Diskussion über diese Post

Avatar von User
Avatar von ContraVerse

Ich denke auch, dass sich beide Parteien da verrannt haben und die SPD am Ende der Loser sein wird. Ich finde aber auch, dass man beides machen sollte. Sowohl bei der Einkommensteuer eine wegweisende Reform, als auch bei den Sozialabgaben. Einen der besten Vorschläge, unter Sozial- und Entlastungsaspekten, hat laut ZEW anscheinend die Linke letztes Jahr gemacht (vgl. https://www.zew.de/fileadmin/FTP/gutachten/Bundestagswahlprogramme_ZEW_2025.pdf).

Insofern Einkommensteuerreform ja, aber nur wenn Entlastungen für Haushaltseinkommen zwischen 0 und 150.000 € mit gleichzeitigen Belastungen für Haushaltseinkommen über 150.000 €. Insgesamt mindestens aufkommensneutral, besser mit Mehreinnahmen (damit der Bundesrat es schwerer hat, abzulehnen). Leider ist das wohl politisch unrealistisch.

Eine Entlastung bei den Sozialabgaben scheint aber wohl auch eher unrealistisch, da wir ja viel zu viel für Soziales im Bund ausgeben und in einer Wirtschaftskrise ja dringend gespart werden muss.

Komisch daran ist, dass ja angeblich die Lohnkosten in Deutschland vieeeeeel zu hoch sind und jetzt unbedingt gedrückt werden müssen. Maurice Vorschlag würde sowohl Arbeitnehmer entlasten, als auch Lohnkosten senken. Win-Win also. Aber dafür müsste man die Kohle wo anders herbeschaffen (Schulden, ohgottohgottohgott oder Steuererhöhungen, kruzifix! oder Privilegienstreichen, himmelherrgott!)

Avatar von Gegenpunkt

Der Artikel hat recht... und bleibt trotzdem zu kurz.

Sozialabgaben statt Einkommensteuer ist technisch besser, sozial treffsicherer, politisch einfacher umsetzbar. Alles stimmt.

Aber was hier als Entlastungsdebatte läuft, ist eigentlich eine Verteilungsdebatte, die sich selbst nicht so nennen darf.

Wir reden die ganze Zeit darüber, wie man die vorhandene Last gerechter verteilt, nicht darüber, warum Arbeitseinkommen überhaupt so stark belastet sind, während Kapitalerträge bei 25% Abgeltungssteuer eingefroren sind. Dividenden, Mieteinnahmen, Zinsen, der ganze Komplex, der oben wächst, wird in dieser Debatte nicht mal erwähnt.

Die SPD hat sich nicht einfach verrannt.

Sie hat eine politische Entscheidung getroffen: lieber einen machbaren Kompromiss mit der Union als einen Konflikt.

Das ist kein Irrtum, das ist Strategie, nur eine, die ihre eigene Wählerschaft systematisch enttäuscht.

25 weitere Kommentare …

Keine Posts

Sind Sie bereit für mehr?