Was mich an den ganzen Diskussionen im politischen Berlin mit Abstand am meisten stört ist die Tatsache, dass selbst die Linken das eigentliche Problem unserer Sozialversicherung und eigentlich des gesamten Bundeshaushalts nicht ausreichend thematisieren: Die Kosten tragen die Mittel- und Unterschicht, die Obersicht und die Überreichen entziehen sich dem Solidarsystem unserer Gesellschaft nahezu vollständig - nehmen die Vorteile aber gerne mit.
Insbesondere die SPD hat hier den Schuss offensichtlich noch nicht gehört. Die Union höhlt den Sozialstaat, zumindest rhetorisch, immer weiter aus, spricht von "Zumutungen" und "harten Einschnitten" für alle, bei denen sie die Oberschicht und Überreiche aber explizit ausklammert. Und die SPD versteckt sich hinter einem Koalitionsfrieden, den die Union schon längst aufgekündigt hat. Die Union macht asoziale, teilweise verfassungsfeindliche Politik - und die SPD trägt das mit.
Ich kann selbst kaum glauben, dass ich das gerade denke, aber die SPD sollte sich ein Beispiel an der FDP nehmen und zum Gegenangriff auf die Union blasen. Die SPD sollte die Pläne der Union als das benennen, was sie sind: asozial, gesellschaftszersetzend, verfassungsfeindlich. Und die SPD sollte endlich riskieren, dass die Union die Koalition aufkündigt - aber sie nicht selbst aufkündigen. "Offene Feldschlacht" nach Vorbild der FDP. Nur diesmal nicht mit libertären und neoliberalen Wichsphantasien, sondern mit sozialer Programmatik. Ich fürchte allerdings, dass die SPD-Funktionäre vergessen haben, was "sozial" und "links" eigentlich ist.
Philipp, das ist genau das, was mich an der SPD und ihrer jetzigen Ausrichtung stört.
Soziales Gewissen? Abgeschrieben, das gab's mal früher, stattdessen Enrich the Rich, nach oben katzbuckeln und nach unten treten.
Marktwirtschaft? Miss Wirtschaft Katherina Reiche bestimmt das Geschehen mit einer rückwärtsgewandten Wirtschaftspolitik und die SPD steht daneben und wäscht ihre Hände in Unschuld, dabei gäbe es gerade hier die Gelegenheit, sich zu profilieren. Der EE gehört die Zukunft, EE, BEV, PV und WKA sind das Rezept für eine zukunftsorientierte Politik.
Finanzpolitik? Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber Lars Klingbeil ist ein Totalausfall. Gerade aus den letzten Jahren hätte die Erkenntnis wachsen müssen, dass in extremen Situationen wie heutzutage die Schuldenbremse ausgesetzt werden müsste, Investitionen in die Zukunft müssen schnellstmöglich erfolgen.
Die Union erweist sich - wieder mal - als Hemmschuh, verharrt im Mittelmaß und lässt sich von den Lobbyisten aus Finanzoligarchie und Fossilindustrie "beraten" mit dem Ergebnis, dass die Lobbyverbände selbst die Gesetzentwürfe schreiben und Frau Reiche ausgerechnet eine Werbeagentur verpflichtet, die mit der Fossilwirtschaft eng verbunden ist
Mit diesen Parteien ist kein Staat zu machen, aber, um eins klarzustellen, die "Alternative för Dösbaddels" ist KEINE Alternative.
Stimmt. Danke an @Maurice und @Philipp hier. Die Angst indes vor der AfD ist auch in der SPD sehr groß. Geradezu überwältigend. Und im Interview mit Robert Habeck von 02 / 2025 stellt der ja auch diese größte Sorge explizit heraus. In der SPD wird es auf den Basisaufstand drauf ankommen, die Grünen werden potenziell sich stärker dem Thema soziale Dimension von Energiewende und Klimapolitik programmatisch öffnen müssen, die Linken müssten das vorantreiben. Letztlich müsste die SPD endlich Bodenpolitik und bezahlbaren Wohnraum programmatisch offensiv koordiniert angehen. Alles derzeit nicht wirklich in Sicht. Im Herbst jedoch wird man spätestens den Nebel der Verdrängung lichten müssen.
die SPD hört den Urknall nicht…den Schuss nicht hören ist verzeihlich. und ja: die SPD ist das feigste Dreckschwein: die letzte Bastion vor den geerbten asozialen…aber Klingbeil hat Angst…wovor? feige S..
Ich lese deine hervorragenden Ratschläge an die Politik und denke: "Gut dass es einen Ökonomen wie Höfgen gibt. Schade, dass es niemand lesen wird, der das umsetzen könnte."
Dann sehe ich zwei Stunden später einen Leitartikel von Reiermann im Spiegel zum gleichen Thema, der in jedem einzelnen Punkt die diametral entgegengesetzte Position vertritt. Der Titel allen Ernstes: "Das Land braucht eine Schuldenbremse. Als Schutz vor der AfD"
Und ich denke mir: "What???!!!"
Und das schimpft sich dann etabliertes Qualitätsmedium. Und das ist ja wirklich kein Einzelfall. Spiegel, Zeit, Süddeutsche, die alle irgendwie als links gelten, sind bei wirtschaftspolitischen Themen alle voll auf FDP-Linie. Ich kriege bei der Lektüre regelmäßig das Kotzen.
Ich fände es deshalb super, wenn es wenigstens hier im Newsletter regelmäßig Reaktionen auf solche Stuss-Kommentare gäbe, so wie du auf dem Youtube-Kanal ja auch auf TV-Auftritte von Politikern aber auch Journalisten reagierst.
Mit einer Ausnahme. Im letzten Absatz schreibt Maurice «Klingbeil sollte zum Hörer greifen und sich Rat von Habeck holen. Sonst verantwortet er einen Fehler, der dem ganzen Land teurer zu stehen kommt, als ein Konjunkturprogramm je sein könnte.»
Klingbeil wird Habeck nicht anrufen. Deshalb sollten wir alle zusammenlegen und Lars Klingbeil zu seinem einjährigen Dasein als Vizekanzler und Finanzminister am 6. Mai das Werk von Wolfgang Stützel „Volkswirtschaftliche Saldenmechanik – ein Beitrag zur Geldtheorie“ schenken. Dort steht in der Einleitung:
«Vor lauter Skepsis gegenüber der Allgemeingültigkeit ökonomischer Aussagen wird aber leider manchmal übersehen, dass es neben Zusammenhängen, die von menschlichem Verhalten abhängen, …., viele Größenbeziehungen in der Wirtschaft gibt, über die sich streng Allgemeingültiges aussagen lässt, Zusammenhänge die nicht von menschlichem Verhalten abhängen, sondern auch dann unverändert bestehen bleiben würden, wenn die Menschen sich noch so ungewöhnlich verhielten.
Es geht freilich bei diesen strengen Zusammenhängen häufig um recht primitive Dinge. So besteht zwischen der Wirtschaftstätigkeit des Herrn Schulze und der Tätigkeit aller übrigen Mitglieder der Weltwirtschaft außer zahllosen anderen Beziehungen auch noch der primitive Zusammenhang, dass stets, sooft Herr Schulze mehr verkauft und einnimmt als er selbst kauft und ausgibt, die „übrige Weltwirtschaft“ im gleichen Zeitraum einen gleichgroßen Überschuss Ihrer Käufe über Ihre gleichzeitigen Verkäufe haben wird, da offensichtlich jeder Verkaufsakt für den Partner einen Kaufakt darstellt. Man braucht, um derartige Zusammenhänge darzustellen, keine höhere Mathematik, es genügt, im Bewusstsein zu halten, dass eben auf dieser Erde stets 2 + 2 = 4 bleibt.
Man könnte vermuten, dass solche arithmetischen Zusammenhänge wie der unseres kleinen Beispiels stets so primitiv und so selbstverständlich sind, dass es gar nicht nötig ist, sie eigens zu erwähnen, geschweige denn zum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung zu machen.
Prüft man aber Aussagen über volkswirtschaftliche Zusammenhänge etwas näher unter diesem speziellen Aspekt, dann muss man leider feststellen, dass gerade diese "primitiven" Zusammenhänge vielfach nicht beachtet werden.»
Wenn Lars Klingbeil als Finanzminister nur diese Sätze in der Einleitung begreifen würde, wären die Bundesregierung und das ganze Land ein gutes Stück weiter. Würde er das Buch komplett lesen und verstehen, die SPD und das Land ginge rosigen Zeiten entgegen.
Die Ahnungslosigkeit der Regierung potenziert sich noch durch die ausgeprägte Beratungsresistenz. Ich wundere mich immer wieder wie wenig über volkswirtschaftliche Themen geredet wird. Ein Zeichen dafür, dass sie nicht einmal wissen was sie nicht wissen in der Regierung. Natürlich haben sie alle Angst vor der AfD, nur verstehen die Leute in der Regierung nicht, warum die Rechten stärker werden. It‘s the economy stupid!
Tolle Analyse, wie immer aber was hilft es? Von der jetzigen Regierung ist niemand auch nur im Ansatz bereit überhaupt nur einen deiner Vorschläge umzusetzen. Mir scheint, wir stecken in einer Abwärtsspirale mit düsterem Ausgang. Es wird an der Sparpolitik festgehalten, die Wirtschaft stagniert weiter, die Bevölkerung wird unzufriedener, die AfD bekommt weiter Zulauf, mit der Konsequenz, dass die CDU nochmehr Themen von ihr übernimmt oder die AfD gleich selbst die Macht übernimmt, mit der Folge, dass die Wirtschaft noch extremer abschmiert und es den Leuten noch schlechter geht. Die Schuld wird dann aber nicht mehr bei der AfD gesucht sondern bei Ausländern und allen gegen die sie jetzt schon wettert. Kurzum, die 30-er Jahre des letzten Jahrhunderts wiederholen sich gerade.
Ein Lieblings-bonmot der Konservativ-Liberalen und ein zielgenauer Treffer beim abendlichen bullshit Bingo in jeder Polit-Talkshow. Aber bei 300 Mrd jährlicher Einnahmeüberschüsse der Privaten ist das halt völliger Kappes.
Richtig müsste es wohl heißen: Wachstum muss damit gelingen, dass wir das gesamte Ausland zu Schuldnern machen. Da wünsche ich mal in einer tendenziell protektionistischen Weltwirtschaft „Glück auf“.
Was mich an den ganzen Diskussionen im politischen Berlin mit Abstand am meisten stört ist die Tatsache, dass selbst die Linken das eigentliche Problem unserer Sozialversicherung und eigentlich des gesamten Bundeshaushalts nicht ausreichend thematisieren: Die Kosten tragen die Mittel- und Unterschicht, die Obersicht und die Überreichen entziehen sich dem Solidarsystem unserer Gesellschaft nahezu vollständig - nehmen die Vorteile aber gerne mit.
Insbesondere die SPD hat hier den Schuss offensichtlich noch nicht gehört. Die Union höhlt den Sozialstaat, zumindest rhetorisch, immer weiter aus, spricht von "Zumutungen" und "harten Einschnitten" für alle, bei denen sie die Oberschicht und Überreiche aber explizit ausklammert. Und die SPD versteckt sich hinter einem Koalitionsfrieden, den die Union schon längst aufgekündigt hat. Die Union macht asoziale, teilweise verfassungsfeindliche Politik - und die SPD trägt das mit.
Ich kann selbst kaum glauben, dass ich das gerade denke, aber die SPD sollte sich ein Beispiel an der FDP nehmen und zum Gegenangriff auf die Union blasen. Die SPD sollte die Pläne der Union als das benennen, was sie sind: asozial, gesellschaftszersetzend, verfassungsfeindlich. Und die SPD sollte endlich riskieren, dass die Union die Koalition aufkündigt - aber sie nicht selbst aufkündigen. "Offene Feldschlacht" nach Vorbild der FDP. Nur diesmal nicht mit libertären und neoliberalen Wichsphantasien, sondern mit sozialer Programmatik. Ich fürchte allerdings, dass die SPD-Funktionäre vergessen haben, was "sozial" und "links" eigentlich ist.
Philipp, das ist genau das, was mich an der SPD und ihrer jetzigen Ausrichtung stört.
Soziales Gewissen? Abgeschrieben, das gab's mal früher, stattdessen Enrich the Rich, nach oben katzbuckeln und nach unten treten.
Marktwirtschaft? Miss Wirtschaft Katherina Reiche bestimmt das Geschehen mit einer rückwärtsgewandten Wirtschaftspolitik und die SPD steht daneben und wäscht ihre Hände in Unschuld, dabei gäbe es gerade hier die Gelegenheit, sich zu profilieren. Der EE gehört die Zukunft, EE, BEV, PV und WKA sind das Rezept für eine zukunftsorientierte Politik.
Finanzpolitik? Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber Lars Klingbeil ist ein Totalausfall. Gerade aus den letzten Jahren hätte die Erkenntnis wachsen müssen, dass in extremen Situationen wie heutzutage die Schuldenbremse ausgesetzt werden müsste, Investitionen in die Zukunft müssen schnellstmöglich erfolgen.
Die Union erweist sich - wieder mal - als Hemmschuh, verharrt im Mittelmaß und lässt sich von den Lobbyisten aus Finanzoligarchie und Fossilindustrie "beraten" mit dem Ergebnis, dass die Lobbyverbände selbst die Gesetzentwürfe schreiben und Frau Reiche ausgerechnet eine Werbeagentur verpflichtet, die mit der Fossilwirtschaft eng verbunden ist
Mit diesen Parteien ist kein Staat zu machen, aber, um eins klarzustellen, die "Alternative för Dösbaddels" ist KEINE Alternative.
Stimmt. Danke an @Maurice und @Philipp hier. Die Angst indes vor der AfD ist auch in der SPD sehr groß. Geradezu überwältigend. Und im Interview mit Robert Habeck von 02 / 2025 stellt der ja auch diese größte Sorge explizit heraus. In der SPD wird es auf den Basisaufstand drauf ankommen, die Grünen werden potenziell sich stärker dem Thema soziale Dimension von Energiewende und Klimapolitik programmatisch öffnen müssen, die Linken müssten das vorantreiben. Letztlich müsste die SPD endlich Bodenpolitik und bezahlbaren Wohnraum programmatisch offensiv koordiniert angehen. Alles derzeit nicht wirklich in Sicht. Im Herbst jedoch wird man spätestens den Nebel der Verdrängung lichten müssen.
die SPD hört den Urknall nicht…den Schuss nicht hören ist verzeihlich. und ja: die SPD ist das feigste Dreckschwein: die letzte Bastion vor den geerbten asozialen…aber Klingbeil hat Angst…wovor? feige S..
Ich lese deine hervorragenden Ratschläge an die Politik und denke: "Gut dass es einen Ökonomen wie Höfgen gibt. Schade, dass es niemand lesen wird, der das umsetzen könnte."
Dann sehe ich zwei Stunden später einen Leitartikel von Reiermann im Spiegel zum gleichen Thema, der in jedem einzelnen Punkt die diametral entgegengesetzte Position vertritt. Der Titel allen Ernstes: "Das Land braucht eine Schuldenbremse. Als Schutz vor der AfD"
Und ich denke mir: "What???!!!"
Und das schimpft sich dann etabliertes Qualitätsmedium. Und das ist ja wirklich kein Einzelfall. Spiegel, Zeit, Süddeutsche, die alle irgendwie als links gelten, sind bei wirtschaftspolitischen Themen alle voll auf FDP-Linie. Ich kriege bei der Lektüre regelmäßig das Kotzen.
Ich fände es deshalb super, wenn es wenigstens hier im Newsletter regelmäßig Reaktionen auf solche Stuss-Kommentare gäbe, so wie du auf dem Youtube-Kanal ja auch auf TV-Auftritte von Politikern aber auch Journalisten reagierst.
Alles richtig, was Maurice schreibt.
Mit einer Ausnahme. Im letzten Absatz schreibt Maurice «Klingbeil sollte zum Hörer greifen und sich Rat von Habeck holen. Sonst verantwortet er einen Fehler, der dem ganzen Land teurer zu stehen kommt, als ein Konjunkturprogramm je sein könnte.»
Klingbeil wird Habeck nicht anrufen. Deshalb sollten wir alle zusammenlegen und Lars Klingbeil zu seinem einjährigen Dasein als Vizekanzler und Finanzminister am 6. Mai das Werk von Wolfgang Stützel „Volkswirtschaftliche Saldenmechanik – ein Beitrag zur Geldtheorie“ schenken. Dort steht in der Einleitung:
«Vor lauter Skepsis gegenüber der Allgemeingültigkeit ökonomischer Aussagen wird aber leider manchmal übersehen, dass es neben Zusammenhängen, die von menschlichem Verhalten abhängen, …., viele Größenbeziehungen in der Wirtschaft gibt, über die sich streng Allgemeingültiges aussagen lässt, Zusammenhänge die nicht von menschlichem Verhalten abhängen, sondern auch dann unverändert bestehen bleiben würden, wenn die Menschen sich noch so ungewöhnlich verhielten.
Es geht freilich bei diesen strengen Zusammenhängen häufig um recht primitive Dinge. So besteht zwischen der Wirtschaftstätigkeit des Herrn Schulze und der Tätigkeit aller übrigen Mitglieder der Weltwirtschaft außer zahllosen anderen Beziehungen auch noch der primitive Zusammenhang, dass stets, sooft Herr Schulze mehr verkauft und einnimmt als er selbst kauft und ausgibt, die „übrige Weltwirtschaft“ im gleichen Zeitraum einen gleichgroßen Überschuss Ihrer Käufe über Ihre gleichzeitigen Verkäufe haben wird, da offensichtlich jeder Verkaufsakt für den Partner einen Kaufakt darstellt. Man braucht, um derartige Zusammenhänge darzustellen, keine höhere Mathematik, es genügt, im Bewusstsein zu halten, dass eben auf dieser Erde stets 2 + 2 = 4 bleibt.
Man könnte vermuten, dass solche arithmetischen Zusammenhänge wie der unseres kleinen Beispiels stets so primitiv und so selbstverständlich sind, dass es gar nicht nötig ist, sie eigens zu erwähnen, geschweige denn zum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung zu machen.
Prüft man aber Aussagen über volkswirtschaftliche Zusammenhänge etwas näher unter diesem speziellen Aspekt, dann muss man leider feststellen, dass gerade diese "primitiven" Zusammenhänge vielfach nicht beachtet werden.»
Wenn Lars Klingbeil als Finanzminister nur diese Sätze in der Einleitung begreifen würde, wären die Bundesregierung und das ganze Land ein gutes Stück weiter. Würde er das Buch komplett lesen und verstehen, die SPD und das Land ginge rosigen Zeiten entgegen.
Die Ahnungslosigkeit der Regierung potenziert sich noch durch die ausgeprägte Beratungsresistenz. Ich wundere mich immer wieder wie wenig über volkswirtschaftliche Themen geredet wird. Ein Zeichen dafür, dass sie nicht einmal wissen was sie nicht wissen in der Regierung. Natürlich haben sie alle Angst vor der AfD, nur verstehen die Leute in der Regierung nicht, warum die Rechten stärker werden. It‘s the economy stupid!
Tolle Analyse, wie immer aber was hilft es? Von der jetzigen Regierung ist niemand auch nur im Ansatz bereit überhaupt nur einen deiner Vorschläge umzusetzen. Mir scheint, wir stecken in einer Abwärtsspirale mit düsterem Ausgang. Es wird an der Sparpolitik festgehalten, die Wirtschaft stagniert weiter, die Bevölkerung wird unzufriedener, die AfD bekommt weiter Zulauf, mit der Konsequenz, dass die CDU nochmehr Themen von ihr übernimmt oder die AfD gleich selbst die Macht übernimmt, mit der Folge, dass die Wirtschaft noch extremer abschmiert und es den Leuten noch schlechter geht. Die Schuld wird dann aber nicht mehr bei der AfD gesucht sondern bei Ausländern und allen gegen die sie jetzt schon wettert. Kurzum, die 30-er Jahre des letzten Jahrhunderts wiederholen sich gerade.
„Wachstum müsse ohne neue Schulden gelingen“.
Ein Lieblings-bonmot der Konservativ-Liberalen und ein zielgenauer Treffer beim abendlichen bullshit Bingo in jeder Polit-Talkshow. Aber bei 300 Mrd jährlicher Einnahmeüberschüsse der Privaten ist das halt völliger Kappes.
Richtig müsste es wohl heißen: Wachstum muss damit gelingen, dass wir das gesamte Ausland zu Schuldnern machen. Da wünsche ich mal in einer tendenziell protektionistischen Weltwirtschaft „Glück auf“.