39 Kommentare
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Avatar von Niko Hrissohoidis

Wenn man tagtäglich damit zu tun hat, Zahlen kritisch zu hinterfragen und Daten im Gesamtzusammenhang zu bewerten, ist dieser Beitrag ein wohltuender Realitätscheck – und gleichzeitig extrem frustrierend.

Frustrierend deshalb, weil wirtschaftspolitische Debatten im Fernsehen viel zu oft auf dem Niveau einer unsauberen Milchmädchenrechnung geführt werden.

Eine Moderatorin wirft den EU-Durchschnitt von 35 Euro in den Raum, und Politiker wie Bodo Ramelow knicken sofort ein.

Dass dieser Durchschnittswert durch Niedriglohnländer wie Bulgarien massiv nach unten gezogen wird und Staaten wie Dänemark oder die Niederlande noch weit über Deutschland liegen, bleibt völlig unberücksichtigt.

Die entscheidenden Hebelfaktoren bringt der Beitrag präzise auf den Punkt:

Aufwand vs. Ertrag:

45 Euro Arbeitskosten stehen über 70 Euro Wertschöpfung gegenüber. Wer nur die Kostenseite isoliert betrachtet und die Ertragsseite ausblendet, rechnet schlicht falsch.

Lohnstückkosten als echte Metrik:

Ein hoher Stundensatz ist unproblematisch, solange die Produktivität stimmt. Genau deshalb liegen die deutschen Lohnstückkosten trotz des Lohngefälles fast auf dem Niveau Bulgariens.

Der Trend der letzten 30 Jahre:

Die Daten – sogar die des INSM – belegen eindeutig, dass der Produktivitätszuwachs über Jahrzehnte hinweg gar nicht fair an die Beschäftigten weitergegeben wurde.

Dass gewählte Vertreter bei ihren eigenen Kernthemen so blankziehen und sich von Stammtisch-Rhetorik überrumpeln lassen, ist unverständlich.

Man muss kein Ökonom sein, um zu verstehen, dass man Bilanzen immer ganzheitlich lesen muss.

Die Analyse von Maurice legt genau die Fakten offen, die in der öffentlichen Debatte dringend nötig sind – weg von gefühlter Überforderung, hin zu Daten und harter Logik.

Avatar von Boyan Durankev

Hallo! Ich komme aus Bulgarien und lese Ihre Beiträge sehr gerne. Ich bitte um Erlaubnis, diesen Artikel auf Bulgarisch in meinem Blog veröffentlichen zu dürfen.

Avatar von Daniel

Google sagt, dass der Mann Mitglied der Partei "Russophiles for the Revival of the Fatherland" ist. Kann man sich sicher sein, dass er das tatsächlich nur übersetzt?

Avatar von Ludwig Baro

Hallo Hr. Durankev,

Ihnen ist aber sicher auch klar, dass Maurice Höfgen die Lohnerhöhung von 13,1% in Bulgarien eher negativ bewertet.

Ich hatte dies in meinem Kommentar hier kritisiert, und sah eher die Notwendigkeit und den Spielraum zu höheren Löhnen und einen positiven Effekt!

Wie stehen Sie dazu?

Avatar von Boyan Durankev

In Bulgarien kamen nach Beginn des Übergangs im Jahr 1990 Neoliberale an die Macht, die von der Mafia, der organisierten Kriminalität, ausländischen Einflussagenten und der jungen Oligarchie unterstützt wurden.

Aus diesen Gründen stieg der Anteil der Gewinne an der Wertschöpfung im Vergleich zu den Löhnen. Sehen Sie sich die Daten an: Nach Steuern und Sozialtransfers weist Bulgarien unter den EU-Ländern den höchsten Anteil des Einkommens auf, der sich auf das reichste 1 % der Bevölkerung konzentriert und sogar höher ist als in den USA. In den Jahren 2023–2024 erhält das reichste 1 % der Bulgaren etwa 17–18 % aller Einkommen nach Steuern, während der europäische Durchschnitt bei etwa 9 % liegt. Praktisch ist die Konzentration in Bulgarien fast doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt.

Es ist kein Zufall, dass ältere Bulgaren den Sozialismus vor 1989 der neuen Marktwirtschaft vorziehen würden.

Nach 2022 kamen in der bulgarischen Regierung jüngere, weniger korrupte Menschen an die Macht, die die (EU-vorgeschriebene) Regel übernahmen, wonach der Mindestlohn auf der Grundlage von 50 % des durchschnittlichen Bruttolohns festgelegt werden soll. Und das hat in den letzten Jahren zu einem starken Anstieg des Mindestlohns geführt (was auch den Durchschnittslohn erhöht hat).

Trotz dieser Erhöhung belegen die Arbeitnehmer (die Lohnarbeiter) in Bulgarien sowohl beim Mindestlohn als auch beim Durchschnittslohn den letzten Platz.

Ich halte das natürlich nicht für eine Tragödie!

Meine Beiträge können Sie hier verfolgen: https://greybeards.substack.com/

Viele Grüße!

Avatar von Jannik Strobl

Schau mal hier, @Maurice :-)

Avatar von Dennis Brauer

Nur dank dir bin ich nun im Stande diese Dumme Argumentation zu kontern. Ganz ehrlich noch vor wenigen Jahren wäre ich auf diese Rhetorik rein gefallen und hätte sprachlos zugestimmt.

Dank dir, den Büchern von dir, Heiner, Maja und Martina und dem Surplus Magazin verstehe ich diese Welt und wie sie funktioniert auf eine Art und Weise wie ich es nie zuvor verstanden habe. Das einzige Problem an der ganzen Sache. Ich kann mit niemandem mehr reden weil die Leute mich nicht mehr verstehen. Sie quatschen nach was diese Neo Liberalen in ihrem Talkshows erzählen oder was die Bild-Zeitung druckt und wollen nicht hören was ich dazu weiß. Traurig.

Avatar von Joe.Mac.Zey

Ich kann das nur bestätigen! Wenn man das Niveau "Stammtisch" verlässt, vereinsamt man. Die meisten Menschen wollen nicht wissen und verstehen, sondern nur Mitlabern und Unterhaltung. Das ist die Kundschaft von BILD und Sarah Tacke. Geht es an die Fakten, begegnet man nur noch Verständnislosigkeit.

Avatar von JoPe

Danke! Werd jedes mal kirre, wenn Arbeitskosten mit anderen Ländern verglichen werden, ohne das im Kontext Produktivität und vor allem aber auch Wohlstand (inkl. Infrastruktur u. sozialer Absicherung) zu sehen. Noch schlimmer sogar, wenn Lohnnebenkosten oder das Verhältnis(!) Lohnnebenkosten<>Lohnkosten verglichen wird.

Avatar von schlind

Tja, das ist das Problem mit den statistischen Methoden! Wenn man ein arithmetisches Mittel bildet über Zahlen, die nicht normalverteilt sind und Ausreißer haben, dann kommt Unsinn dabei heraus. Das erübrigt dann auch jede weitere Diskussion über eine solche Metrik.

Avatar von Richard Adler

Das irreführende an dem Vergleich der Arbeitskosten ist nicht das arithmetische Mittel sondern, dass der Vergleich die Produktivität nicht berücksichtigt. Dass Deutschland höhere Arbeitskosten hat als Bulgarien hat schlicht keine Aussagekraft über die Wettbewerbfähigkeit der beiden Lönder. Wenn man aber Arbeitskosten ins Verhältnis zur Produktivität setzt, dann wird ein Schuh draus.

Avatar von Holger

Ein Vergleich der Arbeitskosten anhand des Stundenlohns ist intellektuell minderbemittelt, weil das zur Produktion eingesetzte Kapital ausgeblendet wird. Es ist so traurig, dass auf der gesamten politischen Linken - jedenfalls in den Führungsebenen- niemand das Wissen darüber, wie Volkswirtschaft im Kern funktioniert, hat und solch dumme Fragen wegarbeiten könnte.

Liebes ZDF zu dieser Sendung fällt mir eigentlich nur ein Satz von Peter Lustig aus Eurer Serie „Löwenzahn“ ein: Und jetzt, abschalten!

Avatar von Gordan Merz

.....„Löwenzahn“ ein: Und jetzt, abschalten! Ich habe schon gar nicht mehr eingeschaltet, da ich seit vielen, vielen Jahren den kritischen Diskurs in solchen "Talg-Shows" vermisse. Sowohl bei den Redaktionen, als auch eingeladenen Gästen sind zu wenig kritische und kompetente Geister vorhanden. Die Redaktionen trauen sich nicht, kritische Fragen zu stellen und die Politiker haben viel zu oft kein Fachwissen und achten auf parteiinterne Vorgaben. Ich wünsche mir vor allem von öffentlich rechtlichen Medien eine bessere Berichterstattung und bessere Protagonisten in solchen Talk-Shows. Vielleicht auch einen Faktencheck der nebenher läuft?!

Avatar von Ludwig Baro

Ich stimme den Aussagen von Maurice und seiner Kritik an der Tacke Show (und an Ramelow, sollte er nicht wirklich substanzielles dazu gesagt haben) unterm Strich ja zu (obwohl ich das Video noch nicht gesehen habe)..

Aber seine Aussagen zu Bulgarien finde ich schon fragwürdig.., lehnt er doch die Lohnerhöhungen dort eher ab 🤔?

Wie die Daten ja zeigen, steht "Bulgarien [in der EU] am unteren Ende mit 12 Euro" Lohnkosten pro Stunde.

Da frage ich mich schon, ob es da nicht nur gerechtfertigt, sondern auch notwendig war und ist, diese Löhne zu erhöhen ❗

Die Erhöhung um 13,1% bedeutet dann gerade mal einen Lohn von 13,57€ (also nur 1,57€ mehr)

Damit läge Bulgarien immer noch auf dem letzten Platz in der EU (knapp drüber Rumänien mit 13,6€) insofern bei den in der Statistik angegebenen Zahl von 12€ es sich noch um den Betrag vor der Lohnerhöhung handelt.

Wäre das nicht so, erscheint es mir noch notwendiger, das Bulgarien diese relativ hohe Lohnsteigerung durchführte!

Dem gegenüber steht dort lt. Maurice eine nur moderate Inflation von 3,5%, was ja bedeutet, daß die Menschen dort im Schnitt knapp 10% mehr in der Tasche haben, was bei der dort vermutlich weit verbreiteten Armut doch sehr positiv ist 👍

Ermöglicht wurde dies dadurch, dass lt. Maurice die Unternehmen ihre Gewinn Margen reduziert hätten, ja super, ist das nicht das Ziel linker Politik ❓❗

Das Bulgarien bei einer Verschuldung von nur 30% (lt. Maurice) nun mit 3,5% Neuverschuldung dasteht (ob wegen der höheren Löhne, wäre noch zu klären!), ist doch kein Desaster und wird auch erst mal zu keinen wirklichen Maßnahmen der EU führen (überziehen andere Länder dort doch viel mehr)..

Und abgesehen davon, ist es nicht genau das, was Maurice im noch größeren Maße genau für Deutschland fordert ❗

So richtig und wirklich auch NOTWENDIG seine Kritik an der Tacke-Show ist, und dem, wie die Diskussion hier bzgl Deutschland im Allgemeinen geführt wird, so fragwürdig finde ich seine Aussagen zu Bulgarien..

So schreibt er ja auch:

"Obwohl eine Stunde Arbeit in Deutschland fast viermal so teuer ist wie in Bulgarien, liegen die Lohnstückkosten nur zehn Prozent über denen von Bulgarien"

Sicher ein wichtiger faktischer Hinweis darauf, wie absurd es ist, die Lohnkosten im internationalen Vergleich ohne deren Bezug ua zu den Lohnstückkosten zu betrachten, wie Tacke es wohl machte.

Aber diese Aussage beinhaltet ja auch, dass Bulgarien 10% geringere Lohnstückkosten hat als Deutschland, wo doch im Sinne der Angleichung der wirtschaftlichen Levels in der EU es nicht falsch sein kann, wenn Bulgarien da die Löhne um 13% angehobenen hat.

(oder beziehen sich die o.g. 10% gar schon auf das Lohnniveau incl der Lohnerhöhung in Bulgarien? Umso notwendiger wäre diese dann gewesen!)

Zumal ja auch die ganzen Analysen und Grafiken aufzeigen, dass auch die Löhne in Deutschland gemessen an den relevanten dies bzgl Größen, zu gering sind, und auch gerade der Niedriglohnsektor in Deutschland, massiv verstärkt durch die Agenda 2010, nicht nur zu verstärkter Armut und Ungleichheit in Deutschland geführt hat, sondern auch das wirtschaftliche Gleichgewicht in der EU noch weiter massiv verschlechtert hat, was in all seinen Konsequenzen letztlich auch zu einem Aufwuchs des Rechtspopulismus, bzw -Extremismus zb in Italien, Griechenland und auch Frankreich geführt hat ❗

Also, bei aller berechtigten Kritik an dem, wie verzerrt, tendenziös und letztlich ja schon mittlerweile zunehmend libertär solche Fragen in Deutschland "diskutiert" werden, sollte man den Blick über den Deckelrand nicht vergessen.

Wir leben alle zusammen in der EU, und auch die Menschen in Bulgarien sollten uns wichtig sein ❗

Avatar von Gerold Winz

Hab mir auch Deine Youtube Version angeschaut. Das ist wirklich Unhaltung pur, allerdings nur die Kommentare, Mimik, Entsetzen, ... von Maurice Höfgen.

Fühle mich total motiviert, mir die nächste Show über die Rente anzuschauen :-) :-)

20.08. 22:15 nicht verpassen !!

Sarah Tacke klärt die Fakten, diskutiert über Verantwortung und Konsequenzen und sucht mit ihren Gästen nach konstruktiven Antworten auf die wichtigsten Fragen: Müssen wir künftig länger arbeiten? Ist mehr Kapitaldeckung eine gute Lösung? Sind die Belastungen gerecht verteilt?

Quelle: https://presseportal.zdf.de/pressemappe/sarah-tacke

Avatar von Ludwig Baro

Hallo,

Danke für den Hinweis auf das neuste Video von Maurice, werde ich mir natürlich noch ansehen..

Allerdings finde ich es schon sehr befremdlich, wie Du hier eine entsetzliche, desaströse Talkshow im ZDF hier als FunFact bejubelts👎

Zu der Tacke-Show hat Maurice geschrieben (s. Youtube):

"Die neue ZDF-Talkshow von Sarah Tacke ist ein Desaster: Rechte Mythen, Falschbehauptungen, misslungene Faktenchecks, peinliche Live-Umfragen. Man fragt sich: Wer hat sich DAS ausgedacht?"

Das ist eben hier nicht mehr verwunderlich, ist das ZDF politisch weit nach Rechts gerückt, sieht man zb. auch im Sommerinterview von Wulf Schmiese (den dort eingebrachten tendenziösen Fragen und Unterstellungen) mit dem Grünen Banaszak.

Dabei ist dies in der dt. Presselandschaft einfach kritiklos durch gegangen 🤔

Wie war das bzgl Tacke, ist Maurice der einzige, der dies so kritisiert?

Das Personal im ZDF ist halt unqualifiziert, oder/und kommt aus dem (ideologischen) Umfeld der "neuen politischen Rechten".

zb. Schmiese (stellvertretender Leiter des ZDF-Hauptstadtstudio), hat bei Arnulf Baring promoviert ("In der Talkshow „Münchner Runde“ verbreitete Baring 2011 die geschichtsrevisionistische These, dass die NSDAP eine linke Partei gewesen sei." s. Wikipedia), und eben Sarah Tacke, die ist Juristin, und hat wie Maurice heraustellt, von den Themenfeldern in ihren Talkshows keine Ahnung👎

Wie man sich diese desaströsen ZDF Produkte mit Freude (viele Smileys dazu von Dir) anschauen kann, finde ich befremdlich, sorgen doch genau diese unqualifizierten, desaströsen Shows & Interviews genau dazu, was wir in Deutschland seit langem beobachten müssen, einem massiven Rechtsruck, sozialen & wirtschaftlichen Spannungen, einer ökologisch katastrophalen Politik und insgesamt in eine existenzielle Krise, die nicht nur die Demokratie als solche, sonder auch den wirtschaftlichen Wohlstand bedroht und insgesamt eine explosive Gefahr darstellt❗

Wie man an solchen Shows dann Spaß dran haben kann,... finde ich sehr eigenartig .. ich finde diese wirklich unerträglich und schaue sie mir daher idR nicht mehr an, sondern nur die Analysen dazu von Maurice, dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an ihn für seine gute Arbeit 👍

Avatar von Gerold Winz

Oje, tut mir leid, dass Sie meinen Kommentar so missverstanden haben. Ich folge H. Höfgen, weil er exzellente Arbeit leistet und die Dinge transparent macht. Seit einiger Zeit bin ich aus der "rechten" Geschwafel-Szene raus. Das schaffe ich nicht mehr bzw. das tut mir nicht mehr gut. Heißt nicht, dass ich mich nicht engagiere - allerdings nur noch auf persönlicher Ebene in Diskussionen, auf Demo's bei denen man sich mit den Menschen unterhalten und diskutieren kann. Heißt aber auch Abbruch, wenn es zu Beleidigungen oder Drohungen kommt.

Mein Kommentar war daher als "ironischer Beitrag"gedacht, anders kann ich den Dilettantismus und die Naivität mit dem solche Sendung gemacht, präsentiert werden und auch dem ungeprüften Hinnehmen was da gesagt wird nicht mehr ertragen.

Es sollte keinesfalls die tolle Arbeit von H. Höfgen schmälern.

Wenn Sie erlauben hier ein kleines Beispiel zur letzten Bundestagswahl (Quadrell). Ich hatte u.a. folgendes an den WDR geschrieben:

Was dabei auffällt, ist das extreme verzerren von Fakten durch die AfD. Ich würde mir wünschen, dass sich der WDR nicht zum Sprachrohr dieser Lügen macht.

Als Antwort habe ich Folgendes erhalten:

Unsere Intendantin Dr. Katrin Vernau hat sich in verschiedenen Interviews zum Umgang mit der AfD in den Programmen des WDR geäußert. Ihre Haltung: Die AfD vereint viele Wählerstimmen auf sich und ist in fast allen Landesparlamenten und im Bundestag vertreten. Entsprechend müssen sich die Bürgerinnen und Bürger über ihre Inhalte und Aussagen angemessen informieren können. Die Aufgabe des WDR ist es, das mit aller journalistischen Sorgfalt zu begleiten. Damit sich jeder sein eigenes Bild machen kann.  mir leid, dass Sie meinen Kommentar so mißverstaden haben. Ich folge H. Höfgen, weil er exzellente Arbeit leistet und die Dinge transparent macht. Nachdem Seit einiger Zeit bin ich aus dem "rechten" Geschwafel-Szene raus. Das schaffe ich nicht mehr bzw. das tut mri nicht mehr gut. Heißt nicht, dass ich mich nicht engagiere - allerdings nur noch auf persönlicher Ebene in Diskussionen, auf Demo's bei denen man sich mit den Menschen unterhalte und diskutieren kann.

Mein Kommentar war daher als "ironischer Beitrag"gedacht. Es sollte keinesfalls die tolle Arbeit von H. höfgen schmälern.

Avatar von Ludwig Baro

Hallo Herr Winz,

gut das Sie nochmal geantwortet haben👍

Erstmal hatte ich Ihren Beitrag zuvor nicht so gelesen, dass Sie irgendwie Sympathie für diese rechten Narrative, oder in diesem Fall für sowas wie die "Tacke-Show" hätten.

Das war schon klar, wie Sie das sehen und das Sie der Analyse von Maurice dazu folgen und auch seine Videos dazu gut fanden!

Das war in meinem Kommentar auch nicht das Thema.

Mir ging es nur darum, dass, nach meinem Eindruck, Sie es als Spaß , als Unterhaltung :-) :-) ansahen, sich das anzuschauen und sich dann evtl darüber "kaputt zu lachen"..

Diese Haltung jedenfalls ist, soweit ich es im Netz gelesen habe, weit verbreitet, da wird dann zb davon gesprochen Popcorn😁 raus zu holen etc.

d.h. viele erfreuen sich irgendwie daran wenn auch politisch völliger Unsinn geschwafelt wird, Hauptsache irgendwie fliegen die Fetzen..

OK, dass Sie das Ironisch gemeint hatten, ist das mir so entgangen.

Allerdings finde ich das dann auch nicht ganz richtig im Umgang mit diesem Übel, denn dazu ist es wirklich zu Ernst und gerade dann bei einer ja angestrebten weiter gekürzten Rente echt bitter😡 und eine existenzielle BEDROHUNG für sehr viele Menschen❗

Finde es aber sehr gut, dass Sie sich schriftlich an den WDR gewandt hatten, und das " extreme verzerren von Fakten durch die AfD" und den Umgang des WDR dazu kritisiert haben 👍❗

Ich habe eine zeitlang auch öfters dort (oder auch bei anderen ÖR-Sendern) angerufen und seriösen Journalismus eingefordert, bzw dessen Fehlen dort beklagt.

Auch zb bzgl Sandra Maischberger beim WDR (war mal dort früher für einige Monate freier Mitarbeiter), da hatte ich ein längeres Gespräch über 15min indem ich klar gestellt hatte, wie völlig kritiklos und ohne jegliche Recherche da Leute eingeladen und deren Thesen quasi als seriöse Fakten präsentiert wurden, wobei man bei Betrachtung der Hintergründe, sowohl bzgl der Personen, als auch der Inhalte, klar erkennen konnte, dass dies unseriös war.

Das wurde zumindest in diesem Gespräch auch so akzeptiert und zur Kenntnis genommen..

Das Ergebnis (obwohl da natürlich kein kausaler Zusammenhang besteht):

Maischberger hat jetzt in der ARD nicht mehr 1 Show pro Woche, sondern 3! 😡👎

Gerade wurde wohl auch wieder ein AfD Mann dort präsentiert, wobei auch dies vermutlich nicht mit ausreichenden Gegenwind durch faktische Klarstellung der Absurdität dieser rechtsextremen Thesen erfolgte (zumindest war dies immer in der Vergangenheit so)

Aber, wie gesagt, ich schau mir das nicht mehr an🛑

Also, Hr. Winz, da scheinen wir uns ja doch einig zu sein👍

Aber für evt Leser finde ich es dann auch gut, das dann erörtert und geklärt zu haben 🙂

Avatar von Gerold Winz

Hallo Herr Baro, 

da ich die Sendung von Frau Tacke tatsächlich nicht kannte, habe ich mir das heute für genau 15 Minuten angeschaut. Da überkommt einem tatsächlich das kalte Grausen.

Bsp. 1: Im "Heute Journal" direkt vor der Tacke-Sendung wurde das Politbarometer gezeigt und dabei auch die Bewertung der "Rente mit 63". (https://www.zdf.de/play/magazine/politbarometer-344/260820-politbarometer-video-100) ab Minute 5:10. Frau Tacke startet per QR-Code eine eigene Abfrage dazu - ist vermutlich sehr repräsentativ :-) und will das Ergebnis auch in der Sendung diskutieren....

Bsp. 2: Die Bezieher dieser Rente sind laut Frau Tacke die Besser-Verdienenden, woher sie diese Information hat, sagt sie nicht udn auch nicht ab welchem Einkommen man dazugehört.

Eine kurze Recherche sagt mir dazu folgendes: Es gibt Auswertungen und Studien (u. a. vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und der Deutschen Rentenversicherung) zur Inanspruchnahme der sogenannten „Rente mit 63“. Die Daten zeigen, dass vor allem Facharbeiter und Angestellte mit mittlerem Einkommen diese Option wählen, während Menschen mit extrem schweren körperlichen Berufen oder umgekehrt Akademiker seltener vertreten sind.

FAZIT: Je Minute dieser Sendung sind für mich gestohlene Lebenszeit mit NULL Mehrwert und das lasse ich in meinem Alter nicht mehr zu.

Und sorry, wenn ich Sie nochmals belästigt habe.

Avatar von Ludwig Baro

Hallo Herr Winz,

Danke für Ihren Kommentar 👍

Stimme Ihnen natürlich zu, mir geht es ja bzgl solcher Shows genauso, und Ihre kleine Recherche zeigt ja schon auch, daß selbst die zT 10 Köpfigen Redaktionen hinter den Moderatoren solcher Shows inkompetent sind, oder aber deren Ergebnisse in der Show ignoriert werden.

Natürlich war das keine "Belästigung" für mich, Sinn und Zweck solcher Blogs wie hier ist ja gerade sich dazu thematisch auszutauschen🙂

Avatar von Matthias Schmitz

Sich gegenseitig inkompetenz vorzuwerfen macht schon deshalb keinen Sinn weil meiner Erfahrung nach sich die verschiedenen Parteien gar nicht die Mühe machen die jeweils andere Postion zu verstehen.

Ja, es gibt eklatante Fehler, aber die liegen meist irgendwo im Detail bei den Schlussfolgerungen und/oder in der Priorisierung.

Alle Modelle haben ihre Schwächen meiner Erfahrung nach.

Selbst bei Höfgen kann man etwas finden. Sorry dass ich dazwischengrätschte

Avatar von Uli

Vielen Dank Maurice für Deine fundierte Sicht auf die Dinge, auch bei dieser Sendung wieder. Ich bewundere Deine Ausdauer und Contenance auch noch bei dem größten Unfug, der bei Lanz, Illner, Tacke & Co. produziert wird. Säße ich an Deiner Stelle, dann hätte das Mikro vor Dir schön längst deutliche Bißspuren vor lauter Frust. Stay tuned & weiter so …

Avatar von Clay Bertrand 🍉

Es ist inzwischen zu teuer zur Arbeit zu fahren!

Avatar von Ninja Eule

Ich finde das ist eine Programbeschwerde wert. Kann ja nicht sein, dass du ständig die Arbeit des ÖRRs machst und die können einfach weiter in den Talkshows Irrsinn erzählen. Besonders ist es ja nicht ein Gast, welcher von sich aus Falschinformationen von sich gegeben hat, sondern der Moderator war verantwortlich die Frage überhaupt zu stellen.

Avatar von Ludwig Baro

Ich habe jetzt das Video von Maurice zu der Tacke-Show zum Thema hier, angeblich "zu hohe Löhne in Deutschland" gesehen, und größtenteils auch das über die ebenfalls desaströse Show mit Kevin Kühnert (Finanzwende) und neoliberalen Lobbyisten zum Thema "Erbschaftssteuer"

Erstmal Danke an Maurice, gute Analyse👍

Ich erwarte ja schon wirklich nichts qualitatives mehr bei ZDF Talkshows👎👎👎 , aber das ist ja wirklich noch bodenloser als schon bei Illner,..

allerdings frage ich mich dennoch, ob nicht doch nach wie vor Markus Lanz den Titel des schlechtestens Talk "Masters" verdient 🤔??

Lanz *glänzt" zwar oft mit vermeintlichem "Fakten Wissen" (was er nicht alles - seinem Bekunden nach - an zahlreichen Büchern gelesen haben will😉),.. welches allerdings meist einseitig, oder gar falsch ist!

Dazu betreibt er in seinem leeren Studio (Zuschauer will er nicht mehr haben) ein strenges Regime:

Aussagen seiner Gäste werden idR streng bewertet, von "da haben Sie eine Punkt", "genau" bis "absolut" (Richtig) bis auf der anderen Seite die schnell gezogene rote Karte mit der Behauptung der Lüge, mit "das glauben Sie doch selbst nicht", "seien Sie doch mal ehrlich".. ❗

Dazu kommt ein mE "Inquisitiorisches" Setting seiner Shows, meist werden die Gäste so eingeladen, dass eine 2 (bis 4) zu 1 Situation eintritt, wo der eine Deliquent fertig gemacht werden soll.

Dabei ist Lanz natürlich NICHT (wie es eigentlich die Grundaufgabe eines Moderators wäre) möglichst neutral, nein er ist deutlich dabei Parteiisch und vertritt mit all den Privilegien des Talk-"Masters" SEINE Linie 👎

Nun hat Frau Tacke, jedenfalls gemäß der verständlichen Kritik von Maurice an ihrer Show, Lanz (und anderen) den Rang abgerungen, die mieseste Talkshow des dt. Fernsehens zu betreiben❗

Da kann man ihr nur zu gratulieren, sozusagen die "goldenene Himbeere" 😁👎

Nun, was diese "Auszeichnung" rechtfertigen könnte ist ja nun auch der wirkliche absolute Hammer an VÖLLIGER Inkompetenz und totaler Ahnungslosigkeit:

Die wirklich mehrfach (ca. 5-6mal) im Talk behauptete Aussage von der "Blümchen-Frau" Böhm (Maler-Unternehmen) das bei ihr Maler mit 210 Std. Arbeitsstunden / M. WENIGER Netto in der Tasche hätten, als mit 190 Std., ist völlig ABSURDER BLÖDSINN 👎❗

Aber das wurde da nicht nur von Madsen (CDU) als zutreffend aufgenommen, sondern auch von Ramelow (Die Linke) abgenickt und von Tacke gleich als Fakt in die "Diskussion" eingebracht.

Wie Maurice dann ja darstellt, wurde dass in den Kommentaren vom ZDF (Heute Redaktion) sogar noch SCHRIFTLICH aufgenommen und mit einer völlig belanglosen Rechnung untermauert, in der man "nachwies", das es dann zwar Brutto mehr Lohn geben würde, es aber demnach sein könne, dass es Netto am Ende dennoch weniger sein könnten❗

Was für ein Wahnsinn 😵‍💫!

Es ist, wie Maurice ja belegt (muss das nicht wiederholen), unmöglich dass man mit mehr Brutto weniger Netto hat❗

Unten hatte ich ja in meinem Dialog mit Hr. Winz die Frage aufgeworfen, was denn nun die Ursache dieser offensichtlichen Inkompetenz bei dieser Talk-Show sein könnte, die gegenüber einer fähigen Redaktion ignorante Moderatorin, oder eben eine unfähige Redaktion 🤔❓

Ich denke diese Frage ist mit dem o.g. Kommentar des ZDF beantwortet:

Beide, sowohl Tacke, als auch die Redaktion sind damit objektiv belegbar inkompetent und daher völlig ungeeignet für so ein "Format" ❗✔️

Da drängt sich nur logischerweise die Frage auf, wie sowas in so einer großen Medien - Anstalt denn überhaupt sein kann 🤔?

Meine Antwort, dass kann nur strukturelle und ideologische Ursachen haben, demnach gibt es bei der Besetzung von Schlüsselpositionen keine Orientierung an der wirklichen fachlichen Qualifikation der Personen.

Und zum anderen (denn dies alleine reicht zur Erklärung nicht aus), MUSS dahinter, bei den Entscheidungsträgern eine entsprechende IDEOLOGIE herrschen, die von libertären, neoliberalen, sozialdarwinistischen Narrativen UND von ebensolchen oberflächlichen Populismus geprägt sein muss 👎❗

Die Fragen die sich mir da aufdrängen:

▪️ Warum wird dies (wenn auch nicht unbedingt in dieser Radikalität) nur von wenigen Journalisten / Medien / Wissenschaftlern (wie zb von Maurice) analysiert und thematisiert ❓

▪️ Ist dies dann nicht schon soweit in dieser ZDF - Anstalt strukturell eingebrannt, dass da keinerlei Besserung mehr zu erwarten ist, und wäre damit nicht die Existenz-Berechtigung des ZDF hinfällig ❓

Avatar von Carola&Holger Lüttich

Danke sehr für diesen wichtigen Artikelbeitrag!

Avatar von Richard

Danke für den Beitrag, ich wäre auch reingefallen. Bodo hatte da ja auch einen Punkt, aber an der falschen Stelle.

Wie löst man das "Problem"? Also die Arbeitgeber sollten wieder etwas mehr vom Kuchen abgeben, drohen aber immer mit Abwanderung, und unserer Wirtschaft insb. Automobile-Industrie geht es ja so schlecht. Hohe Arbeitslosigkeit, Arbeitgeber können sich aussuchen wer den Job bekommt.

Die Autohersteller setzen immer noch aufs falsche Pferd und können nicht günstig produzieren, weil die Batterieherstellung auf teure Rohstoffe aus China angewiesen ist, unser Exportüberschuss wankt.

Avatar von Flo - Lichtbaumer Kapital

Servus, bin da völlig bei dir! Kosten isoliert ohne Wertschöpfung zu betrachten, macht keinen Sinn. Das eigentliche Problem an den 45 Euro ist für mich in der Praxis aber die Struktur. Der Arbeitgeber zahlt Spitzenpreise, beim Arbeitnehmer kommt netto durch die hohe Abgabenlast aber viel zu wenig an. Wenn dann auch noch die Produktivität stagniert, frisst das die Margen am Standort auf.

Der Bulgarien-Vergleich zeigt den Statistik-Fehler zwar super, aber unsere echten Benchmark bei den Lohnstückkosten sind am Ende eher die USA oder Skandinavien

Avatar von Peter Matthis

Ich bin generell einverstanden, aber was soll der Hinweis auf die "hohe Abgabenlast"? Wird der Kommentator nie krank und erreicht das Rentenalter nicht? Der Abgabenlast muss man die Leistungen der verschiedenen Versicherungen gegenüber stellen, wenn man das seriös diskutieren will.

Avatar von Flo - Lichtbaumer Kapital

absolut richtig, den Punkt gebe ich dir komplett. Als Familienvater bin ich extrem dankbar für unser soziales Netz und unser Gesundheitssystem. das ist ein Privileg, das uns als Gesellschaft zusammenhält.

Mir geht es hier vielmehr um die aktuelle Balance: Wenn jemand Vollzeit Gas gibt und das Brutto hoch ist, aber auf dem Konto netto so wenig ankommt, dass es im Alltag eng wird, dann kippt irgendwann das System. Es geht mir null darum, den Sozialstaat mit dem Rotstift kaputtzusparen. Sondern eher um die Sorge, dass von der harten Arbeit für den Einzelnen wieder spürbar mehr in der eigenen Tasche bleiben muss. Guter und wichtiger Einwand von dir!