Damit kein Geld mehr in die Heimatländer fließt, bekommen Asylbewerber bald Bezahlkarten statt Bargeld. Dabei geht es um lächerlich wenig Geld, wie die Zahlen zeigen!
Mir scheint, bei der "Bezahlkarte" handelt es sich letztlich um eine etwas weniger freundliche Umschreibung der bereits seit längerem in Kooperation mit VISA entstehenden SocialCard. Damit wird aus dem politischen Raum ein bestimmter Diskurs bedient, der letztlich aber lediglich an eine bestehende (technische) Entwicklung andockt: https://www.socialcard.de
Die beste Möglichkeit, schnell an Geld zu kommen, wäre für die Regierung die Einführung der MMT. Die Werkzeuge und die Analysen wären zumindest teilweise vorhanden und einen wesentlichen Teil des Rests könnte ich beisteuern.
Dann wäre es aber auch möglich, das Steuer- und Abgabensystem grundsätzlich auf Basis des Jetzt zu überdenken, um die Möglichkeiten Wohlstand fördernder Austauschbeziehungen zu erweitern.
Man kann die MMT nicht "einführen". Das ist eine Geldtheorie, die es einfacher macht Zusammenhänge unseres Geldsystems zu verstehen. Daraus können - je nach Situation - völlig unterschiedliche Schlussfolgerungen entstehen. Die Regierung müsste also nichts einführen, sondern es nur verstehen und daraus die richtigen Schlüsse in der jetzigen Situation ziehen.
Und was dürfte wohl mit meiner saloppen Bezeichnung "Einführung" gemeint gewesen sein?
Mein Verweis auf irgendwie flankierende Maßnahmen kontextualisiert das eigentlich.
Aber nocheinmal: Greift diese Regierung auf irgendeine Erkenntnis der MMT zurück?
Wie alt ist Draghis "whatever it takes"?
War ab diesem Zeitpunkt eigentlich nicht alles klar? Für die Eingeweihten, meine ich dabei in dieser Hinsicht.
Eine importerte Inflation wird und wurde hier in Europa mit einer Geldpolitik bekämpft, welche man verwendet, wenn das Angebot die Nachfrage nicht ausreichend befriedigen kann und so die Angebotsseite Preiserhöhungen leicht durchsetzen kann.
Wenn das irgendwie vernünftig ist, dann soll diese Welt von der Vernunft verschont werden, weil ein solches Handeln weder zielgerichtet noch irgendwie produktiv ist.
Wer weiß, was ein Arbitrage-Effekt ist und wer die Relationen (Volumina) zwischen Produkt- und Terminmärkten kennt, weiß, warum die Preise Ende Februar 2022 explodiert sind. Und alles andere als u wesentliche Volumina wurden dabei mit Zentralbankgeld finanziert.
Sowohl in diesem Bereich, als auch im zuerst aufgeführten hätte man genügend Zeit gehabt, die Sache zu analysieren.
Was war 2007/2008 an den Terminmärkten los?
Wie veränderte sich der Preis eines Terminmarktkontrakts für Rohöl innerhalb von 5 Monaten?
Und gab es in den 70er Jahren (bzw. Anfang der 80er Jahre) nicht zwei Ölkrisen?
Was hat man daraus gelernt?
Eine vernünftige Wirtschaftspolitik hätte durch Ersatzzahlungen (finanziert nach MMT-Logik) eine Preis-Lohn-Spirale von Anfang an eingedämmt und dabei schon vorher die Terminmärkte unter Kuratel genommen.
Und wie hat man das Merit-Order-Prinzip angepasst, nachdem ein Akteur, welcher nicht marktlogisch hantierte, Gas zu jedem Preis erwarb?
Man hat nichts getan.
Eine Folge davon war dann ein Terminmarktpreis für das Jahr 2023 von etwa einem Euro je kwh im Base-Future am 28.08.2022.
Wenn hier nicht alle Sicherungen durchgebrannt sind, wann dann?
Die Ökonomie als wichtigste Disziplin im Bereich der Sozialarchitektur hat etwas besseres verdient als so etwas.
Vor allem deshalb, weil sich die Probleme erheblich ausweiten werden.
Man kann nun sagen, was einem das angehen soll, weil man selbst nicht oder nur unerheblich betroffen ist oder sein wird.
Aber in Wirklichkeit werden die Folgen für nahezu alle erheblich massiver sein, als man es sich dies vorstellt bzw. vorstellen will.
Die MMT ist in ihren weiterführenden Grundzügen nun 28 Jahre alt.
Ich kenne den Begriff seit einem guten Jahr, das Inflationsproblem aber schon erheblich länger.
2016 habe ich über den damals verwendeten Begriff der Deflation aufgrund importierter Disinflation nur gelacht.
Aber das man so wenig weiß und kann, übersteigt eigentlich jedes Vorstellungsvermögen.
Mal wieder ein sehr spannender Beitrag! Danke. Ich habe eine Frage. Seit einiger Zeit kursiert eine Studie zu den fiskalischen Kosten von Zuwanderung und ich hatte leider keine Gelegenheit mir den Gehalt der Studie näher anschauen :
RAFFELHÜSCHEN, Bernd, et al. Was kann sich der ehrbare Staat noch leisten? Update 2020/21: Corona, Schulden-und noch eine Pflegereform?. Argumente zu Marktwirtschaft und Politik, 2021.
Hatte jemand oder @Maurice Höfgen Gelegenheit sich die Analyse näher anzuschauen und kann eine Bewertung dazu abgeben? Betrachtet man den Herausgeber ist die Grundhaltung direkt klar, doch mich würde interessieren, ob die Berechnung überhaupt einer Überprüfung standhält. Mir scheinen da einige Aspekte unberücksichtigt.
Ein System Bezahlkarte zu implementieren, da wird sich doch auch wieder irgendwer eine goldene Nase dran verbieten.
Vielleicht mit Blockchain und zur Sicherheit sollten wir auch AI drin haben.
Bin schon gespannt, welchen Profis das zugeschanzt werden wird. Was macht Smudo eigentlich gerade?
„Goldene Nase dran verdienen“ natürlich.
Gab es nicht ein Dokument wo darüber spekuliert wurde ob das auch für Arbeitslose geht mit der Bezahlkarte? Hat da wer infos?
Mir scheint, bei der "Bezahlkarte" handelt es sich letztlich um eine etwas weniger freundliche Umschreibung der bereits seit längerem in Kooperation mit VISA entstehenden SocialCard. Damit wird aus dem politischen Raum ein bestimmter Diskurs bedient, der letztlich aber lediglich an eine bestehende (technische) Entwicklung andockt: https://www.socialcard.de
Mehr Details dazu liefert etwa die Dezember-Folge des wie immer zu empfehlenden eGovernment-Podcats: https://egovernment-podcast.com/egov162-socialcard
Hi Maurice, die Bundesbank schreibt von „Gastarbeitern“ in der Statistik, es zählt also nur Lohnarbeit da rein.
Zu Überweisungen vom sonstigen Leistungen (Existenzminimum) gibt es keine Quellen, richtig?
Rein logisch kann es aber nur ein Kleckerbetrag (die Differenz von Existenzminimum zu Verhungern) pro Asylbewerber sein?
Die beste Möglichkeit, schnell an Geld zu kommen, wäre für die Regierung die Einführung der MMT. Die Werkzeuge und die Analysen wären zumindest teilweise vorhanden und einen wesentlichen Teil des Rests könnte ich beisteuern.
Dann wäre es aber auch möglich, das Steuer- und Abgabensystem grundsätzlich auf Basis des Jetzt zu überdenken, um die Möglichkeiten Wohlstand fördernder Austauschbeziehungen zu erweitern.
Man kann die MMT nicht "einführen". Das ist eine Geldtheorie, die es einfacher macht Zusammenhänge unseres Geldsystems zu verstehen. Daraus können - je nach Situation - völlig unterschiedliche Schlussfolgerungen entstehen. Die Regierung müsste also nichts einführen, sondern es nur verstehen und daraus die richtigen Schlüsse in der jetzigen Situation ziehen.
Und was dürfte wohl mit meiner saloppen Bezeichnung "Einführung" gemeint gewesen sein?
Mein Verweis auf irgendwie flankierende Maßnahmen kontextualisiert das eigentlich.
Aber nocheinmal: Greift diese Regierung auf irgendeine Erkenntnis der MMT zurück?
Wie alt ist Draghis "whatever it takes"?
War ab diesem Zeitpunkt eigentlich nicht alles klar? Für die Eingeweihten, meine ich dabei in dieser Hinsicht.
Eine importerte Inflation wird und wurde hier in Europa mit einer Geldpolitik bekämpft, welche man verwendet, wenn das Angebot die Nachfrage nicht ausreichend befriedigen kann und so die Angebotsseite Preiserhöhungen leicht durchsetzen kann.
Wenn das irgendwie vernünftig ist, dann soll diese Welt von der Vernunft verschont werden, weil ein solches Handeln weder zielgerichtet noch irgendwie produktiv ist.
Wer weiß, was ein Arbitrage-Effekt ist und wer die Relationen (Volumina) zwischen Produkt- und Terminmärkten kennt, weiß, warum die Preise Ende Februar 2022 explodiert sind. Und alles andere als u wesentliche Volumina wurden dabei mit Zentralbankgeld finanziert.
Sowohl in diesem Bereich, als auch im zuerst aufgeführten hätte man genügend Zeit gehabt, die Sache zu analysieren.
Was war 2007/2008 an den Terminmärkten los?
Wie veränderte sich der Preis eines Terminmarktkontrakts für Rohöl innerhalb von 5 Monaten?
Und gab es in den 70er Jahren (bzw. Anfang der 80er Jahre) nicht zwei Ölkrisen?
Was hat man daraus gelernt?
Eine vernünftige Wirtschaftspolitik hätte durch Ersatzzahlungen (finanziert nach MMT-Logik) eine Preis-Lohn-Spirale von Anfang an eingedämmt und dabei schon vorher die Terminmärkte unter Kuratel genommen.
Und wie hat man das Merit-Order-Prinzip angepasst, nachdem ein Akteur, welcher nicht marktlogisch hantierte, Gas zu jedem Preis erwarb?
Man hat nichts getan.
Eine Folge davon war dann ein Terminmarktpreis für das Jahr 2023 von etwa einem Euro je kwh im Base-Future am 28.08.2022.
Wenn hier nicht alle Sicherungen durchgebrannt sind, wann dann?
Die Ökonomie als wichtigste Disziplin im Bereich der Sozialarchitektur hat etwas besseres verdient als so etwas.
Vor allem deshalb, weil sich die Probleme erheblich ausweiten werden.
Man kann nun sagen, was einem das angehen soll, weil man selbst nicht oder nur unerheblich betroffen ist oder sein wird.
Aber in Wirklichkeit werden die Folgen für nahezu alle erheblich massiver sein, als man es sich dies vorstellt bzw. vorstellen will.
Die MMT ist in ihren weiterführenden Grundzügen nun 28 Jahre alt.
Ich kenne den Begriff seit einem guten Jahr, das Inflationsproblem aber schon erheblich länger.
2016 habe ich über den damals verwendeten Begriff der Deflation aufgrund importierter Disinflation nur gelacht.
Aber das man so wenig weiß und kann, übersteigt eigentlich jedes Vorstellungsvermögen.
Mal wieder ein sehr spannender Beitrag! Danke. Ich habe eine Frage. Seit einiger Zeit kursiert eine Studie zu den fiskalischen Kosten von Zuwanderung und ich hatte leider keine Gelegenheit mir den Gehalt der Studie näher anschauen :
RAFFELHÜSCHEN, Bernd, et al. Was kann sich der ehrbare Staat noch leisten? Update 2020/21: Corona, Schulden-und noch eine Pflegereform?. Argumente zu Marktwirtschaft und Politik, 2021.
Hatte jemand oder @Maurice Höfgen Gelegenheit sich die Analyse näher anzuschauen und kann eine Bewertung dazu abgeben? Betrachtet man den Herausgeber ist die Grundhaltung direkt klar, doch mich würde interessieren, ob die Berechnung überhaupt einer Überprüfung standhält. Mir scheinen da einige Aspekte unberücksichtigt.
Fand den Artikel dazu gut, leider Paywall: https://www.zeit.de/wirtschaft/2024-01/migration-studie-kosten-bernd-raffelhueschen-afd