Diskussion über diese Post

Avatar von User
Avatar von Philipp
3hBearbeitet

Was mich an den ganzen Diskussionen im politischen Berlin mit Abstand am meisten stört ist die Tatsache, dass selbst die Linken das eigentliche Problem unserer Sozialversicherung und eigentlich des gesamten Bundeshaushalts nicht ausreichend thematisieren: Die Kosten tragen die Mittel- und Unterschicht, die Obersicht und die Überreichen entziehen sich dem Solidarsystem unserer Gesellschaft nahezu vollständig - nehmen die Vorteile aber gerne mit.

Insbesondere die SPD hat hier den Schuss offensichtlich noch nicht gehört. Die Union höhlt den Sozialstaat, zumindest rhetorisch, immer weiter aus, spricht von "Zumutungen" und "harten Einschnitten" für alle, bei denen sie die Oberschicht und Überreiche aber explizit ausklammert. Und die SPD versteckt sich hinter einem Koalitionsfrieden, den die Union schon längst aufgekündigt hat. Die Union macht asoziale, teilweise verfassungsfeindliche Politik - und die SPD trägt das mit.

Ich kann selbst kaum glauben, dass ich das gerade denke, aber die SPD sollte sich ein Beispiel an der FDP nehmen und zum Gegenangriff auf die Union blasen. Die SPD sollte die Pläne der Union als das benennen, was sie sind: asozial, gesellschaftszersetzend, verfassungsfeindlich. Und die SPD sollte endlich riskieren, dass die Union die Koalition aufkündigt - aber sie nicht selbst aufkündigen. "Offene Feldschlacht" nach Vorbild der FDP. Nur diesmal nicht mit libertären und neoliberalen Wichsphantasien, sondern mit sozialer Programmatik. Ich fürchte allerdings, dass die SPD-Funktionäre vergessen haben, was "sozial" und "links" eigentlich ist.

Avatar von Simon Lübbers

Ich lese deine hervorragenden Ratschläge an die Politik und denke: "Gut dass es einen Ökonomen wie Höfgen gibt. Schade, dass es niemand lesen wird, der das umsetzen könnte."

Dann sehe ich zwei Stunden später einen Leitartikel von Reiermann im Spiegel zum gleichen Thema, der in jedem einzelnen Punkt die diametral entgegengesetzte Position vertritt. Der Titel allen Ernstes: "Das Land braucht eine Schuldenbremse. Als Schutz vor der AfD"

Und ich denke mir: "What???!!!"

Und das schimpft sich dann etabliertes Qualitätsmedium. Und das ist ja wirklich kein Einzelfall. Spiegel, Zeit, Süddeutsche, die alle irgendwie als links gelten, sind bei wirtschaftspolitischen Themen alle voll auf FDP-Linie. Ich kriege bei der Lektüre regelmäßig das Kotzen.

Ich fände es deshalb super, wenn es wenigstens hier im Newsletter regelmäßig Reaktionen auf solche Stuss-Kommentare gäbe, so wie du auf dem Youtube-Kanal ja auch auf TV-Auftritte von Politikern aber auch Journalisten reagierst.

4 weitere Kommentare …

Keine Posts

Sind Sie bereit für mehr?