15 Kommentare
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Avatar von Josef

Glückwunsch Maurice! Freue mich für euch! Und danke für den tollen Artikel!

Als Vater von 2 Kindern kann ich bestätigen, dass insbesondere die Situation der Kitas ein Problem darstellt.

Avatar von Laiconomics

Moin, zunächst, starker Artikel Maurice, wie es meistens der Fall ist.

Ich lebe seit 6 Jahren in Spanien und bin vor zwei Jahren Vater geworden. Ab Geburt ist der Vater verpflichtet 1,5 Monate einen sogenannten "Baja de Paternidad" zu nehmen, der einer Krankschreibung quasi gleichkommt. Hinzu kommen 2,5 Monate weiterer "Baja", der bis zum ersten Lebensjahr des Kindes genommen werden kann. Die Höhe der Leistung wird durch deine Einzahlung in die Sozialversicherung bestimmt und ist Steuerfrei. Darüber hinaus bekommt man noch zwei Wochen "Lactancia", im Falle der Mutter kann man das mit Stillzeit gleichsetzen, im Falle des Vaters ist das ein Vaterschaftsurlaub. Beides wird vom Unternehmen getragen.

Die Zeit, die ich am Anfang mit meinem Kind verbringen durfte, würde ich um nichts in der Welt eintauschen wollen. Meine Frau konnte dank all dem auch wieder früher in den Job einsteigen (haben zeitversetzt beantragt) und sogar Karrieretechnisch aufsteigen.

Wenn man keine Großeltern ums Eck wohnen hat, die auch noch sehr viel Zeit und Muße mitbringen müssen um einen zu unterstützen, wäre es ohne diese Unterstützung nahezu unmöglich Kinder hier großzuziehen. Denke in Deutschland schauts ähnlich aus und Maurice hat ja bereits die Finanzen angesprochen (keine Erhöhung des Elterngeldes seit 17 Jahren ist schon schwach). Wenn man sich folgende OECD Statistik ansieht ist in Deutschland noch einiges an Luft nach oben (glaube in DE hat sich seit 2022 nicht so viel verändert).

https://www.oecd.org/adobe/dynamicmedia/deliver/dm-aid--19c92ba7-a601-4daf-a42f-9a008ff3a11c/figure-1-duration-of-paid-maternity-leave-and-paid-paternity-leaves--april-2022.jpg?width=1886&preferwebp=true&quality=80

Avatar von Spatz

Obwohl ich den Aspekt für die Begründung des Vaterschaftsurlaubs ode Sonderurlaubs für Väter auf die Bindungs zum Kind nicht teile, dafür ist in der Bindungsforschung die Datenlage klar. Kinder bauen die Bindung zur Mutter in den ersten 3 Jahren auf und können rein von der Psyche den Vater als eigenständiges Wesen wie sich selbst gar nicht erfassen.

Aber den Aspekt der Organisation nach der Geburt finde ich für Realitätsnaher und auch volkswirtschaftlich besser umzusetzen.

Denn am Ende bezahlen die Singles und Alleinstehenden erstmal das ganze, Ohne hinterher einen Anspruch daran zu haben.

Vielmehr ist es entscheidend eine Wirtschaft zu haben, die nicht auf Almosen aus dem Ausland angewiesen ist.

Wie es jetzt langsam an der Zeit wird.

Avatar von CHRISTIAN HERRMANN

Es geht ja auch um die Bindung des Vaters zum Kind und um die Entlastung der Mutter. Kurz Familienzeit.

Avatar von Spatz

Also Entlastung der Mutter ist Nachvollziehbar. Aber die Bindung zum Vater erfolgt erst mit 3 Jajren, vorher weiß das Kind nicht mal wer der im Spiegel gegenüber ist.

Avatar von CHRISTIAN HERRMANN

Ich meine andersherum die Bindung vom Vater zum Kind. Und den Start als Familie mit einer tragenden Rolle auch des Vaters von Anfang an. Es soll ja Väter geben, die den Einstieg verpassen....

Avatar von Spatz

Sorry, ja hast du auch geschrieben.

Ich verstehe den Ansatz.

Deshalb bin ich ja dafür, dass der Vater am Anfang bei der Organisation und integrierung in den Alltag hilft.

Und aber dann erst beim Übergang des Kindes von primären Nazismus, "keine Erkennung eines "Du´s" und damit Unterscheidung von Ich und Du in der Psyche des Kindes".

Erst ab diesen Zeitpunkt kann der Vater überhaupt sowas wie eine Verbindung aufbauen. Denn jetzt lernt das Kind, dass der Vater eben Kein Körperteil oder Organ der Mutter ist sondern eine eigenständiges Individium was einen gegen die Gefahren da draußen beschützt und einen Hilft damit klar zu kommen.

Nach aktuellen Stand der Wissenschaft, die einer Falsifizierung überstanden haben, ist das menschlichen Kleinkind nach der Geburt noch "unterentwickelt". Eigendlich wäre die Zeit von Beginn der Befruchtung bis hin zu Empfängnis des Kindes 3-4 Jahr nötig. was das Kind im Mutterleib verbringen müsste.

Haben wir aber nicht.

Avatar von Vera

Ich habe zuwenig Kenntnisse dazu - aber vorab die Frage hat denn die Mutter einen vollen Lohnausgleich bzw. Sonderurlaub? Wenn ich die KI frage erhält die Mutter ungefähr ihr Gehalt weiter, es kann aber auch zu Abstrichen kommen. Während der Papa Sonderurlaub bekommen soll. Da wäre für mich die Frage der genetische Vater oder der Partner der Mutter?

Avatar von Spatz

Im Gesetz steht nicht mehr Vater oder Mutter, sondern Elternteil 1 und Elternteil 2. Die Mutter erhält Elterngeld für maximal 3 Monate innerhalb der ersten 3 Lebensjahre von rund 69% des letzten Gehaltes. Also so als wäre sie Krankgeschrieben.

Das mit dem Sonderurlaub des Vaters hängt vom Unternehmen ab. Dieser muss diesen genehmigen, also eine bis heute freiwillige Sache.

Avatar von Vera

Dann wäre ich erstmal für Sonderurlaub der Mutter mit 100% Lohnfortzahlung bevor ich für Sonderurlaub Väter bin, da sorry Frauen direkt betroffen sind.

Avatar von Spatz

Naja wenn du bereit bist den Ausfall mit zu finanzieren. Bist dann wenigstens für Sonderurlaub für Väter ab dem 3 Jahr des Kindes?

Avatar von Vera

Es kann doch nicht sein, dass ich als Mutter annähernd mein Geld bekomme, als Partner aber kompletten Sonderurlaub. Wenn dann sollten doch beide Partner, das gleich bekommen.

Avatar von Spatz

Ich verstehe deine Beweggründe und ich da im Kern hättest du recht.

Jetzt aber die Realität:

Du als Mutter erhältst Geld von der Krankenkasse und Nicht von einen Arbeitgeber. Deshalb auch 69% bis zu einer Summe von 1800€ maximal.

Dein Partner würde jetzt aber nicht über die Krankenkasse bezahlt sondern über den Arbeitgeber. Deshalb erhält er Gehaltsvorzahlung.

Das sind zwei an sich klar voneinander unterscheidbar Bereiche.

Deshalb mag es für dich und viele andere da draußen ungerecht sein, jedoch kannst du nicht auf den Gleichbehandlungsgrundsatz im Grundgesetz berufen, weil es eben zwei vollkommen verschiedene Bereiche sind.

Das eine ist Sozialstaat und das andere Marktwirtschaft.

Avatar von Vera

Vielen Dank für die Auklärung Spatz. die Aufklärung. Wenn ich dafür bin, dass Frauen die gleiche Bezahlung wie Männer erhalten, dann sollte bei der Geburt eines Kindes auch für eine gleiche Vergütung möglich sein und nicht nur max. 1800Euro.

Somit Sonderurlaub beide Elternteile.