Alles richtig - wobei ich "drittens: ökonomisch" deutlich stärker gewichten würde.
Problem: Wer erklärt der ökonomischen Laienspielerschar in Berlin, - man glaubt, wer ein Unternehmen halbwegs erfolgreich geführt hat, verstünde auch etwas von Wirtschaft, - dass es der bundesdeutschen Wirtschaft vor allem an "kaufkräftiger Nachfrage" mangelt.
Und wer Spitzenverdiener bei der Einkommensteuer entlastet, kurbelt nicht in erster LInie die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen an, sondern erhöht die Sparquote, was nichts anderes als eine zusätzliche Nachfrage nach solventen Schuldnern bedeutet. Und wer ist der solventeste Schuldner? Richtig: Der Staat. Schreck lass nach.
Und wer die Mehrwertsteuer erhöht, würgt die schwache Nachfrage weiter ab, wie Maurice korrekt ausführt.
Es wäre so einfach: Flassbeck, Höfgen und Ehnts als Staatssektretäre im Wirtschafts- und Finanzministerium als Brüder im Geiste von Lautenbach und Stützel installieren und es gäbe in Deutschland zumindest ökonomisch einen Funken Hoffnung. Naja, man wird ja auch mal ein wenig träumen dürfen.
Wenn für jedes Jahr, in dem Maurice diese durchaus vernünftige Empfehlung der Senkung der Mehrwertsteuer ausspricht, die Mehrwertsteuer nur um 1% sinken würde, würde es nicht mehr lange dauern und wir würden nirgends mehr Mehrwertsteuer zahlen müssen.
Wenn die SPD und CDU so weiterwursteln, wird die AfD bei der nächsten Bundestagswahl eine absolute Mehrheit erreichen. CDU und SPD haben den Knall nicht gehört! Was glauben die eigentlich, wie doof die Wählerinnen sind? Bei der AfD wird es zwar noch schlimmer, aber daran will kein Wähler denken. Eine echte Alternative wären die Linken, aber die haben sich programmatisch verrannt - wer militärische Unterstützung für Ukraine ablehnt fliegt aus dem Rennen, egal, wie recht sie oder er hat.
Mir tut unsere Bundesrepublik und unsere Demokratie leid. Ich nehme schon mal leise Abschied. Zuviel Männer, zuviel Meinung, zuwenig Wissen und und zuwenig Hören auf die Wissenschaft. Und zuwenig Mut, was ein Parteienverbot angeht. Schon Antoine de Saint-Exupéry hat seinen kleinen Prinzen sagen lassen, dass man Unkraut rausreißen muss, wenn es klein ist, weil es sonst den ganzen Planeten zersetzt. Seufz!
Besser kann man die Problematik nicht zusammenfassen. Ich fürchte nur, der Drang zum Aktionismus wird so groß sein, dass die Vernunft auf der Strecke bleibt. Die SPD wird mit solchen Aktionen aber keinen Blumentopf gewinnen, solange das Kernproblem - die unselige Schuldenbremse - weiterhin bestehen bleibt.
Meiner Ansicht nach müsste man gar nicht an die Schuldenbremse heran - zumindest nicht im ersten Schritt. Vermögenssteuer wieder einführen, Ausnahmen der Erbschaftssteuer komplett streichen, und alle steuerrechtlichen Frei- und Pauschalbeträge und alle sozialversicherungsrechtlichen Beitragsbemessungsgrenzen einfach mal verdoppeln würde für den Anfang schon reichen.
Wir haben nur deswegen ein Ausgabenproblem, weil nie über die Einnahmen geredet wird. Die "oberen 10.000" endlich einen Fairen Anteil an den Kosten der Gesellschaft, von der sie in besonderem Maße profitieren, bezahlen zu lassen, wäre ein ziemlich kleiner, aber sehr wichtiger Schritt für mehr Glaubwürdigkeit in der Politik.
Solang das ausbleibt, können Union und SPD (aber auch Grüne und Linke) reformieren, wie sie wollen - es wird nichts bringen. Weil der Großteil der Wähler weiterhin das Gefühl hat geschröpft zu werden, damit einige wenige sich die Taschen füllen können.
Am besten fand ich Markus söder letztens in einem artikel in der Welt, ist zwar nicht das beste blatt aber markus söder wurde da schon passend zitiert. Er ist gegen die erhöhung des spitzensteuersatzes. Er möchte lieber den soli abschaffen und die erbschaftssteuer senken, statt die einkommenssteuer zu senken. Die begründung war am geilsten. Grjnd, wir müssen die Leistungsträger der Gesellschaft entlasten. Welche Leistungsträger meint er eigentlich? Ich glaube die Mittelschicht meint er nicht.
Ich kann deine Artikel teilweise nicht mal mehr zu Ende lesen, weil ich schon beim ersten Absatz die Dummheit der Ideen unserer Politiker nicht aushalten kann. Hauptsache alles teuer machen für die, die eh die Wirtschaft am Ankurbeln sind, weil sie nicht anders können und denen, die nicht wissen, wohin mit der Kohle, noch mehr geben. Da könnte ich wieder wütend im Kreis springen! Ich raff auch einfach nicht, dass Leute die 100-500k Brutto im Jahr verdienen wirklich glauben, dass Sie von irgendwelchen Steuererhöhung massiv betroffen wären. Dann leider nur noch 4900€ anstatt 5000€ pro Monat zur Seite legen können, während sie 2 mal im Robinson Club pro Jahr irgendwelche Scheiße von sich geben. (Zahlen sind natürlich ausgedacht aber so läuft es sicher ab). Und man könnte es so leicht lösen, indem man einfach die jährlichen Anhebungen der Grenzen so gestaltet, dass hohe Einkommen nicht weniger, aber auch nicht mehr haben. Gerade bei hoher Inflation super. Bemerkt man gar nicht.
Weil die Neoliberalen in allen Parteien seit 30 Jahren noch immer den Satz glauben wollen, dass niedrigere Steuern vor allem für Unternehmen und Unternehmer zu mehr Investieren. führt. Tja leider falsch gedacht. Die Investitionen kennen seit der neoliberalen Konterrevolution in VWL nur eine Richtung: rückwärts, trotz der immer wieder gerade im Spitzenbereich von Einkommenssteuer und der gesamten Körperschaftssteuer vorgenommenen Steuerentlastung. Ich frage mich eigentlich nur: reichen 30 Jahre Falsifizierung dieser Investitionsthese oder müssen wir in Deutschland nochmal 30 Jahre falsche Wirtschaftspolitik über uns ergehen lassen.
Vielen Dank für den Beitrag! Ökonomisch und verteilungspolitisch stimme ich absolut zu. Ich möchte jedoch einen kleinen, aber juristisch wichtigen Hinweis zu deinem Argument dalassen, ein ermäßigter Satz von 4 Prozent sei gemäß der EU-Mehrwertsteuersystemrichtlinie (MwStSystRL) „gar nicht erlaubt“, da diese zwingend einen Mindestsatz von 5 Prozent vorschreibe.
Das stimmt in dieser Pauschalität rechtlich so nicht mehr. Die Richtlinie wurde reformiert (Änderungsrichtlinie (EU) 2022/542). Es ist zwar richtig, dass für die bis zu zwei Sätze weiterhin die 5-Prozent-Untergrenze nach Art. 98 Abs. 1 MwStSystRL gilt. Der neue Art. 98 Abs. 2 MwStSystRL erlaubt es den Mitgliedstaaten inzwischen aber ausdrücklich, zusätzlich (!) zu den zwei Sätzen einen weiteren Steuersatz von unter 5 Prozent oder sogar eine komplette Steuerbefreiung (Nullsatz) einzuführen.
Diese Ermäßigungen sind zwar streng limitiert und dürfen auf höchstens sieben Kategorien angewendet werden, aber Nahrungsmittel (gelistet in Anhang III, Punkt 1 der Richtlinie) fallen explizit unter diese eng definierte Ausnahme für Grundbedürfnisse.
Die Regierung dürfte also zwar nicht pauschal die Steuersätze aller Güter, die derzeit bei 7 % liegen, auf 4 % absenken. Einen speziellen Steuersatz von 4 % oder gar 0 % exklusiv für Lebensmittel einzuführen, wäre als soziale Abfederung nach aktuellem EU-Recht aber absolut machbar.
An deinem entscheidenden makroökonomischen Fazit ändert diese juristische Fußnote natürlich überhaupt nichts: Selbst ein Nullsatz auf Lebensmittel würde den massiven Kaufkraftverlust, den ein auf 21 % steigender Normalsatz in der Breite (Strom, Kleidung, Dienstleistungen etc.) bei Geringverdienern anrichten würde, nicht annähernd kompensieren. Daher trotzdem meine volle Zustimmung, die Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen.
Mehrwertsteuer rauf, Einkommenssteuer runter ist genau der richtige Ansatz. Leider ist die Politik zu zaghaft. Ich würde den MwSt-Satz auf 25% erhöhen den verminderten Satz von 7% abschaffen und einen neuen reduzierten Satz von 0% auf Heim-Investitionsgüter wie Solaranlagen, Batteriespeicher oder Saatgut einführen.
Mit den gewonnenen Milliarden würde ich die Einkommensteuer auf Arbeit senken. Sodass sich diese richtig lohnt. Durch die Steuererhöhung für alle könnte man dann auch auf die nötige Renten- Pensions- und Arbeitslosengeldkürzung verzichten. Der Reformstau wäre gebrochen.
Wir hätten auch eine künstlich herbeigeführte Inflation (Nettolöhne rauf und Preise rauf), das würde die Vermögensbildung und den Schuldenabbau erleichtern. So könnte man es sich leichter leisten zum Beispiel ein Haus zu bauen, was eine großes Wirtschaftsvolumen ist, während die Mehrwertsteuersenkung es nur ermöglichen würde sich 2 Brötchen mehr zu leisten(kleine Wirtschaftsleistung).
In Ungarn wurde die Maßnahme von Orbán bereits durchgeführt und war so erfolgreich, dass er trotz ansonsten beschissener Politik 16 Jahre im Amt bleiben konnte.
In dem Aspekt, dass sich die Preissteigerungen nur schwer an die Bevölkerung verkaufen lassen, hast du natürlich Recht. Man betrachtet den erhöhten Lohn nicht als von der Regierung durch Steuersenkung erzeugt, sondern als selbst erarbeitet. Während man die Preissteigerungen durchaus als von der Regierung verursacht wahrnimmt.
Gegenvorschlag: Die Mehrwertsteuer abschaffen und die Einkommenssteuer bei entsprechender Höhe bis zu 90% hochsetzen. Außerdem die Vermögens- und Erbschaftssteuer bei entsprechenden Freibeträgen ebenfalls angemessen durchsetzen. Wieso sollten die gestiegenen Preisen und gestiegenen Löhne (Nettoeffekt = Null) die Vermögensbildung erleichtern. Der Bau eines Hauses wird bei gestiegenen Preisen und sicherlich gestiegenen Zinsen eher schwerer denn leichter. Richtig ist, die Inflation erleichtert den nominalen Schuldenabbau. Dass der Staat zur Bezahlung seiner Ausgaben nicht auf die Einnahmen aus Steuern angewiesen ist, sei hier nur der vollständigkeithelber erwähnt!
Wenn Sie die in der gesamten Wirtschaft die Nachfrage (Sie nennen das wahrscheinlich Konsum) abwürgen durch eine Erhöhung der Umsatzsteuer, kauft kaum jemand mehr Solarzellen, Batterien oder Saatgut.
Genauso wenig lässt sich bisher nachweisen, dass eine Senkung der Einkommenssteuer Arbeit „lohnend“ macht oder gar Arbeitgeber dazu verleitet, die Produktion arbeitsintensiver umzubauen. Was man aber bei der degressiven Senkung der Einkommenssteuer sehen kann ist ein Anstieg der jährlichen Ersparnisse und der weitgehend unproduktiven Geldvermögen.
Sie können auch nicht gleichzeitig „Schulden“ abbauen und das „Vermögen“ erhöhen. Das liegt nun einmal daran, dass Schulden und Vermögen auf der Welt beim Zusammenzählen genau 0 ergeben. Oder anders ausgedrückt: Schulden sind die gesamtwirtschaftliche Kehrseite der Sparanstrengungen.
Noch eine Kleinigkeit: die Mehrwertsteuer ist eine indirekte Bundessteuer, die Einkommensteuer eine Landessteuer. Von daher steht natürlich ein Ministerpräsident besser da, wenn er "seine" Einkommensteuer senken kann - an der Mehrwertsteuererhöhung ist dann natürlich die ungeliebte "Schwesterpartei" CDU schuld, nicht die "gute" CSU.
Mal wieder ein Beispiel für die Umverteilung von unten nach oben.
Mehrwertsteuer zahlen ALLE bei jedem Einkauf,Einkommenssteuer nur die Besserverdienenden. Schade, das zu viele Menschen die verschiedenen Steuern nicht unterscheiden können. Lohnsteuer ist nicht gleich Einkommenssteuer. Geringverdiener zahlen nicht Mal Lohnsteuer.
Man kann sich jetzt hier groß über das Verstellen der Steuersatzrädchen streiten. An dem Problem der lahmenden Wirtschaft wird es nicht viel ändern. Die Geldpolitik der EZB ist maßgeblich für die Entwicklung des nominalen BIP. Die ist jedoch unabhängig (zum Glück!) und daher politisch nicht beeinflussbar.
Möchte man hingegen der AfD das Wasser abgraben, muss jede Seite der Mitte ein paar populistische Maßnahmen schlucken. Das man sich wegen ein paar Prozent hier und da so streitet, dient der AfD und ihrer braunen Propaganda, dass die "Altparteien" es nicht können und im Parlament nur Murks gemacht wird, etc.. Wo haben wir das schon mal gehört?
Möchte man hingegen strukturelle Probleme angehen, um mittel- bis langfristig die Produktivität und damit das reale BIP zu erhöhen, dann braucht es massive staatliche Investitionen und damit auch massive Schulden. Und ja, auch viel mehr Einwanderung. Ferner eine stärkere europäische Integration und Ausweitung der EU. Eine Austeritäts- und Abschottungspolitik wäre hier der völlig falsche Ansatz.
Alles richtig - wobei ich "drittens: ökonomisch" deutlich stärker gewichten würde.
Problem: Wer erklärt der ökonomischen Laienspielerschar in Berlin, - man glaubt, wer ein Unternehmen halbwegs erfolgreich geführt hat, verstünde auch etwas von Wirtschaft, - dass es der bundesdeutschen Wirtschaft vor allem an "kaufkräftiger Nachfrage" mangelt.
Und wer Spitzenverdiener bei der Einkommensteuer entlastet, kurbelt nicht in erster LInie die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen an, sondern erhöht die Sparquote, was nichts anderes als eine zusätzliche Nachfrage nach solventen Schuldnern bedeutet. Und wer ist der solventeste Schuldner? Richtig: Der Staat. Schreck lass nach.
Und wer die Mehrwertsteuer erhöht, würgt die schwache Nachfrage weiter ab, wie Maurice korrekt ausführt.
Es wäre so einfach: Flassbeck, Höfgen und Ehnts als Staatssektretäre im Wirtschafts- und Finanzministerium als Brüder im Geiste von Lautenbach und Stützel installieren und es gäbe in Deutschland zumindest ökonomisch einen Funken Hoffnung. Naja, man wird ja auch mal ein wenig träumen dürfen.
Wenn für jedes Jahr, in dem Maurice diese durchaus vernünftige Empfehlung der Senkung der Mehrwertsteuer ausspricht, die Mehrwertsteuer nur um 1% sinken würde, würde es nicht mehr lange dauern und wir würden nirgends mehr Mehrwertsteuer zahlen müssen.
Das stimmt 😂
Wenn die SPD und CDU so weiterwursteln, wird die AfD bei der nächsten Bundestagswahl eine absolute Mehrheit erreichen. CDU und SPD haben den Knall nicht gehört! Was glauben die eigentlich, wie doof die Wählerinnen sind? Bei der AfD wird es zwar noch schlimmer, aber daran will kein Wähler denken. Eine echte Alternative wären die Linken, aber die haben sich programmatisch verrannt - wer militärische Unterstützung für Ukraine ablehnt fliegt aus dem Rennen, egal, wie recht sie oder er hat.
Mir tut unsere Bundesrepublik und unsere Demokratie leid. Ich nehme schon mal leise Abschied. Zuviel Männer, zuviel Meinung, zuwenig Wissen und und zuwenig Hören auf die Wissenschaft. Und zuwenig Mut, was ein Parteienverbot angeht. Schon Antoine de Saint-Exupéry hat seinen kleinen Prinzen sagen lassen, dass man Unkraut rausreißen muss, wenn es klein ist, weil es sonst den ganzen Planeten zersetzt. Seufz!
Besser kann man die Problematik nicht zusammenfassen. Ich fürchte nur, der Drang zum Aktionismus wird so groß sein, dass die Vernunft auf der Strecke bleibt. Die SPD wird mit solchen Aktionen aber keinen Blumentopf gewinnen, solange das Kernproblem - die unselige Schuldenbremse - weiterhin bestehen bleibt.
Meiner Ansicht nach müsste man gar nicht an die Schuldenbremse heran - zumindest nicht im ersten Schritt. Vermögenssteuer wieder einführen, Ausnahmen der Erbschaftssteuer komplett streichen, und alle steuerrechtlichen Frei- und Pauschalbeträge und alle sozialversicherungsrechtlichen Beitragsbemessungsgrenzen einfach mal verdoppeln würde für den Anfang schon reichen.
Wir haben nur deswegen ein Ausgabenproblem, weil nie über die Einnahmen geredet wird. Die "oberen 10.000" endlich einen Fairen Anteil an den Kosten der Gesellschaft, von der sie in besonderem Maße profitieren, bezahlen zu lassen, wäre ein ziemlich kleiner, aber sehr wichtiger Schritt für mehr Glaubwürdigkeit in der Politik.
Solang das ausbleibt, können Union und SPD (aber auch Grüne und Linke) reformieren, wie sie wollen - es wird nichts bringen. Weil der Großteil der Wähler weiterhin das Gefühl hat geschröpft zu werden, damit einige wenige sich die Taschen füllen können.
Am besten fand ich Markus söder letztens in einem artikel in der Welt, ist zwar nicht das beste blatt aber markus söder wurde da schon passend zitiert. Er ist gegen die erhöhung des spitzensteuersatzes. Er möchte lieber den soli abschaffen und die erbschaftssteuer senken, statt die einkommenssteuer zu senken. Die begründung war am geilsten. Grjnd, wir müssen die Leistungsträger der Gesellschaft entlasten. Welche Leistungsträger meint er eigentlich? Ich glaube die Mittelschicht meint er nicht.
Ich kann deine Artikel teilweise nicht mal mehr zu Ende lesen, weil ich schon beim ersten Absatz die Dummheit der Ideen unserer Politiker nicht aushalten kann. Hauptsache alles teuer machen für die, die eh die Wirtschaft am Ankurbeln sind, weil sie nicht anders können und denen, die nicht wissen, wohin mit der Kohle, noch mehr geben. Da könnte ich wieder wütend im Kreis springen! Ich raff auch einfach nicht, dass Leute die 100-500k Brutto im Jahr verdienen wirklich glauben, dass Sie von irgendwelchen Steuererhöhung massiv betroffen wären. Dann leider nur noch 4900€ anstatt 5000€ pro Monat zur Seite legen können, während sie 2 mal im Robinson Club pro Jahr irgendwelche Scheiße von sich geben. (Zahlen sind natürlich ausgedacht aber so läuft es sicher ab). Und man könnte es so leicht lösen, indem man einfach die jährlichen Anhebungen der Grenzen so gestaltet, dass hohe Einkommen nicht weniger, aber auch nicht mehr haben. Gerade bei hoher Inflation super. Bemerkt man gar nicht.
Ich lasse das mal hier, weil ich es passend finde.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-03/investitionsquote-deutschland-schwaeche-abnahme-gxe
Weil die Neoliberalen in allen Parteien seit 30 Jahren noch immer den Satz glauben wollen, dass niedrigere Steuern vor allem für Unternehmen und Unternehmer zu mehr Investieren. führt. Tja leider falsch gedacht. Die Investitionen kennen seit der neoliberalen Konterrevolution in VWL nur eine Richtung: rückwärts, trotz der immer wieder gerade im Spitzenbereich von Einkommenssteuer und der gesamten Körperschaftssteuer vorgenommenen Steuerentlastung. Ich frage mich eigentlich nur: reichen 30 Jahre Falsifizierung dieser Investitionsthese oder müssen wir in Deutschland nochmal 30 Jahre falsche Wirtschaftspolitik über uns ergehen lassen.
Vielen Dank für den Beitrag! Ökonomisch und verteilungspolitisch stimme ich absolut zu. Ich möchte jedoch einen kleinen, aber juristisch wichtigen Hinweis zu deinem Argument dalassen, ein ermäßigter Satz von 4 Prozent sei gemäß der EU-Mehrwertsteuersystemrichtlinie (MwStSystRL) „gar nicht erlaubt“, da diese zwingend einen Mindestsatz von 5 Prozent vorschreibe.
Das stimmt in dieser Pauschalität rechtlich so nicht mehr. Die Richtlinie wurde reformiert (Änderungsrichtlinie (EU) 2022/542). Es ist zwar richtig, dass für die bis zu zwei Sätze weiterhin die 5-Prozent-Untergrenze nach Art. 98 Abs. 1 MwStSystRL gilt. Der neue Art. 98 Abs. 2 MwStSystRL erlaubt es den Mitgliedstaaten inzwischen aber ausdrücklich, zusätzlich (!) zu den zwei Sätzen einen weiteren Steuersatz von unter 5 Prozent oder sogar eine komplette Steuerbefreiung (Nullsatz) einzuführen.
Diese Ermäßigungen sind zwar streng limitiert und dürfen auf höchstens sieben Kategorien angewendet werden, aber Nahrungsmittel (gelistet in Anhang III, Punkt 1 der Richtlinie) fallen explizit unter diese eng definierte Ausnahme für Grundbedürfnisse.
Die Regierung dürfte also zwar nicht pauschal die Steuersätze aller Güter, die derzeit bei 7 % liegen, auf 4 % absenken. Einen speziellen Steuersatz von 4 % oder gar 0 % exklusiv für Lebensmittel einzuführen, wäre als soziale Abfederung nach aktuellem EU-Recht aber absolut machbar.
An deinem entscheidenden makroökonomischen Fazit ändert diese juristische Fußnote natürlich überhaupt nichts: Selbst ein Nullsatz auf Lebensmittel würde den massiven Kaufkraftverlust, den ein auf 21 % steigender Normalsatz in der Breite (Strom, Kleidung, Dienstleistungen etc.) bei Geringverdienern anrichten würde, nicht annähernd kompensieren. Daher trotzdem meine volle Zustimmung, die Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen.
Mehrwertsteuer rauf, Einkommenssteuer runter ist genau der richtige Ansatz. Leider ist die Politik zu zaghaft. Ich würde den MwSt-Satz auf 25% erhöhen den verminderten Satz von 7% abschaffen und einen neuen reduzierten Satz von 0% auf Heim-Investitionsgüter wie Solaranlagen, Batteriespeicher oder Saatgut einführen.
Mit den gewonnenen Milliarden würde ich die Einkommensteuer auf Arbeit senken. Sodass sich diese richtig lohnt. Durch die Steuererhöhung für alle könnte man dann auch auf die nötige Renten- Pensions- und Arbeitslosengeldkürzung verzichten. Der Reformstau wäre gebrochen.
Wir hätten auch eine künstlich herbeigeführte Inflation (Nettolöhne rauf und Preise rauf), das würde die Vermögensbildung und den Schuldenabbau erleichtern. So könnte man es sich leichter leisten zum Beispiel ein Haus zu bauen, was eine großes Wirtschaftsvolumen ist, während die Mehrwertsteuersenkung es nur ermöglichen würde sich 2 Brötchen mehr zu leisten(kleine Wirtschaftsleistung).
In Ungarn wurde die Maßnahme von Orbán bereits durchgeführt und war so erfolgreich, dass er trotz ansonsten beschissener Politik 16 Jahre im Amt bleiben konnte.
In dem Aspekt, dass sich die Preissteigerungen nur schwer an die Bevölkerung verkaufen lassen, hast du natürlich Recht. Man betrachtet den erhöhten Lohn nicht als von der Regierung durch Steuersenkung erzeugt, sondern als selbst erarbeitet. Während man die Preissteigerungen durchaus als von der Regierung verursacht wahrnimmt.
Gegenvorschlag: Die Mehrwertsteuer abschaffen und die Einkommenssteuer bei entsprechender Höhe bis zu 90% hochsetzen. Außerdem die Vermögens- und Erbschaftssteuer bei entsprechenden Freibeträgen ebenfalls angemessen durchsetzen. Wieso sollten die gestiegenen Preisen und gestiegenen Löhne (Nettoeffekt = Null) die Vermögensbildung erleichtern. Der Bau eines Hauses wird bei gestiegenen Preisen und sicherlich gestiegenen Zinsen eher schwerer denn leichter. Richtig ist, die Inflation erleichtert den nominalen Schuldenabbau. Dass der Staat zur Bezahlung seiner Ausgaben nicht auf die Einnahmen aus Steuern angewiesen ist, sei hier nur der vollständigkeithelber erwähnt!
Wenn Sie die in der gesamten Wirtschaft die Nachfrage (Sie nennen das wahrscheinlich Konsum) abwürgen durch eine Erhöhung der Umsatzsteuer, kauft kaum jemand mehr Solarzellen, Batterien oder Saatgut.
Genauso wenig lässt sich bisher nachweisen, dass eine Senkung der Einkommenssteuer Arbeit „lohnend“ macht oder gar Arbeitgeber dazu verleitet, die Produktion arbeitsintensiver umzubauen. Was man aber bei der degressiven Senkung der Einkommenssteuer sehen kann ist ein Anstieg der jährlichen Ersparnisse und der weitgehend unproduktiven Geldvermögen.
Sie können auch nicht gleichzeitig „Schulden“ abbauen und das „Vermögen“ erhöhen. Das liegt nun einmal daran, dass Schulden und Vermögen auf der Welt beim Zusammenzählen genau 0 ergeben. Oder anders ausgedrückt: Schulden sind die gesamtwirtschaftliche Kehrseite der Sparanstrengungen.
Eine kurze Frage. Sollte jemand, der 1Mio brutto verdient in Deutschland 90% Steuern zahlen?
Die 90% würde ich bei mehreren Millionen erst ansetzen z.B. ab 10 Millionen! Bei 1 Mill. sxheinen mir 50% zumutbar zu sein!
Noch eine Kleinigkeit: die Mehrwertsteuer ist eine indirekte Bundessteuer, die Einkommensteuer eine Landessteuer. Von daher steht natürlich ein Ministerpräsident besser da, wenn er "seine" Einkommensteuer senken kann - an der Mehrwertsteuererhöhung ist dann natürlich die ungeliebte "Schwesterpartei" CDU schuld, nicht die "gute" CSU.
Mal wieder ein Beispiel für die Umverteilung von unten nach oben.
Mehrwertsteuer zahlen ALLE bei jedem Einkauf,Einkommenssteuer nur die Besserverdienenden. Schade, das zu viele Menschen die verschiedenen Steuern nicht unterscheiden können. Lohnsteuer ist nicht gleich Einkommenssteuer. Geringverdiener zahlen nicht Mal Lohnsteuer.
Man kann sich jetzt hier groß über das Verstellen der Steuersatzrädchen streiten. An dem Problem der lahmenden Wirtschaft wird es nicht viel ändern. Die Geldpolitik der EZB ist maßgeblich für die Entwicklung des nominalen BIP. Die ist jedoch unabhängig (zum Glück!) und daher politisch nicht beeinflussbar.
Möchte man hingegen der AfD das Wasser abgraben, muss jede Seite der Mitte ein paar populistische Maßnahmen schlucken. Das man sich wegen ein paar Prozent hier und da so streitet, dient der AfD und ihrer braunen Propaganda, dass die "Altparteien" es nicht können und im Parlament nur Murks gemacht wird, etc.. Wo haben wir das schon mal gehört?
Möchte man hingegen strukturelle Probleme angehen, um mittel- bis langfristig die Produktivität und damit das reale BIP zu erhöhen, dann braucht es massive staatliche Investitionen und damit auch massive Schulden. Und ja, auch viel mehr Einwanderung. Ferner eine stärkere europäische Integration und Ausweitung der EU. Eine Austeritäts- und Abschottungspolitik wäre hier der völlig falsche Ansatz.