8 Kommentare
Avatar von User
Avatar von Markus Nielbock

Ich verstehe die ganze Zeit nicht, warum Mehrarbeit der Wirtschaft helfen soll, wo sie doch derzeit nicht sehr gefragt ist. Überall werden Menschen entlassen. Wenn das Problem angeblich die Arbeitsmoral ist, warum halten die Unternehmen ihre Arbeitskräfte nicht? Tatsächlich geht es wohl eher darum, die Arbeit noch billiger zu machen.

Hinzu kommt, dass laut IDW gerade die untersten Einkommensschichten seit 25 Jahren eigentlich keine Reallohnsteigerung erfahren haben. Das sind ja gerade die Menschen, die ihr Einkommen nahezu vollständig für den Konsum ausgeben.

Auch in der Autoindustrie ist ja gerade die Nachfrage das Problem. Wer am Markt vorbeiproduziert, bekommt eben Probleme. Da können sich Leute am Fließband die Hände wundarbeiten. Wenn die Produkte auf Halde auf Parkplätzen stehen, gibt es weder Umsatz noch Gewinne.

Man sieht in dieser Sparte, dass aktuell die ungeliebten E-Kleinwagen, die weniger Rendite abwerfen als die Luxus-Protzschlitten, bei Kunden heißbegehrt sind. Diese Autos werden aber in Spanien, Portugal oder Osteuropa produziert.

Avatar von Flo - Lichtbaumer Kapital

Servus, super Analyse. Danke für den lesenswerten Arikel. Die 23% in der Gastro sollte ein Weckruf sein!

Ich komme als Ingenieur aus der sehr tiefen Unternehmensanalyse und schaue mir primär die Bilanzen einzelner Firmen an. Aber man darf Unternehmen nie alleine betrachten sondern muss alles immer im Kontext sehen. Dafür liefert dien Aritkel echten Mehrwert! Ein trockengelegter Markt zeigt die wirtschaftlichen Strukturen. (zumindest blicke ich durch diese sehr enge Bottom-Up-Brille auf die Zahlen). Ich suche bei meinen Investments immer gezielt nach echter Preissetzungsmacht und einem unüberwindbaren Burggraben. Bricht die Nachfrage auf breiter Front weg, kollabieren Firmen mit miesem ROIC augenblicklich.

Deine Artikel sind ein massiver Mehrwert für die deutsche Finanz-Szene. Richtig starke Arbeit.

Danke

Flo ✌🏻

Avatar von Gerold Winz

Was für eine treffende Analyse! Das eigentlich Erschreckende ist doch: In den ganzen Reform-Kommissionen der Regierung sitzen die absoluten Spitzenkräfte des Landes. Doch statt ganzheitlicher Lösungen liefern diese Experten Ergebnisse, die an Eindimensionalität kaum zu übertreffen sind. Es wird nur gekürzt, gedeckelt und gespart.

Wenn wir über die katastrophale PISA-Studie und die mangelnde Problemlösungskompetenz unserer Jugendlichen diskutieren, ergeben sich für mich hier schon Parallelen. Diese Expertenkommissionen verhalten sich exakt wie schlechte PISA-Schüler: Sie können zwar stur die Formeln des herrschenden Spar-Dogmas auswendig lernen und aufsagen, scheitern aber krachend an der logischen Verknüpfung im realen Leben.

Wer den Menschen das Geld aus der Tasche zieht und sich dann wundert, dass die Nachfrage weiter einbricht, hat die wirtschaftlichen Basiskompetenzen nicht verstanden. Note: Ungenügend.

Avatar von Kay Pöhler

Danke mal wieder für den so wichtigen und wohltuenden Beitrag! Dass die Nachfrageseite von der Mainstreamökonomie (und natürlich auch von Politik ubd Medien) so beständig ignoriert oder besser geleugnet wird, kann einen irre machen. Die Gründe hierfür wären vielleicht einen eigenen Beitrag wert...

Avatar von Henrik Kiepe

Keiner redet über zinsen..

Avatar von Edgar Van Druhlen

Das die EZB den Leitzins anhebt ist ein direkter Tritt gegen das Knie der Bundesregierung und die schweigt. Es ist wirklich krass.

Avatar von Henrik Kiepe

ganz genau .. weil sie es nicht verstehen??