 65 Milliarden Euro ausstatten:
..
Öffentliche Steuerung von Schlüsselbranchen durch die Gründung von Industriestiftungen und anderen öffentliche Beteiligungsformen neben dem Investitionsfonds. Finanziert durch den Bund, sollen gezielt Anteile an Unternehmen erworben werden, die eine Schlüsselrolle im Systemwechsel einnehmen.
..
Wirtschafts- und Transformationsräte: In den Regionen, die vom Strukturwandel betroffen sind, wollen wir Wirtschafts- und Transformationsräte einsetzen, die über Geld aus dem Klima- und Transformationsfonds verfügen und den Umbau vor Ort mitgestalten
..
Das Merit-Order-Prinzip [Strommarkt] in seiner gegenwärtigen Wirkungsweise lehnen wir ab.
..
Wir verbrauchen weltweit mehr Ressourcen, als unser Planet regenerieren kann. Der Ressourcenabbau stößt an seine natürlichen Grenzen
..
Unser Ziel ist eine Gesellschaft, die sparsam mit Ressourcen umgeht. Dafür braucht es ein Ressourcenschutzgesetz.
Starker Text. Vor allem der Gedanke, dass eine Nachfrageschwäche keinen spektakulären Moment hat, sondern sich aus Millionen kleiner Entscheidungen zusammensetzt, bleibt hängen. Die 30 Euro, die für den Einzelnen kaum auffallen und in Summe fehlenden Umsatz bedeuten, machen das sehr greifbar. Danke für die klare Einordnung!
Richtig richtig gut!! Danke für die klare Analyse. Habe gestern die Rede von Von der Leyen (mitunter auch zur wirtschaftlichen) Lage gehört. Es fielen auch nicht einmal die Worte „Nachfrage“ oder „Löhne“. Auch alle Journalisten beschreiben die Wirtschaft wie ein kraftstrotzendes Tier, dass man nur entfesseln muss, damit es wieder losrennt. Reden von „ankurbeln“, und verstehen gar nicht, wo gekurbelt werden muss.
Wenn ich das richtig verstehe, weiß die EZB, dass wir in einer Nachfragekrise sind und auch, dass die Inflation weitestgehend exogen ist (durch die Energiepreiskrise) möchte aber Zweitrundeneffekte bremsen und somit hohe Inflation über mehrere Jahre verhindern. Ihre Aufgabe ist ja Währungsstabilität und nicht, dass es uns allen gut geht. Und wenn die Prognosen sagen, dass die Inflation auf Dauer hoch bleibt, müssen sie den Leitzins erhöhen. Das ist zwar blöd und schlecht für uns alle, aber aus ihrer Sicht der richtige Schritt, oder?
Ich glaube sowohl Merz und auch ein Stück weit die EZB vergessen, dass die Wirtschaft vor allem Menschen sind, die ein Einkommen beziehen und deren Lebensstandard man erhöhen möchte und nicht nur Unternehmen und der Kapitalmarkt. Die Regierung möchte es den Unternehmen einfacher machen, wo es geht, damit es den Unternehmen gut geht und somit der Wirtschaft. Aber dass es schlussendlich immer Menschen sind, die von den Unternehmen kaufen, haben sie scheinbar vergessen.
Ich verstehe die ganze Zeit nicht, warum Mehrarbeit der Wirtschaft helfen soll, wo sie doch derzeit nicht sehr gefragt ist. Überall werden Menschen entlassen. Wenn das Problem angeblich die Arbeitsmoral ist, warum halten die Unternehmen ihre Arbeitskräfte nicht? Tatsächlich geht es wohl eher darum, die Arbeit noch billiger zu machen.
Hinzu kommt, dass laut IDW gerade die untersten Einkommensschichten seit 25 Jahren eigentlich keine Reallohnsteigerung erfahren haben. Das sind ja gerade die Menschen, die ihr Einkommen nahezu vollständig für den Konsum ausgeben.
Auch in der Autoindustrie ist ja gerade die Nachfrage das Problem. Wer am Markt vorbeiproduziert, bekommt eben Probleme. Da können sich Leute am Fließband die Hände wundarbeiten. Wenn die Produkte auf Halde auf Parkplätzen stehen, gibt es weder Umsatz noch Gewinne.
Man sieht in dieser Sparte, dass aktuell die ungeliebten E-Kleinwagen, die weniger Rendite abwerfen als die Luxus-Protzschlitten, bei Kunden heißbegehrt sind. Diese Autos werden aber in Spanien, Portugal oder Osteuropa produziert.
Servus Markus,
ich komme beruflich aus der Automobilbranche und kenne diese gigantischen Fixkostenblöcke der klassischen Volumenhersteller. Wenn die Autos auf Halde stehen, verbrennt das in Lichtgeschwindigkeit das gebundene Kapital. Das ist der Grund, warum ich als Investor einen Fokus auf echte Kapitaleffizienz und messbare Preissetzungsmacht lege. Einbrechende Nachfrage zerschießt Firmen mit mieser Kapitalverzinsung recht schnell.
Richtig guter Kommentar.
Flo ✌🏻
Servus, super Analyse. Danke für den lesenswerten Arikel. Die 23% in der Gastro sollte ein Weckruf sein!
Ich komme als Ingenieur aus der sehr tiefen Unternehmensanalyse und schaue mir primär die Bilanzen einzelner Firmen an. Aber man darf Unternehmen nie alleine betrachten sondern muss alles immer im Kontext sehen. Dafür liefert dien Aritkel echten Mehrwert! Ein trockengelegter Markt zeigt die wirtschaftlichen Strukturen. (zumindest blicke ich durch diese sehr enge Bottom-Up-Brille auf die Zahlen). Ich suche bei meinen Investments immer gezielt nach echter Preissetzungsmacht und einem unüberwindbaren Burggraben. Bricht die Nachfrage auf breiter Front weg, kollabieren Firmen mit miesem ROIC augenblicklich.
Deine Artikel sind ein massiver Mehrwert für die deutsche Finanz-Szene. Richtig starke Arbeit.
Danke
Flo ✌🏻
Danke dir!
@Flo
"Die 23% in der Gastro sollte ein Weckruf sein!"
Dies zeigt sicherlich keine gute Entwicklung, aber...
Maurice schrieb:
"rund 23 Prozent weniger Umsatz als 2019",
das bedeutet nicht gleich 23% weniger Gewinn.
Gerade in der Gastronomie sind in meiner Wahrnehmung (Zahlen dazu habe ich jetzt nicht) doch die Preise deutlich gestiegen.
Theoretisch gesehen, könnten mit höheren Preisen für das gleiche Produkt trotz sinkenden Umsatz, die Gewinne gleich bleiben,
Insofern eine entsprechend hohe Kostensteigerung diese Rechnung nicht zerstört.
Nun sind die Kosten natürlich auch in der Gastronomie gestiegen (zb Personal, Energie, wahrscheinlich auch Miete)... aber ohne da eine saubere Bilanz zu ziehen, ist die oben erwähnte Zahl von 23% zwar erschreckend hoch, sagt aber nicht unbedingt was aus zu den entsprechenden Gewinnen in der Branche❗
Als nächstes ist auch dies alleine als Indiz zu nehmen für eine bestehende Konjunkturkrise zu kurz gedacht, so könnte man dies auch - gemäß "Marktgesetzen" - den Rückgang des Umsatzes dort in Euro, eben mit den höheren Preisen erklären.
Theoretisch würden Haushalte, selbst dann wenn ihre Einkommen gleich blieben, wahrscheinlich seltener ins Restaurant gehen, wenn sie dort zb 50% höhere Preise hätten.
Geht der Konsument dann nur noch halb soviel dort Essen, so hätten wir unterm Strich dabei einen 25% Umsatzrückgang.
Ich möchte damit keinesfalls die Richtigkeit der Analysen von Maurice Höfgen anzweifeln (die treffen schon zu👍) nur die Aussagekraft dieser einzelnen Zahl und deren Höhe in der Bedeutung der Aspekte der Konsumkrise.
Einen Aspekt habe ich noch vergessen:
(ich weiß nicht wie man hier Texte nachträglich korrigieren kann 🙁) :
Wären (theoretisch) seit 2019 eben auch 23% der Betriebe in der Gastronomie "verschwunden", so hätte jeder einzelne Betrieb heute immer noch die gleichen Umsätze wie vor 6-7 Jahren.
Würden gleichzeitig auch die Menschen deshalb zu 23% weniger ins Restaurant gehen (weil eben in der Nähe keine Gastronomie mehr wäre), so hätte auch dies keine Aussage bzgl deren Fähigkeiten zu konsumieren❗
Wie gesagt, die Konsumkrise gibt es auch nach meiner Beobachtung, mir geht es nur um die Bedeutung dieser einen Zahl, die mE nicht 1:1 für Konsumkrise stehen kann.
Servus Ludwig, valider Punkt und berechtigter Einwand.
Du trennst hier völlig richtig zwischen reinem Umsatzvolumen und der tatsächlichen Profitabilität am Ende der Kette. (zumindest in der Theorie ist das ein Hebel). Wenn ein Betrieb die Preise anheben kann und die absolute Gewinnmarge trotz sinkender Kundenzahl stabil bleibt, beweist das Preissetzungsmacht. Das wäre dann genau jener strukturelle Burggraben, den wir als Investoren suchen.
In der stark fragmentierten Gastro mit ihren extrem starren Fixkosten für Pacht und Personal frisst ein massiver Volumenrückgang die Gewinne in der Praxis meistens trotzdem auf.
Die fehlende Masse lässt sich über den Preis am Ende nur schwer abfedern. Auch wenn sich die Preissteigerungen für uns im Restaurant oft ganz anderes anfühlen....
Genau deshalb ist für mich die Verzinsung des eingesetzten Kapitals so wichtig. Die reine Umsatzzeile auf dem Papier ist oft nur lautes Rauschen.
Danke mal wieder für den so wichtigen und wohltuenden Beitrag! Dass die Nachfrageseite von der Mainstreamökonomie (und natürlich auch von Politik ubd Medien) so beständig ignoriert oder besser geleugnet wird, kann einen irre machen. Die Gründe hierfür wären vielleicht einen eigenen Beitrag wert...
Super Analyse! Das frustrierende ist, dass es in Deutschland niemand schafft aus dieser Steilvorlage Politik zu machen! Warum ist es so schwer in Deutschland Politik zu machen, die Menschen zu Gute kommt und man das damit begründet, dass hohe Nachfrage und boomende Wirtschaft direkt zusammenhängen. Spanien hat es doch vorgemacht. Aktuell wird Mehrwertsteuer senken und Konjunkturprogramme immer nur mit „verschwenderischen Geschenken“ kaputtgeredet. Selbst von SPD und nicht einmal die Linke kann diese Punkte positionieren. Selbst die USA macht es jetzt vor wie linker Populismus bei Menschen verfangen kann. Ein Punkt fehlt mir in deiner Analyse noch. Der Wegbruch der Exportstrategie. Binnenwirtschaft wurde strukturell geschwächt und nun ist diese Welle eben abgeebbt.
Erschreckend, ich kann mir nicht vorstellen dass die Politik und Debatten in Deutschland so viel mehr zugefahren sind als in den USA, wo ein Mamdani beweist, dass es auch anders gehen kann...
Aber was ist da zynischer zu unterstellen? Das unsere Linke sich nicht traut die Neo-Liberalen "Fakten" (ganz nach dem Motto "das ist demographie und Mathematik") zu durchbrechen oder niemand auf die Idee kommt sowas auf Politischer Ebene zu vertreten...
Ich wünsche mir echt, dass dazu mal jemand etwas herausfinden könnte... Eine so starke Rechte, verfestigte Ideologie kann sich nur manifestiert, wenn wir das zugelassen haben.
Das politisch rechts-konservative Narrativ des sparsamen Staats, der überbordenden Bürokratie und der „Wirtschaft“ die einfach nur „entfesselt“ werden muss hat sich einfach viel zu stark in den Köpfen verfestigt weil viel zu lange in allen Diskussionen niemand widersprochen hat. Selbst in der Linken sehe ich niemand der wirtschaftliche Kompetenz und populäre Policy Ideen in die Diskussion bringen könnte.
Ich will vor allem auf die Frage hinaus, warum unsere Linke das nicht macht?
Bei CDU AFD und co ist Eigeninteresse und Lobbyismus denke ich das Problem. Macht für mich mehr Sinn als das diese Politiker wirklich zu sturr sind andere Sichtweisen zu hören und verstehen zu wollen.
Aber ausgerechnet die politische Linke trägt die selben neoliberalen Grundthesen mit, als im Kern nach anderen Antworten und Lösungen zu suchen. Ich glaube es wäre die Verantwortung einer stärkeren und selbstbewussten SPD wieder das soziale in einer sozialen Marktwirtschaft durchzubringen, auch wenn jeder dafür verantwortlich ist soetwas zu tragen. Danke an Maurice für seine Klasse Arbeit!
Was für eine treffende Analyse! Das eigentlich Erschreckende ist doch: In den ganzen Reform-Kommissionen der Regierung sitzen die absoluten Spitzenkräfte des Landes. Doch statt ganzheitlicher Lösungen liefern diese Experten Ergebnisse, die an Eindimensionalität kaum zu übertreffen sind. Es wird nur gekürzt, gedeckelt und gespart.
Wenn wir über die katastrophale PISA-Studie und die mangelnde Problemlösungskompetenz unserer Jugendlichen diskutieren, ergeben sich für mich hier schon Parallelen. Diese Expertenkommissionen verhalten sich exakt wie schlechte PISA-Schüler: Sie können zwar stur die Formeln des herrschenden Spar-Dogmas auswendig lernen und aufsagen, scheitern aber krachend an der logischen Verknüpfung im realen Leben.
Wer den Menschen das Geld aus der Tasche zieht und sich dann wundert, dass die Nachfrage weiter einbricht, hat die wirtschaftlichen Basiskompetenzen nicht verstanden. Note: Ungenügend.
Berechtigte Kritik an Experten-Kommissionen!
Super Artikel. Das Problem ist, dass die Regierung VWL mit BWL verwechselt und Arbeitnehmer nur als Kostenfaktor sehen, nicht aber als Abnehmer der Güter und Konsumenten.
Zu fixiert auf den Außenhandelsüberschuss und wie man den erhält und weiter ausbaut. Daher auch die hohe Abhängigkeit von der Weltkonjunktur und die Unfähigkeit, aus sich heraus neue Impulse zu setzen.
super Punkt
Du bringst es treffend, präzise und verständlich auf den Punkt. Warum bist Du nicht Finanzminister?
Eigentlich genau der richtige Mensch dafür. Fachlich, um die Experten mitzunehmen, verständlich, um alle Musterfrauen- und Männer mitzunehmen und jung genug, um Deine Generation abzuholen.
Danke jedenfalls, zuweilen bringst Du ein Licht für mich alten weißen Mann in diese Welt.
Klasse Kommentar! Vielen Dank!
Was sind den politischen Elfenbeintürmen gedacht wird frage ich mich schon länger! Die Partei Strategen, deren Auguren müssten längst etwas unternommen haben. Allein mir fehlt der Glaube vielleicht ist das eine Empfehlung: https://substack.com/@lichtbaumerkapital/note/c-336802824?r=7rc72o&utm_medium=ios&utm_source=notes-share-action
Meines Erachtens der zentrale Satz des Artikels:
"... sagen die, die im öffentlichen Diskurs STATTFINDEN."
Eben dort, öffentlich, medial, immer das übliche Gewäsch von "Reformen" (die idR einfach nur Sozialkürzungen sind👎), Wettbewerbsfähigkeit "wieder" herstellen (was idR eine weitere Umverteilung von Unten nach Oben ist) und von "Konsolidieren", "soliden Haushalten" etc. (was idR nur bedeutet, dadurch die Binnenkonjunktur zu schwächen und insgesamt damit die allermeisten Probleme nur auf die Zukunft zu verschieben, gerade bzgl Klimaschutz & Klimanpassung, aber auch ökonomisch gesehen..)
Andere Standpunkte, wie den von Maurice vertretenen, und zudem auch noch mit allerhand Fakten belegt, finden medial quasi nicht statt🙁👎
Nach der historischen Wahl in Sachsen-Anhalt wird jetzt weiter die gleiche mediale Leier durch gebetet: schnell her mit den "Reformen", dann gewinnen wir unsere Glaubwürdigkeit zurück❗
Was für ein Irrsinn 😵💫
Eine vorgeschlagene Strategie dabei:
Merz habe eh schon ausgedient, sei unrettbar unpopulär, dann sei er doch jetzt der richtige Mann (wie seinerzeit Schröder mit der "Agenda 2020") um die "notwendigen & schmerzhaften" Reformen schnell durchzusetzen....
Dann könne er abtreten und sein Nachfolger (wer? Wüst? Söder??) hätte dann bis zur nächsten BT Wahl genug Zeit, um "das Vertrauen" zurück zu gewinnen und so die UNION aus dem Tief phönixgleich zum nächstem Wahlsieger zu machen...... 🤔
Wer glaubt, dass das funktioniert, und so den Rechtsextremismus stoppen will, ist völlig durchgedreht😵💫 und hat den Bezug zur Realität, zur Bevölkerung völlig verloren❗
Wenn es stimmt, dass der Rechtsextremismus jetzt wieder in Deutschland (ähnlich wie vor 33) durch eine große ökonomische Krise, durch "Multikrisen", durch individuelle Existenzängste, durch Perspektivlosigkeit, durch eine stetige Verschlechterung der individuellen (nicht nur ökonomischen) Situation vieler Menschen getrieben wird (oder auch dies nur so empfunden wird) , ... dann werden diese "Reformen", zudem im ostentativen medialen Gleichklang eingefordert, das Land ökonomisch, politisch über die Klippe treiben☹️
Keiner redet über zinsen..
Das die EZB den Leitzins anhebt ist ein direkter Tritt gegen das Knie der Bundesregierung und die schweigt. Es ist wirklich krass.
ganz genau .. weil sie es nicht verstehen??
Vorab, ich frage folgendes, ohne selbst dazu die Antwort zu kennen, und auch nicht, um jetzt EINE Partei als die bessere, beste darzustellen❗
In vielen Beiträgen wird hier behauptet (und geliket), dass die "politische Linke" (Frage: Wer soll das sein?) in Deutschland auch neoliberal sei, bzw nichts von Wirtschaft verstehe, und im speziellen erst Recht nicht den Standpunkt von Maurice teilen würden...
Maurice schrieb kritisierend:
"Alles müsse runter, alles weg, billiger werden, schlanker werden. Mehr Angebot, weniger Fesseln,..
..
fehlende Nachfrage. In Deutschland grassiert die Konsumkrise"
Mit seiner Kritik hat er da offensichtlich Recht👍
Aber, kurz gesagt, dass Programm der "Linken" würde, insofern es funktioniert, individuell deutlich mehr verfügbare Gelder für den Großteil der Menschen bewirken (zb. höherer Mindestlohn, massive allg. finanzielle Entlastungen bzgl der Einkommen), dabei gleichzeitig deren Ausgaben deutlich reduzieren (Mietendeckel, weniger Steuern & Abgaben, zb keine MWST auf Grundnahrungsmittel etc)
und damit schon einen massiven Konsumimpuls setzen❗
Dazu kämen massive staatliche Investitionen in die Binnenwirtschaft, bzw ein kompletter Umbau in eine vorwiegend lokaleren, bzw Deutschland - oder EU-weiten Kreislauf-Wirtschaft.. etc.
.. und nur weil die "Linke" wohl nicht die MMT teilt, ist sie mE nicht ökonomisch (völlig) inkompetent❗
(viele denken hier aber anscheinend so, nicht nur Hr. Flassbeck, der daraus ja ua herleitet, die CDSU müsse, solle mit der AfD im Bund koalieren 😵💫)
Auch sehe ich die MMT nicht als die ökonomische Bibel.., schon grundsätzlich.
Jetzt lesen viele hier wohl keine längeren Kommentare, wissen aber trotzdem scheinbar über alles Bescheid..., finde ich befremdlich.
Ich habe hier mal Zitate aus dem Programm der Partei "Die Linke" zusammengestellt, zum Thema Wirtschaft.
Gut finde ich schon mal grundsätzlich, dass Wirtschaft, deren Umbau dabei wohl immer im ökologischen Zusammenhang und dem Klimaschutz gesehen wird👍 ❗
Obwohl ich vermute, dass diese ökologische-ökonomische Sicht Maurice auch wichtig ist, so kommt es mE offensichtlich in seinen Analysen hier doch wirklich zu kurz❗
Also, wer will kann sich ja mal die Zitate hier von den Linken durchlesen.
Man könnte das ja auch parallel bei den "Grünen" machen.
Die SPD da zu analysieren, als vorgeblich linke Partei...
finde ich nicht erforderlich, da sie mE eindeutig seit längerem nicht mehr dazu gehört, vermutlich spätestens seit Schröders Agenda 2010, erst Recht jetzt unter Merz & Klingbeil & Bar👎✔️❗
Noch eins, wie gesagt ich teile nicht unbedingt die nachfolgenden Forderungen,... eines lehne ich da aber ganz grundsätzlich ab:
Das Deutschland, bzw die EU, angesichts der realen zunehmenden Bedrohung durch Putin nicht verstärkt in Rüstung investieren solle❗
Dieser Punkt ist mE naiv und weltfremd bei den "Linken" und Ideologie getrieben, statt Ergebnis einer neutralen Analyse.
Mit Diplomatie ist dieser Bedrohung nichts entgegen zu setzen, auch wenn es so schön & wünschenswert wäre, so ist es eben aber auch nicht mehr als dies: "Wunschdenken" 👎
Ansonsten liest sich das folgende Programm für mich als kein neoliberales.. oder etwa doch❓
Wer will kann mich ja gerne aufklären❗
https://www.die-linke.de/bundestagswahl-2025/wahlprogramm/
`und dass die untere Einkommenshälfte von den Kosten der Transformation freigestellt wird.
..
Darum wollen wir die Produktion für den Binnenmarkt und die Herstellung nachhaltige Güter stärken.
..
Zentral ist der Umbau der Rüstungsindustrie in Richtung Friedensproduktion und die Weiterentwicklung der Automobilindustrie im Rahmen einer aufzubauenden Mobilitätsindustrie, für die der Staat durch Investitionen in die Verkehrswende die Nachfrage schaffen muss..
..
Wir wollen regionale Wirtschaftskreisläufe aufbauen und dadurch Transportemissionen reduzieren. Wir wollen, dass Produkte möglichst nah an dem Ort hergestellt werden, wo sie gebraucht werden. Damit werden Lieferketten kürzer, zuverlässiger und belasten weniger die Umwelt.
..
Wir fordern 200 Milliarden Euro für den Industrieumbau: Das Geld fließt in einen Investitionsfonds,...
..
Darüber hinaus wollen wir den Klima- und Transformationsfonds (KTF) ausbauen und jährlich mit 65 Milliarden Euro ausstatten:
..
Öffentliche Steuerung von Schlüsselbranchen durch die Gründung von Industriestiftungen und anderen öffentliche Beteiligungsformen neben dem Investitionsfonds. Finanziert durch den Bund, sollen gezielt Anteile an Unternehmen erworben werden, die eine Schlüsselrolle im Systemwechsel einnehmen.
..
Wirtschafts- und Transformationsräte: In den Regionen, die vom Strukturwandel betroffen sind, wollen wir Wirtschafts- und Transformationsräte einsetzen, die über Geld aus dem Klima- und Transformationsfonds verfügen und den Umbau vor Ort mitgestalten
..
Das Merit-Order-Prinzip [Strommarkt] in seiner gegenwärtigen Wirkungsweise lehnen wir ab.
..
Wir verbrauchen weltweit mehr Ressourcen, als unser Planet regenerieren kann. Der Ressourcenabbau stößt an seine natürlichen Grenzen
..
Unser Ziel ist eine Gesellschaft, die sparsam mit Ressourcen umgeht. Dafür braucht es ein Ressourcenschutzgesetz.
..
Mehr Kreislaufwirtschaft, weniger Abfälle"
https://www.die-linke.de/bundestagswahl-2025/kurzwahlprogramm/
"Den unsozialen CO2 -Preis fürs Tanken und Heizen lehnen wir ab. Wir fordern eine umfassende Unterstützung beim Heizungsumbau
..
Der Spitzensteuersatz soll auf 53 Prozent steigen, Superreiche zahlen 75 Prozent Reichensteuer.
Wiedereinführung der Vermögensteuer für Millionäre und Milliardäre
..
Für den Klimaschutz sollen die größten Klimasünder bezahlen: Reiche und Konzerne.
..
Wir wollen eine Krankenversicherung, in die alle einzahlen. Dadurch sinkt der Beitrag von 17,1 auf etwa 13,3 Prozent."
Starker Text. Vor allem der Gedanke, dass eine Nachfrageschwäche keinen spektakulären Moment hat, sondern sich aus Millionen kleiner Entscheidungen zusammensetzt, bleibt hängen. Die 30 Euro, die für den Einzelnen kaum auffallen und in Summe fehlenden Umsatz bedeuten, machen das sehr greifbar. Danke für die klare Einordnung!
Auch das sollte mal erwähnt werden, wenn immer über die "Staatsschulden" gejammert und geschimpft wird:
Jeder Ausgabe steht auf der anderen Seite eine Einnahme in exakt gleicher Höhe entgegen.
Hallo Maurice, was hältst Du davon
https://youtube.com/shorts/Dtto7levryE?is=2oaolfwO9xyJEFPH
Freue mich auf Deine Antwort
Richtig richtig gut!! Danke für die klare Analyse. Habe gestern die Rede von Von der Leyen (mitunter auch zur wirtschaftlichen) Lage gehört. Es fielen auch nicht einmal die Worte „Nachfrage“ oder „Löhne“. Auch alle Journalisten beschreiben die Wirtschaft wie ein kraftstrotzendes Tier, dass man nur entfesseln muss, damit es wieder losrennt. Reden von „ankurbeln“, und verstehen gar nicht, wo gekurbelt werden muss.
Wenn ich das richtig verstehe, weiß die EZB, dass wir in einer Nachfragekrise sind und auch, dass die Inflation weitestgehend exogen ist (durch die Energiepreiskrise) möchte aber Zweitrundeneffekte bremsen und somit hohe Inflation über mehrere Jahre verhindern. Ihre Aufgabe ist ja Währungsstabilität und nicht, dass es uns allen gut geht. Und wenn die Prognosen sagen, dass die Inflation auf Dauer hoch bleibt, müssen sie den Leitzins erhöhen. Das ist zwar blöd und schlecht für uns alle, aber aus ihrer Sicht der richtige Schritt, oder?
Ich glaube sowohl Merz und auch ein Stück weit die EZB vergessen, dass die Wirtschaft vor allem Menschen sind, die ein Einkommen beziehen und deren Lebensstandard man erhöhen möchte und nicht nur Unternehmen und der Kapitalmarkt. Die Regierung möchte es den Unternehmen einfacher machen, wo es geht, damit es den Unternehmen gut geht und somit der Wirtschaft. Aber dass es schlussendlich immer Menschen sind, die von den Unternehmen kaufen, haben sie scheinbar vergessen.